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Steuertipp Steuer-1x1 für Steuerzahler mit Behinderung

Menschen mit Behinderung genießen steuerlich einige Privilegien. Profitieren kann aber nur, wer tatsächlich Steuern gezahlt hat und eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreicht. Hier die wichtigsten Infos zum Thema "Behinderung & Steuern".

Behinderten-Pauschbetrag

Leiden Sie an einem körperlichen oder seelischen Handicap, sollten Sie Ihren Arzt unbedingt darauf ansprechen, ob für Sie vielleicht ein Grad der Behinderung festgestellt werden kann. Zuständig für die Bescheinigung einer Behinderung ist ein ärztlicher Gutachter des Versorgungsamts. Wird eine Behinderung festgestellt, tragen Sie den Grad der Behinderung in Ihrer Steuererklärung in der Rubrik "außergewöhnliche Belastung" ein. Je nach dem Grad der Behinderung steht Ihnen einen steuersparender Behinderten-Pauschbetrag zwischen 320 Euro und 3.700 Euro zu. Vorteil: Sie müssen nichts weiter vorlegen als die Bescheinigung über die Behinderung. Weitere Rechnungen oder Nachweise sind nicht zu erbringen.

Liegen die von Ihnen selbst getragenen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Behinderung über dem Behinderten-Pauschbetrag können Sie auch diese höheren Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Dann gibt es allerdings den Behinderten-Pauschbetrag nicht mehr. Selbst wenn die selbst getragenen Kosten über dem Behinderten-Pauschbetrag liegen, bedeutet das noch lange nicht, dass Sie höhere Ausgaben abziehen dürfen. Denn das Finanzamt ermittelt ausgehend von Ihrem Familienstand und von der Höhe Ihrer Einkünfte eine zumutbare Belastung. Nur der Betrag, der über dieser zumutbaren Belastung liegt, wirkt sich steuersparend aus. Beispiel: Sie haben Anspruch auf einen Behinderten-Pauschbetrag von 320 Euro. Die tatsächlichen Kosten ermitteln Sie mit 2.200 Euro. Das Finanzamt ermittelt jedoch eine zumutbare Eigenbelastung von 2.000 Euro. Folge: Als außergewöhnliche Belastung sind nur 200 Euro abziehbar. Hier fahren Sie also mit dem Behinderten-Pauschbetrag besser. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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