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Weiterbildung Studierende Handwerker - was ist steuerlich abziehbar?

Immer mehr Handwerker studieren nach Absolvierung ihrer Lehre oder ihres Meisterkurses. In der Praxis stellt sich hier die Frage, was der studierende Handwerker steuerlich geltend machen kann oder ob sich der Arbeitgeber steueroptimal an dem Studium beteiligen kann. Hier die wichtigsten Infos zu dieser Thematik.

Studieren Handwerker nach Abschluss ihrer Lehre oder ihres Meisterkurses, dürfen die Studienkosten in voller Höhe als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn es ein Studium ist, das die spätere Fortführung des Handwerksbetriebs möglich macht. Hier die einzelnen Kosten, die steuerlich als Werbungskosten geltend gemacht werden können:

  • Fahrtkosten: Da die Fachhochschule oder die Uni keine regelmäßige Arbeitsstätte darstellt, sind die Fahrtkosten zu dieser Bildungseinrichtung in voller Höhe oder bei Benutzug eines Pkws mit 30 Cent für den Hin- und Rückweg abziehbar.
  • Studiengebühren: Die Studiengebühren sind in voller Höhe als Werbungskosten abziehbar.
  • Bücher, Büromaterial & Co: Abziehbar sind alle Kosten für Fachbücher, Kopien, Stifte, Arbeitmittel wie PC, Regal Tisch und Stuhl.
  • Lernnachmittage: Lernt der studierende Handwerker zusammen mit anderen Studenten, sind die Fahrtkosten zum Lerntreffpunkt ebenfalls mit 30 Cent für die Hin- und Rückfahrt abziehbar.

Ausnahme zum Werbungskostenabzug

Studiert ein Handwerker dagegen Psychologie, ist nicht damit zu rechnen, dass dieses Studium dazu dient, wieder seinen Handwerksberuf aufzunehmen. Die Kosten im Zusammenhang mit diesem Studium dürfen in diesem Fall nur als Sonderausgaben abgezogen werden, begrenzt auf 6.000 Euro pro Jahr.

Übernahme der Kosten durch den Chef

Der Arbeitgeber darf die Kosten für das Studium übrigens übernehmen. Erstattet er dem studierenden Handwerker nur die Kosten, die ansonsten als Werbungskosten abziehbar wären, fallen weder Lohnsteuer noch Sozialversicherung an.

Tipp: Lauten die Rechnungen auf den Namen des studierenden Handwerkers, ist die Übernahme der Kosten nur dann steuer- und abgabenfrei, wenn der Chef die Übernahme der Kosten schriftlich vor Einschreibung für das Studium zugesagt hat.

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