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Konjunktur IV. Quartal 2016 Strategie von Bäckern und Fleischern geht auf

Branchentrends: Die Lage in vier Handwerksgruppen stellt sich besser dar als im Vorjahr.

Das Baugewerbe hat sich zum Jahresende in einer ausgesprochen guten Verfassung präsentiert; vor allem die Auftragslage verdiente Topnoten. Daneben glänzte auch das Lebensmittelgewerbe mit einer extrem freundlichen Geschäftslage.

Baugewerbe

In den Bau neuer Wohnungen fließt immer mehr Geld. Zum einen profitieren die Haushalte von sicheren und steigenden Einkommen. Des Weiteren erleichtern niedrige Zinsen die Finanzierung. Die günstigen Rahmenbedingungen treffen auf eine verstärkte Nachfrage nach Wohnraum in Ballungszentren. Wegen Verzögerungen im Genehmigungs- und Planungsprozess hinkt die Bautätigkeit jedoch hinterher. Auch die Aktivitäten der öffentlichen Hand entwickeln sich expansiv. Vor allem die Kommunen stauten in der Vergangenheit einen erheblichen Investitionsrückstand auf. Sprudelnde Steuereinnahmen verschaffen den Städten und Gemeinden nun zusätzliche Spielräume, zumal ihnen der Bund bei den Folgekosten für die Flüchtlingsunterbringung entgegengekommen ist.

Geschäftsklima

Passend zur lebhaften Geschäftstätigkeit war die Auslastung im Bauhauptgewerbe mit durchschnittlich 83 Prozent höher als zum Abschluss des Vorjahres. Im Ausbaugewerbe standen zum Jahresende Aufträge für 1,8 Monate in den Büchern. Zur stabilen Neubaukonjunktur kamen erhebliche Impulse vom Ersatzbedarf. So profitiert z.B. die SHK-Branche von der lebhaften Nachfrage nach Modernisierungen im Badbereich. Außerdem müssen viele alte Heizungsanlagen ausgetauscht werden.

Lebensmittelhandwerk

Dem Marktforscher Nielsen zufolge verbinden 97 Prozent der Deutschen Weihnachten mit gutem Essen. Es überrascht also nicht, dass 41 Prozent der befragten Bäcker, Metzger und Konditoren im Schlussquartal 2016 höhere Einnahmen verbuchten als im Vierteljahr zuvor. Aber auch unabhängig von der Kaufbereitschaft vor den Feiertagen geht die Strategie des Lebensmittelhandwerks auf. Man konzentriert sich auf Qualität, Regionalität, Transparenz und Tradition. Zusammen mit der wachsenden Lust der Deutschen auf genussvolle Zwischenmahlzeiten außer Haus lassen sich so Kundenfrequenz und Umsätze ausweiten.

Betriebsauslastung

Kfz-Handwerk


Wieder einmal legte der Autohandel eine beachtliche Quartalsbilanz vor. Mit 796.000 verfehlte die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im letzten Vierteljahr 2016 das gute Vorjahresergebnis um lediglich 0,3 Prozent – obwohl drei Arbeitstage fehlten. 1,77 Millionen Besitzumschreibungen (plus 0,4 Prozent) rundeten das positive Gesamtbild ab. Neben den höheren Verkaufszahlen freute sich das Kfz-Handwerk über eine erheblich bessere Werkstattauslastung.

Handwerk für gewerblichen Bedarf

Die Investitionsgüterindustrie scheint ans Ende ihrer wirtschaftlichen Schleichfahrt gekommen zu sein. Zwar registrierten die Statistiker im Zeitraum September bis November 2016 immer noch ein Produktionsminus von 0,1 Prozent gegenüber 2015; die Auftragslage verbesserte sich jedoch zuletzt spürbar. Die handwerklichen Zulieferer und Unternehmensdienstleister, die ja aus dem Industrielager viele Aufträge bekommen, nehmen die positive Grundtendenz auf. 89 Prozent der Befragten stellten ihrer Geschäftslage zum Jahresende ein gutes oder befriedigendes Zeugnis aus. Auch die üppige Orderreichweite deutet auf eine Erholung hin.

Strategie von Bäckern und Fleischern geht auf

Handwerk für privaten Bedarf

Deutschlands Aufschwung lebt vom Konsum. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Verbraucher sind in Kauflaune. Arbeitnehmer und Rentner freuten sich im letzten Jahr über merklich höhere Bezüge.

Zu den Gewinnern dieser Konstellation zählen in erster Linie Internethändler. Deren Umsätze wachsen überdurchschnittlich, gleichzeitig ­gehen die Besucherzahlen in den ­Läden der Innenstädte zurück. Auch die verbrauchernahen Dienstleister des Handwerks kommen nicht voran. Das Kundeninteresse war im ­Berichtsquartal mäßig. Die Einschätzung der Gesamtlage liegt mit 79 Punkten leicht niedriger als 2015.

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