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Steuertipp Steuererklärungen 2018: Bei Nachzahlungen auf Steuerbescheid pochen

Hat Ihr Steuerberater Ihre Steuererklärungen 2018 Ende Februar 2020 ans Finanzamt übermittelt und es wird zu einer hohen Steuernachzahlung kommen, sollten Sie darauf pochen, dass das Finanzamt die Steuererklärung vorrangig bearbeitet. Denn warten Sie zu lange, entstehen ab April Nachzahlungszinsen.

In Zeiten der Corona-Krise sollen alle Innendienstmitarbeiter vorrangig Anträge auf Steuererleichterungen bearbeiten und die eingegangenen und eingehenden Steuererklärungen erst einmal liegen lassen. Doch besser wäre es, wenn das Finanzamt Steuererklärungen mit einer hohen Steuernachzahlung sofort bearbeiten würde. Dann entstehen nur geringe Nachzahlungszinsen.

Ein Urteil zeigt, dass trotzdem Nachzahlungszinsen geleistet werden müssen, selbst wenn der Grund für die Verzögerung der Bearbeitung der Steuererklärung beim Sachbearbeiter im Finanzamt liegt (BFH, Urteil v. 3.12.2019, Az. VIII R 25/17).

Beispiel: Aus der eingereichten Steuererklärung 2018 erwartet die selbständige Handwerkerin Huber eine Einkommensteuernachzahlung von 18.000 Euro. Hakt sie beim Finanzamt nicht nach und der Steuerbescheid wird deshalb erst im Dezember 2020 verschickt, muss sie 4 Prozent (April bis November), also 720 Euro Zinsen ans Finanzamt bezahlen.

Steuertipp: Auch wenn das notwendige Geld für die Steuernachzahlung 2018 fehlt, sollte auf vorrangige Bearbeitung gepocht werden. Denn ergeht der Steuerbescheid 2018 noch im April 2018, fallen keine Nachzahlungszinsen an. Für die Steuernachzahlung selbst kann eine zinslose Stundung bis zum 31. Dezember 2020 beantragt werden, wenn man nachweislich von der Corona-Krise betroffen ist.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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