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Steuertipp Steuertipp: Wenn mehrere Arbeitnehmer einen Dienstwagen nutzen

Dürfen sich mehrere Arbeitnehmer einen Dienstwagen ihres Arbeitgebers teilen, muss nicht jeder von ihnen den vollen geldwerten Vorteil für die private Pkw-Nutzung versteuern. Der ermittelte Privatanteil ist jedem Arbeitnehmer anteilig zuzurechnen. Dabei kann es in der Praxis gerade bei Ermittlung des Privatanteils nach der Fahrtenbuchmethode zu steuerlichen Problemen kommen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Beruflich unterwegs

Klar könnte man den Privatanteil an der Dienstwagennutzung nach der 1 Prozent-Regelung ermitteln. Dann muss der ermittelte Wert nur anteilig allen Arbeitnehmern zugerechnet werden, die den Dienstwagen nutzen dürfen. Doch das führt in der Praxis oftmals zu einem steuerlichen ungünstigen Ergebnis, wenn der geldwerte Vorteil nach der Fahrtenbuchmethode viel günstiger ist.

Beispiel: Ein Arbeitgeber stellt zwei Mitarbeitern einen Dienstwagen zur Verfügung, den jeder zwei Wochen im Monat auch für Privatfahrten nutzen darf. Der Pkw hat einen Listenpreis von 40.000 Euro. Das bedeutet bei Anwendung der 1 Prozent-Regelung, dass jeder der beiden Arbeitnehmer pro Jahr einen geldwerten Vorteil in Höhe von 2.400 Euro versteuern muss (40.000 Euro x 1 Prozent = 400 Euro x 12 Monate = 4.800 Euro; Aufteilung auf zwei Mitarbeiter).

Fahrtenbuchmethode: Mitgehangen - mitgefangen

Würde die Fahrtenbuchmethode in dem Beispielsfall zu einem deutlich niedrigeren geldwerten Vorteil führen, sollten die beiden Arbeitnehmer unbedingt ein Fahrtenbuch führen. Das Problem dabei. Ist ein Arbeitnehmer bei der Führung des Fahrtenbuchs sehr diszipliniert und der andere zeichnet seine Fahrten nicht korrekt auf, bedeutet das auch für den disziplinierten Arbeitnehmer, dass die Aufzeichnungen des Fahrtenbuchs insgesamt steuerlich unwirksam sind. Folge: Der Privatanteil wird dann wieder nach der 1 Prozent-Regelung ermittelt (BFH, Az. VI R 132/00).

Steuertipp

Wird ein Dienstwagen mehreren Arbeitnehmern auch zur privaten Nutzung überlassen und lohnt es sich lohnsteuerlich, ein Fahrtenbuch zu führen, sollte der Arbeitgeber oder ein anderer Mitarbeiter täglich die Aufzeichnungen dieses Fahrtenbuchs kontrollieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Aufzeichnungen steuerlich anzuerkennen sind.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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