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Steuertipp Steueranrechnung für Straßenanlieferbeiträge: Nicht verunsichern lassen

Werden Sie als Eigentümer einer Immobilie, die Sie selbst nutzen, von der Gemeinde zur Zahlung von Straßenanlieferbeiträgen für den Ausbau von Gehwegen und der Straßenbeleuchtung verdonnert, lehnt das Finanzamt derzeit eine Steueranrechnung für Handwerkerleistungen in Höhe von 20 Prozent, maximal 1.200 Euro pro Jahr ab.

Die Sachbearbeiter im Finanzamt verweisen auf ein aktuelles Urteil (FG Rheinland-Pfalz, Urteil v. 18.10.2017, Az. 1 K 1650/17). Sie sollen dennoch auf die Steueranrechnung beharren. Denn das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz ist noch nicht das letzte Wort in dieser Angelegenheit. Das letzte Wort haben die Richter des Bundesfinanzhofs in einem Revisionsverfahren (BFH, Az. VI R 50/17).

Problem mit der Steueranrechnung: Arbeiten finden nicht "im" Haushalt statt

Die Sachbearbeiter im Finanzamt und die Richter des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz lehnen die Steueranrechnung für Handwerkerleistungen für solche Straßenanlieferbeiträge ab, weil die entsprechenden Arbeiten nicht "im" Haushalt stattfinden.

Es gibt jedoch viele Urteile, die eine Steueranrechnung erlauben, wenn die Kosten in einem räumlich-funktionalen Zusammenhang mit dem Haushalt stehen. Und ob das der Fall ist, wird der Bundesfinanzhof in Kürze höchstrichterlich klären.

Steuertipp: Legen Sie in vergleichbaren Fällen gegen nachteilige Steuerbescheide also trotz des Negativ-Urteils des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz Einspruch ein und beantragen bis zur endgültigen Entscheidung des Bundesfinanzhofs das Ruhen des Einspruchsverfahrens. So wahren Sie Ihre Chancen auf die Steueranrechnung, sollten die BFH-Richter zu Ihren Gunsten entscheiden. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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