Beruflich unterwegs -

Privatnutzung von Firmenwagen Strenges Urteil für Firmenwagen

Die Richter des Bundesfinanzhofs entschieden, dass ein Arbeitnehmer die Privatnutzung seines Firmenwagens nicht widerlegen kann, wenn er kein Fahrtenbuch geführt hat (BFH, Beschluss v. 21.3.3013, Az. VI R 31/10). Es gibt dennoch eine gute Nachricht – zumindest für Selbstständige.

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Denn in einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Mitglieds des Finanzausschusses des Bundestags wird die Auffassung vertreten, dass dieser strenge Beschluss des Bundesfinanzhofs nur für Arbeitnehmer und Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH gilt, die von ihrem Arbeitgeber einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt bekommen haben (BMF, Schreiben v. 22.8.2013, Az. IV C 6 – S 2177/08/10001:017). Hat der Arbeitnehmer kein Fahrtenbuch geführt, muss für die mögliche Privatnutzung bei der Lohnsteuer ein geldwerter Vorteil versteuert werden.

Unternehmer kann Vermutung der privaten Nutzung widerlegen

Bei Unternehmern greift jedoch nach Ansicht des BMF nach wie vor das BMF-Schreiben vom 18. November 2009 (BStBl I S. 1326). Die Vermutung der privaten Nutzung des betrieblichen Pkws kann widerlegt werden, wenn im Privatvermögen für private Fahrten andere vergleichbare Fahrzeuge in Status und Gebrauchswert vorhanden sind.

Tipp: Sollte ein Prüfer des Finanzamts also bei einem Einzelunternehmer die Privatnutzung eines Betriebs-Pkws unterstellen und den Gewinn um den Betrag der Privatnutzung erhöhen, weisen Sie ihn auf die Antwort des BMF auf die Anfrage eines Mitglieds aus dem Finanzausschuss hin und versuchen Sie, die Vermutung der Privatnutzung zu widerlegen. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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