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Steuertipp Steueranrechnung für Handwerkerleistungen: Nicht für Werkstattarbeiten

Baut ein Handwerker bei einem Kunden die Haustüre aus, nimmt sie mit in die Werkstatt, repariert sie dort und baut sie wieder ein, gibt es für die Arbeiten in der Werkstatt keine Steueranrechnung für Handwerkerleistungen nach § 35a Abs. 3 EStG. Eine Steueranrechnung für den Kunden winkt dennoch - sofern die Rechnung richtig ausgestellt wurde.

In einem Urteilsfall reparierte ein Handwerker die Haustür eines Kunden in seiner Werkstatt. Der Kunde beantragte für die abgerechnete Arbeitsleistung eine Steueranrechnung von 20 Prozent für Handwerkerleistungen. Doch Finanzamt und Finanzgericht lehnten ab. Da die Arbeiten in der Werkstatt stattgefunden haben und nicht im Haushalt, kippt die Steueranrechnung (FG Nürnberg, Urteil v. 4.8.2017, Az. 4 K 16/17).

Damit stellten sich die Richter auch gegen ein Urteil des Finanzgerichts München, das die Steueranrechnung für die Arbeitsleistung in der Werkstatt überraschenderweise anerkannt hatte (siehe DHZ-Beitrag hier). Dieses Urteil wurde von den Finanzämtern jedoch nie akzeptiert.

Steuertipp: Eine Steueranrechnung gibt es dennoch. Denn wird in der Rechnung die Arbeitsleistung sauber getrennt, winkt die Steueranrechnung zumindest für die Arbeitskosten für den Aus- und Einbau der Haustüre, sowie für die Fahrtkosten zum Kunden. Weist die Rechnung allerdings nur einen einzigen Posten für die Arbeitsleistung aus, wird das Finanzamt die Steueranrechnung wiederum ablehnen. Eine Schätzung der Arbeitszeit im Haushalt wird leider nicht anerkannt. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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