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Steuertipp Steuerprüfung: Dienstwagen für Ehegatten im Minijob zulässig?

Firmenwagen statt Gehalt? Eigentlich ein gängiges Gehaltsmodell. Allerdings nicht für eine als Minijobber angestellte Ehegattin, meinten die Prüfer des Finanzamts. Der Fall ging erst vor das Finanzgericht, dann vor den Bundesfinanzhof.

Viele selbständige Handwerker stellen ihren Ehegatten als Minijobber im Handwerksbetrieb an. Das ist steuerlich unproblematisch, sofern der Ehegatte nicht nur auf dem Papier, sondern tatsächlich dort arbeitet. Doch wird dem im Minijob angestellten Ehegatten ein Firmenwagen zur Verfügung gestellt, verstehen die meisten Prüfer des Finanzamts keinen Spaß mehr. Zu Recht, wie ein aktuelles Urteil (BFH, Aktenzeichen X R 44-45/17) zeigt.

Im konkreten Fall hatte ein Einzelhändler aus Nordrhein-Westfalen seine Frau per 400-Euro-Job angestellt: Neun Stunden die Woche, davon drei Stunden im Büro und sechs Stunden als Kurierfahrerin. Für diese Kurierfahrten stellte er ihr den Dienstwagen zur Verfügung, und zwar ohne Selbstbeteiligung zur vollen privaten Benutzung rund um die Uhr. Die Kosten des Minijobs zog er als Betriebsausgabe vom Gewinn ab.

Doch diesen Arbeitsvertrag finden die Münchner Richter "fremdunüblich", was bedeutet, dass ein Arbeitgeber sich bei einem nicht zur Familie gehörigen Angestellten nie und nimmer derart spendabel zeigen würde.

In der ersten Instanz vor dem Finanzgericht Köln (Urteil vom 27. September 2017, Az. 3 K 2547/16) hatten die Eheleute noch gegen ihr Finanzamt gewonnen. Der Bundesfinanzhof hat nun diese Entscheidung kassiert und das Verfahren nach Köln zurückverwiesen. dhz/dpa

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