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Energiekosten reduzieren Stromverbrauch senken: Tipps zum Energiesparen

Die Strompreise und der Bedarf an Energie in Deutschland steigen. Wer seine Stromrechnung senken möchte, sollte ein paar Tipps berücksichtigen. Wie man im Betrieb und zuhause den Stromverbrauch berechnen und senken kann.

Computer, Fernseher oder Spielkonsolen kosten nicht nur bei ihrer Anschaffung Geld. Der Stromverbrauch verursacht auch später laufende Kosten, die sich bemerkbar machen. Eine effiziente Nutzung kann den Verbrauch aber senken.

Umweltfreundlich und sparsam sollen die modernen Haushaltsgeräte sein – doch sie entpuppen sich manchmal als richtige Stromfresser. Nach einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stehen die Hersteller in der Kritik. F ast jedes fünfte getestete Produkt verbraucht mehr Energie, als auf der Verpackung angegeben ist. 

Haushaltsgeräte verursachen Milliarden an Zusatzkosten

Von der Waschmaschine über das Babyphone bis zur elektrischen Zahnbürste: Viele Haushaltsgeräte verbrauchen offenbar mehr Strom als die Hersteller angeben. Nach Berechnungen von Verbraucherschützern verursachen sie so europaweit Zusatzkosten von mehr als 10 Milliarden Euro im Jahr. 

Dabei trug etwa ein getesteter Geschirrspüler mit 24 Euro pro Jahr zu der höheren Stromrechnung bei. Das Gerät erreichte zwar die Energiestandards (A+). Im Test musste allerdings ein zweiter Spülgang eingelegt werden, bis alle Teller sauber waren. Ein Wäschetrockner ließ sich entgegen der Angaben nicht abschalten, sondern nur in den Standby-Modus bringen und verbrauchte dadurch mehr Strom.

Welche Faktoren beeinflussen den Energieverbrauch?

Ein Faktor, der den Energieverbrauch beeinflusst ist die Watt-Zahl. Sie gibt an, wie viel Strom Ein Haushaltsgerät bei maximaler Auslastung verbraucht. Aber auch ein anderer Faktor spielt eine Rolle. So macht den Fernseher macht ein besonders helles Bild oder viel Kontrast stromhungrig. Der PC braucht für Textverarbeitung weniger Strom als mit voll ausgelasteter Grafikkarte bei 3D-Spielen. Was daraus klar wird: Der Strombedarf der Geräte ist nur ein Faktor. "Der wichtigste Faktor ist der Nutzer", betont Jürgen Ripperger vom Verband der Elektrotechnik (VDE). Deshalb liefert die Stromkosten-Rechnung auf Basis der Watt-Zahl nur eine grobe Orientierung.

Wie kann man den Stromverbrauch von Elektrogeräten berechnen?

1. Energielabel gibt Orientierungshilfe

Bei Fernsehern gibt es beim Neugerätekauf im Laden eine weitere Orientierungshilfe: Sie müssen seit 2011 das EU-Energielabel tragen. Es gibt neben der Effizienzklasse die Verbrauchsmenge von Kilowattstunden bei vier Stunden täglichem Betrieb im Jahr an, erklärt Roman Zurhold von der Deutschen Energie-Agentur (dena). "Da die Angabe ein Durchschnittswert ist, bietet sie eine realistische Schätzung." Multipliziert man sie mit dem Preis pro kWh, hat man eine realistische Schätzung der jährlichen Stromkosten bei täglichem Betrieb von vier Stunden. Wer nur zwei Stunden schaut, nimmt einfach entsprechend die Hälfte dieses Werts. Bisher gibt es das Label aber nur für Fernseher und nicht für Computer oder andere Geräte.

2. Stromverbrauch mit Messgeräten aufzeichnen

Für eine genauere Ermittlung des Stromverbrauchs bieten sich Zwischenstecker an. Die kleinen Messgeräte kommen zwischen Steckdose und Gerät und zeichnen auf, wie viel Strom im Nutzungszeitraum fließt. Je länger die Geräte messen, desto genauer wird der Eindruck vom Verbrauchsverhalten. Wer etwa einen Monat lang misst, multipliziert den Wert mit 12 und hat eine recht genaue Jahresschätzung.

3. Unabhängige Untersuchungen hinzuziehen

Johanna Kardel vom vzbv empfiehlt, sich an Ergebnissen unabhängiger Untersuchungen zu orientieren. Bereits in Gebrauch befindliche Produkte könnten in einzelnen Bereichen von den Herstellern nachjustiert werden: Bei Digitalradios etwa habe es einzelne Updates gegeben, woraufhin weniger Strom verbraucht wurde.

Beispielrechnung "Stromverbrauch beim Fernseher"
Wie viel Stromkosten Fernseher, Computer und Co. im Jahr ungefähr verursachen, lässt sich mit einer einfachen Rechnung ermitteln. Dafür nimmt man den angegebenen Watt-Verbrauch jedes Gerätes und schätzt die tägliche Nutzungsdauer. Ein Beispiel: Der Fernseher mit 120 Watt läuft täglich zehn Stunden. Macht 1200 Wattstunden oder 1,2 Kilowattstunden (kWh). Die kWh Strom kostet im Schnitt um die 28 Cent. Macht pro Tag rund 34 Cent Stromkosten. Im Jahr kommt man damit auf einen Maximalwert von etwa 125 Euro für den Fernseher.

Stromverbrauch senken – Tipps zum Energiesparen für zuhause

Beim Tüv Rheinland beobachtet man einen allgemeinen Trend zu mehr Effizienz im Bereich Unterhaltungselektronik. "Doch", sagt Ralf Diekmann vom Tüv Rheinland, "Effizienz bemisst sich nicht nur an geringem Stromverbrauch, sondern am optimalen Verbrauch für eine genutzte Leistung." Und der kann an vielen Punkten optimiert werden, wie er mit einigen Beispielen erklärt.

1. WLAN-Router ausschalten

WLAN-Router verbrauchen 13 bis 15 Watt pro Stunde, schätzt Diekmann. Pro Jahr kommen da bei 24-Stunden-Betrieb rund 35 Euro Stromkosten zusammen. Wer den Router über Nacht ausschaltet, kann diese Kosten um ein Drittel reduzieren. "Da schläft man und ist nicht im Internet", sagt Diekmann. Bei einigen Routern lässt sich das schon in den Einstellungen festlegen.

2. Fernseher in Dunkle Umgebung stellen

Der Fernseher sollte nicht gerade an einem großen Fenster stehen, wo das Tageslicht in voller Kraft herein scheint. Denn je heller die Umgebung des Geräts ist, desto höher muss die Bildschirm-Helligkeit eingestellt werden, was wiederum mehr Strom kostet. Diekmanns Rat laut deshalb: Das TV-Gerät möglichst in eine eher dunkle Ecke stellen.

3. Fernsehbildschirm nicht zu groß wählen

Wenn man gerade über den Kauf eines neuen Geräts nachdenkt, gilt ein Gedanke der Bildschirmgröße. Da sollte man im Hinterkopf behalten: Mehr Diagonale kostet mehr Strom.

4. Nicht genutzte Geräte ausschalten

Beim Stromsparen vergessen viele Menschen die einfachste Regel: Was ausgeschaltet ist, verbraucht nichts. Beim PC zum Beispiel sollten nicht genutzte Peripherie-Geräte wie Drucker oder Scanner abgeschaltet werden. Während der Arbeit am Computer schließt man Programme, die gerade nicht in Gebrauch sind. Das Gerät zieht weniger Strom und außerdem wird der Prozessor geschont, sagt Diekmann.

Stromspartipps: Einfach und langfristig Geld sparen

5. Tipps zum Stromsparen mit dem Computer

Wer sein Gerät lange haben möchte, sollte beim Kauf auf bestimmte Faktoren achten, rät die Zeitschrift "c't". Dazu gehören beispielweise ein wechselbarer Akku, aufrüstbarer Speicher, ein kratzfestes Gehäuse, eine lange Versorgung mit Software-Updates oder ein langer Garantiezeitraum.

Notebooks seien wegen ihres geringeren Stromverbrauchs grundsätzlich umweltfreundlicher als Desktop-PCs. Während es nämlich für viele Drucker und Monitore Umweltsiegel wie Blauer Engel oder TCO gibt, die den Schadstoffeinsatz bei der Herstellung und den Energieverbrauch begrenzen, ignorierten die meisten Hersteller von Notebooks, Desktop-PCs oder Tablets vorhandene Siegel, kritisieren die Experten. Das verbreitete Epeat-Logo hat den Angaben zufolge sehr lasche Kriterien. Für Smartphones gebe noch nicht einmal Siegel.

Standby-Modus nicht immer stromsparender 

Um Energie zu sparen, lohnt es sich, stromhungrige Geräte bei Nichtbetrieb vom Netz zu nehmen - beispielsweise mit Hilfe einer schaltbaren Steckdosenleiste. So genehmigt sich ein mehrere Jahre alter Desktop-Rechner der Zeitschrift zufolge je nach Modell zwischen 2 und 15 Watt im Standby - und im Ruhezustand oder ausgeschaltet kaum weniger.

Viele WLAN-Router, Beamer oder Laserdrucker ziehen den Angaben zufolge mehr als 10 Watt im Standby-Modus, manche Plasmafernseher sogar 20 Watt. Über den Leerlauf- und Standy-Verbrauch von Notebooks, Ultrabooks, Tablets oder Smartphones muss man sich dagegen weniger Sorgen machen. Dieser sei vergleichsweise gering.

Festplatten-Standby aktivieren 

Zum Stromsparen bei Notebooks oder PCs ist es auch wichtig, dass im Betriebssystem der Festplatten-Standby aktiviert ist. Unter Windows lässt sich das in der Systemsteuerung unter Energieoptionen kontrollieren. 10 bis 20 Minuten bis zur Abschaltung bei Inaktivität sind ein günstiger Wert, raten die Experten von "c't" .

Ausgediente Geräte, die noch funktionieren, sollte man verkaufen. Kaputte Elektronik kann man auf Wertstoffhöfen kostenlos abgeben. Sie gehören nicht in den Hausmüll. Experimentierfreudige können auch versuchen, Geräte selbst zu reparieren, wenn ihnen das Angebot von Hersteller oder Werkstatt zu teuer erscheint. Anleitungen finden sich etwa auf www.ifixit.com und Notebookhandbücher zum Beispiel unter www.tim.id.au oder direkt bei den Herstellern.

Drei Tipps zum Stromsparen im Urlaub

Wer in den Urlaub fährt, sorgt zwar dafür, dass der Briefkasten geleert wird und Pflanzen sowie Haustiere gut versorgt sind. Doch viele Verbraucher vergessen dabei den Stromverbrauch, den Geräte während der Abwesenheit verursachen.

Mit ein paar einfachen Tipps der dena lassen sich die Stromkosten reduzieren. Die "Initiative EnergieEffizienz" der dena zeigt, wie Verbraucher ihre Wohnung oder ihr Haus in drei Schritten „urlaubsfest“ machen können:

1. Geräte vom Netz nehmen: Fernseher, Audio-Anlage, Computer, Kaffeevollautomat und viele andere Geräte verbrauchen im Stand-by weiter Strom, auch wenn niemand zu Hause ist. Wer diese Kosten während des Urlaubs vermeiden will, sollte alle Geräte vom Netz trennen – vor allem, wenn es sich um ältere Geräte handelt. Auch Tisch- oder Stehleuchten mit Niedervolt-Halogenlampen haben ein separates Netzteil, das häufig Strom verbraucht, selbst wenn das Licht nicht brennt.
2. Wasserboiler ausschalten: Während des Urlaubs kann es sinnvoll sein, den elektrischen Wasserboiler abzuschalten. Während sich das bei kleineren Geräten schon über Nacht lohnt, ist das bei größeren Speichern nur bei längerer Abwesenheit sinnvoll. Beim Einschalten nach dem Urlaub sollte das Wasser im Boiler aus hygienischen Gründen stark erhitzt werden.
3. Pause für Kühl- und Gefriergeräte: Kühl- und Gefriergeräte gehören zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt. Der Urlaub ist eine gute Gelegenheit, die Geräte abzutauen und für die Dauer des Urlaubs abzuschalten. Sind die Geräte ausgeschaltet, sollten die Türen offen bleiben, damit sich kein Schimmel bildet.

Weitere Informationen rund um das Thema Stromeffizienz im Haushalt unter www.stromeffizienz.de.

Energiemanagement im Betrieb

Auch im Betrieb lässt sich mit einfachen Mittel viel Geld einsparen. Aber es gilt, einige wichtige Tipps zu befolgen, um die Einsparpotenziale im Unternehmen voll auszuschöpfen.

Stromverbrauch im Betrieb senken – Vier Tipps

Viele der bereits genannten Ratschläge zum Energiesparen können auch im Betrieb umgesetzt werden. Allerdings gibt es in Handwerksbetrieben noch viele weitere Stromkostenverursacher, bei denen folgende Tipps hilfreich sind.  

1. Vergleichsportale nutzen 

Um etwa den günstigen Tarif für Strom oder Gas zu finden, empfehlen sich neutrale Vergleichsportale. „Unabhängige Online-Plattformen leisten hier sehr gute Dienste, sie schaffen Transparenz im Tarifdschungel“, sagt Paul-Vincent Abs, Energieexperte und Geschäftsführer des Kölner Strom- und Gasanbieters "E wie einfach".

2. Den richtigen Stromtarif wählen

Abs sieht die größte Einsparmöglichkeit in der Tarifoptimierung der Unternehmen. Ein Stromvertrag solle meist nicht länger als zwölf Monate laufen und eine einjährige Preisgarantie beinhalten. "Dadurch erhalten Firmen Planungssicherheit, ohne sich jedoch zu lange an einen Energielieferanten zu binden", so Abs. Wichtig sei außerdem, dass die Entscheider einen solventen und seriösen Anbieter aussuchen. Wenn Stromanbieter insolvent gehen, ist das für die Verbraucher meist mit Scherereien verbunden.

3. Leerlaufzeiten reduzieren

Zum Energiesparen im laufenden Betrieb können auch die Mitarbeiter viel beitragen. In Pausen etwa sollten sie die Maschinen abschalten, um Leerläufe zu vermeiden. „Das Abschalten zahlt sich aus, wenn die Pause fünfmal länger dauert als das Hochfahren der Maschine“, erklärt Abs und fügt hinzu, dass bereits täglich zehn Minuten weniger Laufzeit bei 10 kW Leistung eine Ersparnis von etwa 70 Euro im Jahr bringen.

4. Druckluftverluste vermeiden

Auch in Unternehmen, die viel mit Druckluft arbeiten, lassen sich unnötige Kosten vermeiden. Gerade Handwerksbetriebe setzen diesen Energieträger oft ein. Dabei ist manchen Handwerkern nicht bewusst, dass bei einer sorgsamen Handhabung mit den Kompressoren bares Geld gespart werden kann. „Leckagen bedeuten überflüssigen Druckluftverlust und Energieverbrauch“, erklärt Abs, und ergänzt: „Ein Leck von einem Millimeter Durchmesser verursacht Kosten in Höhe von 240 Euro im Jahr“.

Auch ein nicht richtig angepasster Betriebsdruck kostet viel Geld. Jedes Bar zu hohe Verdichtung erfordert sechs bis zehn Prozent mehr Energie. Zudem rät Abs, den Kompressor bei Betriebsruhe komplett abzuschalten, um Bereitschaftskosten zu umgehen.

13 Energiespartipps für den Betrieb im Überblick
1. Eine Raumtemperatur von 20 Grad Celsius ist ideal für das Büro und 18 Grad Celsius für Flure.
2. Warme Abluft aus Räumen filtern und wieder zurückleiten.
3. Bei geöffneten Fenstern die Heizung ausmachen.
4. Sauerstoff-Sensoren einsetzen, die bei Bedarf die Belüftungsventilatoren einschalten.
5. Aerodynamische Laufräder an Lüftungsanlagen optimieren die Wirksamkeit der Anlagen.
6. Für Geräte wie Radio oder CD-/DVD-Player Steckerleiste mit „Aus“-Knopf verwenden, um die Geräte komplett vom Strom zu nehmen. Sparpotenzial: bis zu 18 Euro pro Gerät im Jahr.
7. In großen Räumen nur genutzte Bereiche beleuchten und die Lichtschalter kennzeichnen.
8. In Lagerhallen und auf Toiletten Bewegungsmelder für Licht installieren.
9. Leuchtstofflampen durch Dreibanden-Lampen ersetzten. Sie geben helleres Licht und halten länger.
10. Verschmutze Reflektoren oder Abdeckungen säubern.
11. Verzicht auf Deckenfluter und gezieltes Beleuchten von Arbeitsplätzen senkt die Lichtkosten um 50 Prozent.
12. Lastwächter installieren, um den Stromverbrauch besser zu messen und zu senken.
13. Abwärme von Maschinen und Anlagen nutzen.

Praxisbeispiel: So können Bäckereien ihren Energieverbrauch senken

Bäckereien zählen zu den energieintensivsten Betrieben im Handwerk. Um den Verbrauch und die Kosten zu senken, gibt es viele Ansätze. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte "EnEff Bäckerei-Netzwerk" hat in einem Leitfaden wertvolle Tipps zusammengestellt.

Energiebeauftragten für den Betrieb ernennen

Wer sich ernsthaft mit dem Thema Energieverbrauch auseinander setzen möchte, sollte einen Energiebeauftragten ernennen. Dieser sollte sich einen Überblick darüber verschaffen, welche Art von Energie im Betrieb verbraucht wird, welche Anlagen die meiste Energie verbrauchen und welche Kosten dadurch entstehen. Für eine umfassende Analyse sollten außerdem Messeinrichtungen installiert werden.

Das Ziel ist es, die wichtigsten Größen für den Energieverbrauch zu ermitteln. Aus diesen Ergebnissen können mit Hilfe eines online-Tools Einsparpotenziale berechnet werden. Dies gilt sowohl für die Backstube, also auch für die Filialen.

Warum sollten Bäckereien ihren Energieverbrauch senken?

Betrachtet man alle Ausgaben einer Bäckerei, so kommt der Energieverbrauch nur auf zwei bis fünf Prozent der gesamten Energiekosten. Im Vergleich dazu machen Material, Personal, Abschreibungen, Dienstleistungen und Pacht einen viel größeren Teil aus. Aber Einsparungen im Bereich Energie sind viel einfacher und ohne Qualitätsverlust umsetzbar.

Strom und Brennstoff in der Backstube verbrauchen über die Hälfte der Gesamtenergie des Betriebs. In der Filiale wird insgesamt ein Drittel an Strom und Brennstoff verbraucht und etwa zehn Prozent entfallen auf den Treibstoff für die Belieferung der Verkaufsstellen.

Energietipps für die Backstube

Der Backprozess ist der energieintensivste Arbeitsschritt in den Bäckereien. Da Backöfen die meiste Energie in einer Backstube benötigen, gibt es hier viel Einsparpotenzial. So kann Energie gespart werden:

  • Schwadenmenge kontrollieren und auf ein Minimum reduzieren
  • Oberfläche des Schwadenerzeugers regelmäßig reinigen und entkalken
  • keine halb vollen Öfen betreiben
  • Leerläufe im Produktionsprozess vermeiden und den Ofen bei Back-Pausen herunterfahren
  • mit einer Rauchgasklappe können zwei bis drei Prozent gespart werden. So kühlt der Ofen im Stillstand nicht aus
  • den Ofenbauer nach einer besseren Dämmung fragen
  • Zukünftige Entwicklungen bei der Neuanschaffung von Geräten mit einplanen. Systeme mit abschaltbaren Herden und Öfen sind dabei hilfreich

Kältetechnik effizient nutzen

Kältetechnik ist heute ein wesentlicher Bestandteil von Bäckereien. Die meisten besitzen gleich mehrere Kühlräume mit unterschiedlichen Temperaturen, um die Ware zu Lagern und die Produktionsabläufe zeitlich besser zu planen. Auch hier gibt es Möglichkeiten den Energieverbrauch zu senken:

  • Kühltemperaturen nicht zu niedrig einstellen
  • Kühlräume gut isolieren
  • keine warmen Waren einlagern
  • Dichtungen der Türen prüfen und immer richtig schließen
  • Verdampfer im Kühlraum regelmäßig abtauen, da sich hier schnell Eisschichten bilden

Druckluft richtig einstellen

Druckluft ist ein sehr teurer Energieträger, der in fast allen Backstuben zum Einsatz kommt. Druckluft wird mit einem Kompressor erzeugt, der Luft ansaugt, verdichtet und in ein Druckluft-Netz mit Druckluftspeicher einspeist. Wichtige Tipps hierzu sind:

  • Frischluftfilter regelmäßig warten
  • bei Neuanschaffungen auf die Energieeffizienz achten
  • Rohrleitungen möglichst gerade und kurz halten
  • Verluste bei Leerlauf und Stillstand überprüfen

Tipps für eine effiziente Beleuchtung

Die Beleuchtung ist ein Thema, das sowohl für die Backstuben, als auch für die Filialen relevant ist. Andere Betriebe können ebenfalls von diesen Tipps Gebrauch machen:

In der Backstube

  • elektronische Vorschaltgeräte reduzieren den Energieverlust
  • verspiegelte Abschirmungen verwenden
  • Bewegungsmelder in Gängen verwenden, die selten frequentiert werden. Dies gilt auch für die Filialen

In der Filiale

  • zu starke Beleuchtung an den Arbeitsplätzen vermeiden. Ein Dimmer kann hier nützlich sein
  • tageslichtabhängige Steuerung verwenden

Energietipps für die Filiale

Das frische Backen von Brötchen direkt in der Filiale, die Kühlschränke und -theken, Kaffee- und Spülmaschinen und Beleuchtung – das alles verbraucht Strom. Hier die Spartipps für die Filiale:

  • den leeren Ofen ausschalten spart bis zu 20 Prozent der Energiekosten des Gerätes
  • energieeffiziente Kühlgeräte verwenden
  • Temperatur im Kühlschrank nachmessen. Jedes Minusgrad mehr erhöht den Stromverbrauch
  • Kühlschränke in möglichst kühlen Räumen aufstellen
  • für offene Kühlgeräte außerhalb der Öffnungszeiten Türen oder Vorhänge verwenden. Kühlmöbel verbrauchen somit 40 Prozent weniger Strom
  • Spülmaschinen an das Warmwassernetz anschließen
  • leicht und strak verschmutztes Geschirr beim Spülen trennen
  • nur volle Spülmaschinen einschalten
  • Verkaufsraum nach Wärmetechnischen Kriterien gestalten: große offene Flächen vermeiden oder Wärmeschleier einrichten
  • Warmwasserverbrauch überprüfen
  • Kurse für sparsames Fahren anbieten

Wer sich die Tipps einprägt und zuhause und im Betrieb umsetzt, kann seinen Energieverbrauch senken und damit seine Stromrechnung reduzieren. dhz/dpa/jb

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