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Steuertipp Steuerrisiko in der GmbH: Darlehen an nahe stehende Personen

Betreibt ein Handwerker seinen Betrieb in der Rechtsform einer GmbH oder einer AG, stehen bei einer Betriebsprüfung auch Darlehensgewährungen zwischen Kapitalgesellschaft und nahe stehenden Personen des Gesellschafters im Visier. Denn kommt es zu einer gewinnmindernden Teilwertabschreibung einer solchen Darlehensgewährung, könnte eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegen.

Von einer verdeckten Gewinnausschüttung (vGA) spricht man, wenn es bei der Kapitalgesellschaft zu einer Vermögensminderung kommt oder wenn eine verhinderte Vermögensmehrung vorliegt und die Ursachen für diese beiden Kriterien gesellschaftsrechtlich veranlasst sind (§ 8 Abs. 3 Satz 2KStG). Kommt das Finanzamt zu der Erkenntnis, dass eine vGA vorliegt, erhöht sich das zu versteuernde Einkommen der GmbH in Höhe dieser vGA und der Gesellschafter – wenn es sich um eine natürliche Person handelt – muss Kapitalerträge versteuern.

Finanzgericht Münster urteilt zu Darlehensgewährung an nahe stehende Personen

Wann eine verdeckte Gewinnausschüttung bei einer Darlehensgewährung von der GmbH oder AG an eine nahe stehende Person des Gesellschafters angenommen werden muss, hat das Finanzgericht Münster in einem Urteil klargestellt (FG Münster, Urteil v. 12.4.2019, Az. 13 K 3923/16). Eine vGA wird bei einer Darlehensgewährung an nahe stehende Personen immer dann angenommen, wenn

  • der Darlehensnehmer im Zeitpunkt der Darlehenshingabe bereits nicht mehr zahlungsfähig war. In diesem Fall ist die Darlehensrückzahlung von Anfang an nicht beabsichtig. Bereits die Auszahlung des Darlehens stellt in diesem Fall eine vGA dar.
  • Ist die Rückzahlung im Zeitpunkt der Darlehensgewährung möglich und die Darlehensforderung fällt später wegen Zahlungsunfähigkeit des Darlehensnehmers aus, liegt im Zeitpunkt des Ausfalls eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, wenn das Darlehen nicht besichert war.

Steuertipp: Bevor einer dem Gesellschafter einer GmbH nahen stehenden Person von der GmbH ein Darlehen ausgereicht wird, sollte das Gespräch mit dem Steuerberater geführt werden. Er kann die Vereinbarungen so gestalten, dass keine verdeckte Gewinnausschüttung entsteht.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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