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Steuertipp Urteil: eBay-Handel mit Gegenständen aus Wohnungsauflösungen

Versteigert ein Steuerzahler auf eBay Gegenstände aus Haushaltsauflösungen, interessiert sich auch das Finanzamt für die erzielten Gewinne. Denn der Handel auf eBay ist gewerblich und damit einkommensteuerpflichtig. Wie ist der Gewinn dabei zu ermitteln?

In einem Streitfall beim Finanzgericht Hessen, ging es um die Frage, wie hoch das Finanzamt für die versteigerten Gegenstände im Schätzungsweg Betriebsausgaben ansetzen muss. Die Schätzung war notwendig, weil der eBay-Händler in der Regel bei Entrümpelungen und Haushaltsauflösungen von den Privatleuten keine Quittungen über bezahlte Rechnungen bekommen hatte. Das Finanzamt schätzte die Betriebsausgabe mit 30 Prozent der erzielten Nettoerlöse. Das Finanzgericht Hessen zeigte sich dagegen äußerst großzügig und verpflichtete das Finanzamt dazu, 60 Prozent des Nettoerlöses als Betriebsausgaben anzuerkennen (FG Hessen, Urteil v. 19.7.2018, Az. 2 K 1835/16).

Das ist deshalb großzügig, da bei vielen Haushaltsauflösungen und Entrümpelungen nichts bezahlt wird. Im Gegenteil: Viele Mieter oder Eigentümer sind froh darüber, wenn jemand kommt und den kompletten Hausrat entsorgt. Deshalb wird den Entrümplern teilweise sogar etwas bezahlt. Unter diesen Gesichtspunkten scheinen 60 Prozent Betriebsausgabe bei Ermittlung des Gewinns großzügig.

Steuertipp: Strittig ist nach wie vor, ab wann das Finanzamt einem privaten Händler ein gewerbliches Handeln auf eBay unterstellen darf. Nach dem Einkommensteuergesetz genügen dafür bereits nachhaltige Tätigkeiten, die auf die Erzielung von Gewinn gerichtet sind. Nähere Informationen werden in einem Revisionsverfahren folgen (BFH, Az. X R 26/18).

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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