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Steuer aktuell Steuerrisiko bei gewährten Privatdarlehen

Wer Verwandten, Freunden und Bekannten privat ein Darlehen gewährt, muss die Zinsen aus dieser Darlehensgewährung versteuern. Es wird die Abgeltungsteuer fällig. Doch was passiert, wenn der Darlehensnehmer Privatinsolvenz anmeldet und die Darlehensrückzahlung ausfällt? Kann hierfür steuerlich ein Verlust aus Kapitalvermögen geltend gemacht werden?

Die Antwort kommt aktuell vom Finanzgericht Düsseldorf und lautet leider „nein“. Der Verlust von Darlehenskapital steht nach Ansicht der Richter nicht in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit den steuerpflichtigen Kapitaleinkünften. Aufwendungen, die das Kapital selbst betreffen (z.B. Tilgungen) berühren die Einkunftsart nicht (FG Düsseldorf, Urteil v. 11.3.2015, Az. 7 K 3661/14).

Steuer-Beispiel für ein nicht zurückgezahltes Privatdarlehen

Sarah Müller leiht einem guten Freund privat 25.000 Euro. Der Freund zahlt 5% Zinsen pro Jahr und tilgt 6.000 Euro. Nach zwei Jahren bei einem Darlehensstand von 19.000 Euro bleiben Zinszahlungen und Tilgungen aus. Der Freund hat Privatinsolvenz angemeldet. Mit der Rückzahlung des Darlehens ist nicht mehr zu rechnen. Folge:

Zinszahlungen des Freundes bis zur Pirvatinsolvenz Steuerpflichtige Kapitalerträge, zu versteuern mit Abgeltungssteuer
Verlust des Darlehenskapitals Privatsphäre und deshalb steuerlich unbeachtlich

Tipp: Wird ein Darlehen durch einen Handwerksbetrieb gewährt (z.B. an einen Geschäftspartner) und die Darlehensrückzahlung fällt wegen Insolvenz des Darlehensnehmers aus, greifen die genannten Grundsätze nicht.

Denn fällt ein betriebliches Darlehen aus, hängt es eindeutig mit einer Einkunftsart zusammen (Einkünfte aus Gewerbebetrieb). Der Ausfall des Darlehens führt zu außerordentlichen Betriebsausgaben, die den Gewinn mindern.   dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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