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Steuertipp Steuererklärung: Zusammenveranlagung trotz Trennung

Eine Frau beantragte die steuerliche Einzelveranlagung, um ihrem Ex-Mann zu schaden. So hätte er deutlich höhere Steuern bezahlen müssen. Das Finanzamt vereitelte ihren Racheplan.

Ehegatten haben grundsätzlich ein Wahlrecht, ob sie zusammen oder einzeln veranlagt werden. Doch stellt ein Ehegatte einen Antrag auf Einzelveranlagung, nur um seinen Ex-Partner zu schaden, spielt das Finanzamt meist nicht mit.

In einem Urteilsfall vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz lebte ein Ehepaar seit Juni getrennt und wurde zwei Jahre später offiziell geschieden. Der Ehemann verdiente sehr gut, die Einkünfte der Ehefrau lagen bei rund 10.000 Euro. Steuererklärungen für 2001 bis 2005 gaben die Eheleute nicht ab. Nach einer Fahndungsprüfung erhielten die Eheleute Steuerbescheide für die Jahre 2001 bis 2005. Die Bescheide sahen die Zusammenveranlagung vor.

Einzelveranlagung abgelehnt: Racheplan ging nicht auf

Doch die Ehefrau wollte ihrem Ehemann finanziell schaden und beantragte deshalb nachträglich die Einzelveranlagung. Die Folge wäre, dass der Ehemann deutlich mehr Steuern zahlen müsste. Die Ehefrau dagegen wegen nur geringer Einkünfte keinen Cent (FG Rheinland-Pfalz, Beschluss v. 16. März 2011, Az. 6 V 1158/11).

Doch der Racheplan der Ehefrau ging nicht auf. Denn die Ehefrau ist durch die Bescheide nicht belastet. Der einzige Grund für die Antragstellung sei die finanzielle Schädigung des Ex-Ehegatten. Aus diesem Grund lehnten das Finanzamt und die Richter des Bundesfinanzhofs den Antrag auf Einzelveranlagung ab. dhz

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