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Steuernummer, Identifikationsnummer & Co. Selbstständigkeit: Das Wichtigste zu Steuernummer und Co.

Machen Sie sich mit einem Handwerksbetrieb selbstständig, müssen Sie bei der Gemeinde ein Gewerbe anmelden. Die Gemeinde informiert das Finanzamt und das schickt Ihnen anschließend entweder einen Gründerfragebogen zu oder bittet Sie im Elster den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung auszufüllen. Hier stellen Sie bereits die Weichen für die Steuernummer sowie die Identifikationsnummer.

Identifikationsnummer für das ganze Leben

Das Bundeszentralamt hat Ihnen bereits 2008 eine Identifikationsnummer auf dem Postweg zugeschickt. Diese Nummer bleibt das ganze Leben lang unverändert und gilt sogar bis 20 Jahre nach dem Tod. Über die Identifikationsnummer sollen alle steuerlichen Aktivitäten (Finanzamtswechsel, Zuordnung von Versicherungsaufwendungen, etc.) eindeutig einer Person steuerlich zugeordnet werden.

Verlust: Finden Sie die Identifikationsnummer nicht mehr, ist das kein Problem. Gehen Sie im Internet auf das Portal des Bundeszentralamts für Steuern und beantragen Sie die erneute Zusendung auf dem Postweg. Das für Sie zuständige Finanzamt kann Ihnen hier nicht helfen.

Steuernummer bzw. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Haben Sie bereits eine Steuernummer, haben aber bisher noch keine gewerbliche Tätigkeit ausgeübt, erhalten Sie nach Ausfüllen des Gründerfragebogens bzw. des Formulars "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" auf elster.de in der Regel eine neue Steuernummer zugeteilt. Das muss sein, weil nun ein anderer Sachbearbeiter für Sie im Finanzamt zuständig ist.

Verweigerung: Sind Sie in der Vergangenheit schon einmal durch steuerlich unzuverlässiges Verhalten aufgefallen, kann es Ihnen passieren, dass der Finanzbeamte Ihnen keine neue Steuernummer bzw. keine neue Umsatzsteuernummer zuteilen möchte. Gegen diese Ablehnung (= ein Verwaltungsakt) müssen Sie mit einem Einspruch und dem dezenten Hinweis auf einen brandaktuellen Beschluss des Bundesfinanzhofs vorgehen (BFH, Beschluss v. 17.7.2019, Az. V B 28/19, veröffentlicht am 8.8.2019).

Darum ging es in dem Beschluss: In dem Beschluss ging es um einen Fall, in dem ein Unternehmer schon einmal Insolvenz beantragen musste, eine neues Unternehmen anmeldete und schon beim Ausfüllen des Fragebogens für die steuerliche Erfassung seinen steuerlichen Pflichten nicht nachkam. Das Finanzamt verweigerte die Zuteilung einer Umsatzsteuernummer. Zu Unrecht, wie die Richter des Bundesfinanzhofs klarstellten. Die Zuteilung der Umsatzsteuernummer kann nur verweigert werden, wenn das Finanzamt eindeutige Hinweise für eine (geplante) Steuerhinterziehung hat.

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.)

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) bekommen Sie auf zwei Arten. Entweder beantragen Sie diese speziell für Umsatzsteuerzwecke notwendige Nummer direkt im Elster-Fragebogen für die steuerliche Erfassung bzw. im Gründerfragebogen beim Finanzamt oder Sie wenden Sie nach Zuteilung einer Steuernummer vom Finanzamt beim Bundeszentralamt für Steuern und bitten um Zuteilung einer USt-IdNr.

Die USt-IdNr. benötigen Sie, wenn Sie einen Kunden mit Ansässigkeit im EU- bzw. EWR-Ausland haben und mit diesem Geschäftsbeziehungen im Dienstleistungs- oder Warenverkehr haben. Sind Sie nicht ganz sicher, ob Sie die USt-IdNr. wirklich benötigen, beantragen Sie diese am besten gleich im Fragebogen des Finanzamts. Das ist einfacher als die Beantragung beim Bundeszentralamt für Steuern.

Praxis-Tipp 1: Selbst wenn Sie keine Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen mit Ansässigkeit in einem EU-Staat haben oder planen, kann die USt-IdNr. nützlich sein. Denn in Ihren Ausgangsrechnungen an Kunden erwartet das Finanzamt die Angabe Ihrer Steuernummer oder eben die Angabe der USt-IdNr. Geben Sie die USt-IdNr. an, wissen Kunden und auch Konkurrenten nicht, bei welchem Finanzamt Sie erfasst sind.

Praxis-Tipp 2: Die USt-IdNr. teilt Ihnen nur das Finanzamt oder eben direkt das Bundeszentralamt für Steuern zu. Niemand anderes ist dazu berechtigt. Landet ein Schreiben in Ihrem Briefkasten, dass Firmen Ihnen eine Unternehmensnummer gegen Bezahlung zuweisen, handelt es sich meist um Betrüger. Diese Unternehmer teilen Ihnen in aller Regel eine Nummer in einem Unternehmensregister zu, in dem Sie Werbung für Ihr Unternehmen machen. Mit der USt-IdNr. für steuerliche Zwecke hat das rein gar nichts zu tun.

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