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Steuertipp Steuerliche Privatnutzung des Firmenwagens – nein danke

Befinden sich im Betriebsvermögen einer KG mehrere Firmenwagen, unterstellt das Finanzamt bei fehlenden Fahrtenbüchern, dass jedes dieser Fahrzeuge auch privat genutzt wird. Folge: Für jeden Wagen muss ein privater Nutzungsanteil versteuert werden. Doch nicht in jedem Fall, wie ein aktuelles Urteil zeigt.

In dem Streitfall beim Finanzgericht Münster befand sich im Betriebsvermögen einer Kommanditgesellschaft ein BMW X3. Es wurde kein privater Nutzungsanteil versteuert. Zwar wurde kein Fahrtenbuch geführt, doch die beiden Kommanditisten gaben an, im Privatvermögen gleichwertige Fahrzeuge zu haben (BMW 7590, BMW Z 4, BMW 530d und Mercedes S 420). Deshalb wurde der betriebliche Pkw nicht privat genutzt.

Überraschendes Urteil verneint Versteuerung eines Privatnutzungsanteils

Überraschenderweise glaubten die Richter des Finanzgerichts Münster den Aussagen der Kommanditisten und gaben ihnen Recht, keinen Privatnutzungsanteil für den betrieblichen BMW X3 versteuern zu müssen, weil sie im Privatvermögen mehrere gleichwertige Fahrzeuge nutzen (FG Münster, Urteil vom 21. März 2018, Az. 7 K 388/17 G).

Steuertipp: Das Urteil des Finanzgerichts Münster ist sicherlich kein Maßstab für alle Unternehmer in vergleichbaren Situationen. Entscheidend ist: Das Finanzamt muss die Privatnutzung nachweisen. Gelingt das nicht, können vergleichbare private Pkws tatsächlich dazu führen, dass kein Privatnutzungsanteil versteuert werden muss. Findet das Finanzamt aber nur eine Rechnung, die eine Privatnutzung belegt, greifen die Urteilsgrundsätze des Finanzgerichts Münster nicht mehr. dhz

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