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Steuerliche Änderungen Steuer: Das ist neu 2016

Wie jedes Jahr stellen die steuerlichen Neuregelungen Handwerksbetriebe vor neue Herausforderungen. Diese Änderungen sollten Handwerker kennen.

Steueränderungen 2016
Neue Pauschbeträge für Reisen und höhere Buchführungsgrenzen sind zwei der Steueränderungen 2016. -

Neben dem sowieso schon stressigen Alltag muss sich der Betriebsinhaber ab 1. Januar 2016 auf die gesetzlichen Änderungen einstellen. Zusätzlich sind noch aktuelle Infoschreiben des Bundesfinanzministeriums zu beachten, die ebenfalls Steueränderungen 2016 beinhalten. Hier die wichtigsten Steueränderungen 2016 im Überblick.

Neue Pauschbeträge für Reisen

Ist ein Unternehmer oder ein Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen im Ausland eingesetzt, kann er je nach Reiseland unterschiedlich hohe Verpflegungspauschalen als Betriebsausgaben beziehungsweise Werbungskosten abziehen. Für Auslandsreisen gelten für viele Länder ab 1. Januar 2016 neue Pauschalen (BMF-Schreiben, Az.: IV C 5 – S 2353/08/10006:006).

Zu beachten: Übernachtungskosten im Ausland dürfen nur in nachgewiesener Höhe abgezogen werden. Die in dem BMF-Schreiben vom 9. Dezember 2015 aufgeführten Übernachtungspauschalen gelten nur, wenn ein Arbeitgeber seinem Mit­arbeiter ohne Belege Übernachtungskosten steuerfrei erstatten möchte.

Investitionsabzugsbetrag variabler

Erfüllen Sie 2016 die Voraussetzungen für den Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG, können Sie für geplante Investitionen in den Jahren 2017 bis 2019 bereits 2016 40 Prozent der voraussichtlichen Investitionskosten vom Gewinn abziehen. Neu ist, dass Sie dem Finanzamt nicht mehr die Funktion des Gegenstandes benennen müssen, den Sie in den nächsten Jahren kaufen möchten.

Vorteil: Egal, für welchen Gegenstand Sie später investieren, bleibt es beim  Investitionsabzugsbetrag. Bisher mussten Sie ganz detailliert sagen, wofür Sie investieren möchten. Haben Sie dann einen anderen Gegenstand gekauft, war der Investitionsabzugsbetrag unzulässig und das Finanzamt forderte die Steuervorteile aus dem Abzugsjahr zurück.

Tipp: Kalkulieren Sie Ihren Gewinn 2016 mit dem Investitionsabzugs­betrag und beantragen Sie die ­Herabsetzung der laufenden Vor­auszahlungen 2016 zur Einkommen- und Gewerbesteuer beim Finanzamt.

DHZ-Adventskalender

Das wird neu 2016

Weitere wichtige Neuerungen für das Jahr 2016 finden Sie ab dem 1. Dezember  in unserem DHZ-Adventskalender.

Bis Weihnachten informiert Sie die Deutsche Handwerks Zeitung nun jeden Tag beispielsweise über neue Gesetze, Verordnungen oder Änderungen bei Versicherungen, auf die Sie sich im kommenden Jahr einstellen müssen.

Höhere Buchführungsgrenzen

Ab 1. Januar 2016 gelten neue ­Buchführungsgrenzen. Liegt der Umsatz des Jahres 2016 nicht über 600.000 Euro und der Gewinn nicht über 60.000 Euro, dürfen selbstständige Handwerker ihren Gewinn nach der einfachen Einnahmen-Überschussrechnung gemäß § 4 Abs. 3 EStG ermitteln (§ 141 Abgabenordnung). Wurden Sie zum 1. Januar 2016 zur Bilanzierung aufgefordert, obwohl die Umsätze der Vorjahre unter den neuen Höchstbeträgen lagen, können Sie beim Finanzamt einen Billigkeitsantrag nach § 148 Abgabenordnung stellen. Stimmt das Finanzamt zu, müssen Sie ab 1. Januar 2016 nicht bilanzieren.

Höherer Grundfreibetrag

Steuern werden 2016 nur fällig, wenn das zu versteuernde Einkommen eines ledigen Steuerzahlers über dem Grundfreibetrag von 8.652 Euro liegt. Bei verheirateten Steuerzahlern greift das Finanzamt erstmals mit Steuern zu, wenn der Grundfreibetrag von 17.304 Euro überschritten wird.

Abzug für Rentenversicherungsbeitrag

Leistet ein selbstständiger Hand­werker Beitragszahlungen in eine ­Basis-Rentenversicherung (sogenannte ­Rürup-Rente), darf er 2016 82 Prozent seiner Beitragszahlungen, maximal jedoch 18.669 Euro/37.338 Euro (ledig/verheiratet), als steuersparende Sonderausgaben abziehen.

Kurz und bündig

Faktorverfahren: Beantragen Ehegatten die  Lohnsteuerklasse IV/IV mit Faktor, bleibt diese Steuerklassenkombination für zwei Jahre erhalten – also für die Jahre 2016 und 2017.

Lohnsteuerfreibetrag: Arbeitnehmer, die beim Finanzamt einen Lohnsteuer­freibetrag 2016 beantragen, müssen für 2017 nicht erneut einen Lohn­steuerermäßigungsantrag stellen. Der Lohnsteuerfreibetrag 2016 gilt automatisch im Jahr 2017 weiter.

Unterhaltsleistungen: Unterstützt ein Unternehmer Kinder oder Eltern finanziell, darf er ab 2016 dafür 8.652 Euro (2014: 8.472 Euro) plus die Beitragszahlungen der unterstützten Person zur Kranken- und Pflegeversicherung als außergewöhnliche Belastung abziehen. Hat die unterstützte Person eigene Einkünfte über 624 Euro, mindert sich dieser Höchstbetrag.

Mahlzeiten: Stellt ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern unentgeltlich oder verbilligt eine Mahlzeit zu Verfügung, sind diese Mahlzeiten bei der Lohnsteuer mit den Sachbezugswerten zu erfassen. Die neuen Sachbezugswerte 2016 für ein Frühstück betragen 1,67 Euro und für ein Mittag- oder Abendessen 3,10 Euro (BMF, Schreiben v. 9.12.2015, Az. IV C 5 – S 2334/15/10002).

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