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Steuertipp Steueranrechnung für die Hundebetreuung: Unmöglich?

Haben Sie einen Hund und lassen diesen von einem selbständigen Dienstleister unter Tags betreuen, weil Sie den Hund nicht in den Außendienst zu Kunden mitnehmen können? Dann sollte doch eine Steueranrechnung für haushaltsnahe Dienstleistungen drin sein. Oder nicht? Nein, meint aktuell des Finanzgericht Berlin-Brandenburg und liefert die passende Begründung.

Im Jahr 2015 stellte der Bundesfinanzhof klar, dass es für die Hundebetreuung tatsächlich eine Steueranrechnung für haushaltsnahe Dienstleistungen nach § 35a Abs. 2 EStG geben kann. Die Steueranrechnung beträgt 20 Prozent der abgerechneten Arbeitsleistung, maximal 4.000 Euro pro Jahr (BFH, Urteil v. 3.9.2015, Az. VI R 13/15; Steueranrechnung für Gassi-Runde).

Kosten für die Hundebetreuung ohne Steuerabzug

Prima dachte sich ein anderer Hundebesitzer und ließ seinen Hund ganztägig von einem selbständigen Dienstleister betreuen. Die Betreuung kostete ihn pro Jahr 4.900 Euro und umfasste Gassi-gehen in der Nähe des Hauses, den Transport zum Haus des Hundebetreuers und nachmittags die Rückfahrt zum Hundebesitzer. Dafür beantragte er eine Steueranrechnung und erlitt sowohl beim Finanzamt als auch vor Gericht eine Schlappe. Die Anrechnung wurde verweigert.

Steuertipp: Bei einer ganztägigen Hundebetreuung fehlt es am erforderlichen Haushaltsbezug. Denn eine ganztägige Betreuung des Tiers würde von einem Mitglied des Hauses nicht erbracht werden (FG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 7.11.2018, Az. 7 K 7101/16). Planen Sie also eine ganztägige Betreuung für Ihren Hund, kalkulieren Sie bei Abschluss des Betreuungsvertrags ein, dass es mit der Steuererstattung für diese Leistungen nicht klappen dürfte. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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