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Steuertipp Steuerliche Behandlung von Zuzahlungen für Bereitschaftsdienst

In vielen Handwerksbetrieben sind Bereitschaftsdienstzeiten am Wochenende, in der Nacht und an Feiertagen üblich. Doch wie werden Zusatzvergütungen an Mitarbeiter lohnsteuerlich behandelt? Ein Urteil des Bundesfinanzhofs gibt Aufschluss, wann die Zuschläge steuerfrei sind und wann nicht.

In dem entschiedenen Urteilsfall beim Bundesfinanzhof erhielten Mitarbeiter, die im Bereitschaftsdienst tätig waren pauschal zusätzlich zum Grundlohn ohne Rücksicht darauf vergütet, ob die Tätigkeit an einem Samstag oder an einem Sonntag erbracht wird. Aufgrund der pauschalen Zahlung, ohne Überprüfung, ob tatsächlich Sonntags-, Feiertags- oder Nacharbeit erbracht wurde, sind die Zuzahlungen zum Bereitschaftsdienst nicht nach § 3b Abs. 1 EStG lohnsteuerfrei (BFH, Urteil v. 29.11.2016, Az. VI R 61/14; veröffentlicht am 8.3.2017).

Voraussetzung für Steuerfreiheit der Zahlungen

Steuerfrei sind Zuschläge zur Sonntags-, Feiertags- oder Nacharbeit nach § 3b Abs. 1 EStG nur, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Die Zuschläge müssen neben dem Grundlohn geleistet werden. Sie dürfen nicht Teil einer einheitlichen Entlohnung für die gesamte Tätigkeit sein.
  • Ferner ist eine Einzelaufstellung notwendig, an welchen Tagen tatsächlich wie viele Stunden an Sonntagen, Feiertagen oder zur Nachtzeit gearbeitet wurde.
 

Steuertipp: Sollten Sie aufgrund des BFH-Urteils steuerliche Probleme mit den Zuzahlungen für einen Bereitschaftsdienst erwarten, sollten Sie die vertraglichen Vereinbarungen anpassen und zusammen mit Ihrem Steuerberater die Modalitäten so festlegen, dass die Steuerfreiheit für die Zuschläge zur Anwendung kommen kann. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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