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Last-Minute-Tipps für die Steuererklärung Steuer 2018: 15 Tipps, die Sie jetzt noch umsetzen können

Am 31. Juli endet die Abgabefrist für die Steuererklärung 2018. Hier eine Auswahl an Top-Steuertipps für alle Typen von Steuerzahlern – egal ob Unternehmer, Arbeitnehmer, Rentner oder Vermieter.

Wer zur Abgabe einer Steuererklärung 2018 verpflichtet ist, muss diese pünktlich zum 31. Juli 2019 ans Finanzamt übermitteln. Ausnahme: Ist ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein mit der Erstellung der Erklärungen beauftragt, bleibt für die Abgabe Zeit bis Ende Februar 2020.

1. Fristverlängerung beantragen

Wer in ein paar Tagen seine Erklärung 2018 abgeben muss, das aber auf keinen Fall schaffen wird, sollte das Finanzamt telefonisch oder schriftlich um eine Fristverlängerung bitten. Das ist wichtig. Denn wer erst reagiert, wenn die erste Mahnung vom Finanzamt kommt, riskiert einen Verspätungszuschlag. Bei einer plausiblen Begründung (Arbeitsüberlastung, eigene Krankheit, Krankheit in der Familie, fehlende Belege) winkt in der Regel einen Aufschub von zwei bis drei Monaten.

2. Neue Sonderabschreibung

Möglicherweise profitieren Sie als Vermieter bereits 2018 von der neuen 5-prozentigen Sonderabschreibung nach § 7b EStG. Diese gibt es, wenn Sie neuen Mietwohnraum geschaffen haben und der Bauantrag oder die Bauanzeige nach dem 31. August 2018 erfolgte. 2018 ist die Sonderabschreibung denkbar, wenn Sie ein bisher nicht ausgebautes Dachgeschoss zu Mietwohnungen umgewandelt haben. Ausführliche Informationen dazu finden Sie hier.

3. Vorsteuerabzug für ­Privat-Pkw

Haben Sie sich 2018 einen Privat-Pkw gekauft und diesen auch für Ihren Betrieb genutzt, sollten Sie unbedingt nachrechnen, wie hoch der Umfang der betrieblichen Nutzung war. Denn lag die betriebliche Nutzung 2018 bei mindestens 10 Prozent, können Sie in der Umsatzsteuerjahreserklärung 2018 eine Vorsteuererstattung aus dem Kaufpreis und aus den laufenden Kosten beantragen.

Kleiner Wermutstropfen: Im Gegenzug müssen Sie Umsatzsteuer für die nichtunternehmerische Nutzung ans Finanzamt zahlen. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie die Zuordnung des Privat-Pkw zum umsatzsteuerlichen Unternehmensvermögen bis spätestens 31. Juli 2019 beim Finanzam t anzeigen. Entweder durch Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung 2018 oder durch einen Brief ans Finanzamt.

4. Sonderzahlungen absetzen

Sind Sie Unternehmer und mussten sich 2018 von Familienmitgliedern für betriebliche Zwecke ein Auto oder einen Computer ausleihen und haben dafür bezahlt, können Sie diese Zahlungen als Betriebsausgaben vom Gewinn abziehen. Im Gegenzug muss der Empfänger die Zahlung als sonstige Einkünfte versteuern.
Ausnahme: Der Empfänger muss nichts versteuern, wenn seine sonstigen Einkünfte 2018 unter 256 Euro lagen (§ 22 Nr. 3 EStG).

5. Unfallkosten bei Arbeitnehmern

Haben Sie 2018 auf dem Arbeitsweg einen Unfall mit Ihrem Privat-Pkw verursacht und der Schaden wird nicht mehr repariert, können Sie dem Finanzamt möglicherweise dafür trotz fehlender Ausgaben steuersparende Werbungskosten präsentieren. Sie müssen dem Finanzamt dazu den steuerlichen Buchwert und den Wert nach dem Unfall laut Gutachten mitteilen. Den Differenzbetrag dürfen Sie als Werbungskosten abziehen. Das funktioniert aber nur für Privatfahrzeuge, deren Kauf noch nicht länger als acht Jahre her ist.

6. Trinkgeld für den Chef

Bei der unangekündigten Kassen-Nachschau oder bei Betriebsprüfungen suchen Finanzbeamte gezielt nach Trinkgeldern an den Unternehmer. Denn diese sind einkommen- und umsatzsteuerpflichtig. Fehlen die Aufzeichnungen zu Trinkgeldern, wird das Finanzamt die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung kippen. Es drohen hohe Zuschätzungen zum Umsatz und Gewinn. Falls noch nicht geschehen, sollten Trinkgelder des Unternehmers also in der Gewinnermittlung 2018 als Betriebseinnahme und in der Umsatzsteuererklärung 2018 als Umsatz erklärt werden. Trinkgelder an angestellte Mitarbeiter sind dagegen steuerfrei.

7. Unterbrechung der Auswärtstätigkeit

Unternehmer und Arbeitnehmer, die 2018 das ganze Jahr auf derselben Baustelle gearbeitet haben, können nur für die ersten drei Monate dieser Auswärtstätigkeit Verpflegungspauschalen steuerlich absetzen. Doch hier gibt es eine Ausnahme. Denn wurde die Tätigkeit auf der Baustelle im Jahr 2018 nachweislich um mindestens vier Wochen unterbrochen (Krankheit, Urlaub, Fortbildung, Einsatz an anderer Baustelle), beginnt die Dreimonatsfrist von neuem zu laufen.

Beispiel: Sie waren von 2017 bis Ende 2018 auf derselben Baustelle eingesetzt. Im Sommer 2018 waren Sie für sechs Wochen nicht auf dieser Baustelle. Fuhren Sie täglich nach Hause, bringt Ihnen diese Unterbrechung 2018 einen zusätzlichen Werbungskostenabzug. Und zwar für Verpflegungspauschalen in Höhe von 1.080 Euro (90 Tage x 12 Euro).

8. Schätzung bei Ebay

Haben Sie 2018 bei Wohnungsauflösungen mitgeholfen, durften Gegenstände gratis mitnehmen oder billig kaufen und haben diese auf Ebay versteigert, liegt ein gewerblicher Handel vor.

Folge: Der Gewinn ist zu versteuern. Doch wie ermitteln Sie den Gewinn, wenn Sie gar keine Ausgaben für die versteigerten Gegenstände hatten oder keine Quittungen für Ihre Zahlungen bekommen haben? Nach einem Gerichtsurteil dürfen Sie 60 Prozent der Versteigerungserlöse als Betriebsausgaben geltend machen.

9. Steueranrechnung für Handwerkerleistungen

Ist 2018 Ihr Eigenheim fertiggestellt worden, können Sie nach Auffassung vieler Sachbearbeiter in den Finanzämtern für Handwerkerleistungen keine Steueranrechnung nach § 35a Abs. 3 EStG beantragen, weil Neubaumaßnahmen nicht begünstigt sind.

Ausnahme: Fallen die Ausgaben für Handwerker erst nach Fertigstellung (= Bezugsfertigkeit des Neubaus) an, winkt die Steueranrechnung für Handwerkerleistungen in Höhe von 20 Prozent der abgerechneten Arbeitsleistung, maximal jedoch in Höhe von 1.200 Euro pro Jahr.

10. Pflegepauschbetrag beantragen

Haben Sie 2018 Ihre Eltern oder Schwiegereltern bei sich oder bei ihnen zu Hause betreut, weil sie hilflos waren (Pflegestufe 4 und 5), können Sie in Ihrer Steuererklärung dafür für jede betreute Person einen Pflege-Pauschbetrag in Höhe von 924 Euro geltend machen. Wichtig: Sie dürfen kein Geld für die Betreuung bekommen haben.

11. Sonderfall Behinderung & Urlaub

Sind Sie ein Mensch mit Behinderung und in Ihrem Behindertenausweis steht das Merkzeichen "H", "G" oder "B" mit dem Hinweis "Die Notwendigkeit ständiger Begleitung ist nachgewiesen", können Sie zusätzlich zum Behinderten-Pauschbetrag für die Kosten einer Begleitperson im Urlaub bis zu 767 Euro als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzen. Um Ärger mit dem Finanzamt zu vermeiden, sollten Sie sich die Notwendigkeit der Begleitung durch einen Amtsarzt attestieren ­lassen.

12. Verluste aus Ehrenamt

Waren Sie 2018 ehrenamtlich als Übungsleiter tätig, steht Ihnen der sogenannte Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG zur Verfügung. Danach sind Einkünfte in Höhe von 2.400 Euro aus dem Ehrenamt steuerfrei. Doch was passiert bei Verlusten aus Ihrem ehrenamtlichen Engagement? Geht es nach dem Finanzamt, werden Verluste nur anerkannt, wenn sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben jeweils mehr als 2.400 Euro betragen.

Das sieht der Bundesfinanzhof anders. Verluste sind immer abziehbar, soweit eine Gewinnerzielungsabsicht besteht (BFH, Az.: VIII R 17/16). Sie können dem Finanzamt also Ihre Verluste aus dem Ehrenamt präsentieren und mit anderen Einkünften steuersparend verrechnen.

13. Steuersparmodell Kind

Bekommen Sie für Ihr Kind, das sich noch in Ausbildung befindet, Kindergeld? Wenn ja, können Sie die Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung des Kindes in Ihrer Steuererklärung als Sonderausgaben ansetzen. Verweigert das Finanzamt den Sonderausgabenabzug, weil Sie dem Kind das Geld für die Versicherungsbeträge nicht erstattet haben, lohnt sich Gegenwehr.

Denn das Bundesfinanzministerium hat klargestellt, dass es für den Sonderausgabenabzug ausreicht, wenn die Eltern ihren Unter­haltspflichten nachkommen (BMF, Schreiben v. 03.04.2019, IV C 3 – S 2221/10/10005:005).

14. Ermäßigungsantrag bei Erbschaft

Mussten Sie für ein geerbtes Gebäude Erbschaftsteuer bezahlen, verkauften dieses 2018 innerhalb der Zehnjahresfrist und müssen deshalb 2018 Spekulationsgewinn versteuern, können Sie in der Einkommensteuererklärung eine anteilige Steueranrechnung der Erbschaftsteuer auf die Einkommensteuer nach § 35b EStG beantragen. Den Antrag stellen Sie in der Einkommensteuererklärung 2018, indem Sie in Zeile 92 des Mantelbogens die Zahl 1 eintragen.

15. Geschenke an Geschäftsfreunde

Bei Geschenken an Geschäftsfreunde gilt der Grundsatz, dass die Kosten für Präsente nur als Betriebsausgaben von den Einnahmen abgezogen werden dürfen, wenn die Kosten netto nicht mehr als 35 Euro pro Jahr und Empfänger betragen. Doch davon gibt es bei der Gewinnermittlung 2018 eine Ausnahme. Haben Sie einem Geschäftspartner im vergangenen Jahr ein Präsent überreicht, das dieser ausschließlich betrieblich verwenden kann, spielen die Kosten keine Rolle und dem Betriebsausgabenabzug 2018 steht nichts im Weg.

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