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Steuertipp Steuerliches Risiko bei Werbegeschenken

Bei einem Streitfall vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg kippten der Betriebsausgaben- und der Vorsteuerabzug, weil die Ausgaben für einen Kalender mit Firmenlogo nicht als "Geschenke" verbucht wurden, sondern als Werbeaufwendungen. Was dahinter steckt.

Manchmal lösen Urteile zum Steuerrecht und das kleinliche Vorgehen der Finanzämter fassungsloses Kopfschütteln aus. Ein solches Urteil hat nun das Finanzgericht Baden-Württemberg veröffentlicht. Im Endeffekt geht es um Kalender mit Firmenlogo, die Kunden geschenkt wurden. Da die Ausgaben dafür nicht als "Geschenke" verbucht wurden, sondern als Werbeaufwendungen, kippten der Betriebsausgaben- und der Vorsteuerabzug.

Hintergrund: Bei Geschenken müssen Sie mehrere Hürden nehmen, bevor das Finanzamts grünes Licht für den Betriebsausgabenabzug und für die Vorsteuererstattung gibt. Folgende Voraussetzungen sind danach zu beachten:

  • Die Geschenkeaufwendungen pro Beschenktem und Jahr dürfen netto (also ohne Umsatzsteuer) maximal 35 Euro betragen.
  • Es müssen Aufzeichnungen geführt werden, wer die Geschenke erhalten hat.
  • Geschenke müssen getrennt von den übrigen Betriebsausgaben aufgezeichnet werden (§ 4 Abs. 7 EStG).

Diese letzte Voraussetzung wurde dem Unternehmer in dem Streitfall vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg zum Verhängnis. Denn er verbuchte die Ausgaben für die Kalender mit seinem Firmenlogo nicht getrennt von den übrigen Betriebsausgaben als Geschenk, sondern wie viele anderen Unternehmer wohl auch als Werbeaufwand. Folge: Der Betriebsausgabenabzug und die Vorsteuererstattung waren dahin (FG Baden-Württemberg, Urteil v. 12.4.2016, Az. 6 K 2005/11; Pressemitteilung v. 15.6.2016).

Das letzte Wort in diesem Fall hat nun der Bundesfinanzhof. Doch leider ist nicht zu erwarten, dass die Richter in München anders entscheiden. Denn die Aufzeichnungsvorschrift nach § 4 Abs. 7 EStG ist eindeutig entweder erfüllt oder eben nicht.

Steuertipp:

Damit Ihnen nicht dasselbe steuerliche Schicksal blüht, wie dem Unternehmer im Urteilsfall, empfiehlt es sich, Werbegeschenke als "Geschenke" zu verbuchen und nicht mehr als Werbeaufwendungen. Kleinlich, aber wohl nicht zu vermeiden.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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