Südthüringen -

61. Vollversammlung Stärkung der Innungen weiter im Fokus

Auf der 61. Vollversammlung der Handwerkskammer (HWK) Südthüringen fassten die 24 Mitglieder im BTZ Rohr-Kloster zwölf Beschlüsse und bestätigten die Berichte des Ehren- und Hauptamtes.

Im Bericht des Vorstandes appellierte Präsident Manfred Scharfenberger an die Innungsobermeister der Kreishandwerkerschaften, den zweiten „Treffpunkt Südthüringer Handwerk“ zahlenmäßig stärker zu besuchen. Bei einem Organisationsgrad der Innungen von rund 20 Prozent sei es an der Zeit, über die Zukunft der Handwerksorganisationen zu reden und Schlussfolgerungen für die weitere Zusammenarbeit zu ziehen.

Zusammenarbeit mit Innungen stärken

„Für das kommende Jahr möchten und werden wir verstärkt die Gespräche in den Innungen suchen und an Innungsversammlungen teilnehmen“, kündigte er an. Erstmalig führte die HWK Südthüringen in diesem Jahr eine Absolventenfeier für Auszubildende durch, die ihre Gesellen- oder Abschlussprüfungen vor einem Prüfungsausschuss der HWK Südthüringen absolviert haben und die viel Zuspruch bei allen Beteiligten fand. Im Interesse einer weiteren, konstruktiven Zusammenarbeit bot der Präsident den Kreishand­werkerschaften an, 2019 eine gemeinsame Absolventenfeier für alle erfolgreichen Prüfungsteilnehmer Südthüringens auszurichten.

Als wichtigen Schritt in der Zusammenarbeit zwischen Ehren- und Hauptamt bezeichnete er die Informationsreise von Mitgliedern der Vollversammlung, Innungsobermeistern, Handwerksjunioren und Mitgliedern des Berufsbildungsausschusses im Oktober nach Berlin, bei der durch den Suhler Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann (CDU) und weitere Referenten Einblicke in die parlamentarische Arbeit gegeben wurden. Im „Haus des Handwerks“, dem Sitz des ZDH, gab es aktuelle Informationen zur Imagekampagne und eine Diskussion zu aktuellen Handwerksthemen.

Die im Gespräch befindliche Mindestausbildungsvergütung für Lehrlinge und die Einführung von Tariflöhnen würden eine erhebliche Belastung für das Handwerk und den Mittelstand darstellen, lautete die derzeitige Einschätzung. Zur Datenschutz-Grundverordnung kritisierte er deren überzogene Auslegung in Thüringen, die die Zusammenarbeit der Ausbildungsbetriebe mit den Berufsschulen erschwere.

„Für uns ist es unerklärlich, dass die Berufsschulen unseren Handwerksbetrieben keine Informationen zum Ausbildungsstand der Lehrlinge geben dürfen und wir drängen hier auf eine zeitnahe Lösung“, erklärte er. Abschließend ging er auf den Stand der geplanten Sitzverlegung von Suhl nach Rohr-Kloster ein. „Der Prozess ist in Arbeit und die Betrachtungen und Analysen laufen und werden zu Vorschlägen für die Vollversammlungsmitglieder zusammengefasst“, sagte er.

Stärkung der Innungen weiter im Fokus

Hauptgeschäftsführerin Manuela Glühmann schätzte im Bericht des Hauptamtes ein, dass das Jahr 2018 erneut ein erfolgreiches für das Südthüringer Handwerk gewesen sei. Sie unterlegte das mit aktuellen Konjunkturzahlen und hob gleichzeitig hervor, dass das regionale Handwerk vor großen Herausforderungen stehe.

Rund 2.000 Mitgliedsunternehmen suchten aus den verschiedensten Gründen einen Unternehmensnachfolger. Sie informierte, dass die Organisationsstruktur der HWK Südthüringen mit den Säulen BTZ Rohr-Kloster und Gewerbeförderung, Finanzen und interne Dienste sowie Grundsatzfragen den neuen Aufgaben und Zielen der Selbstverwaltung angepasst wurde.

BTZ steht vor großen Herausforderungen

„Wir wissen, dass wir durch die Optimierung von Abläufen einiges abfedern können, doch muss ich klar sagen, dass wir für neue Entwicklungsfelder und Aufgaben nicht immer das Personal mit den dazu erforderlichen Qualifikationen und Kompetenzen im Haus haben“, stellte sie fest.

Dazu seien neue Überlegungen notwendig. Die Hauptgeschäftsführerin sprach zur Sicherung und Qualifizierung des Fachkräftebestandes in der Handwerkskammer und im BTZ Rohr-Kloster, zum Bildungsansatz und zur Einnahmenplanung für 2019, zur beruflichen Bildung und Berufsorientierung, zur Meisterausbildung, zum Auslandsgeschäft und zu Projekten wie dem „DigitalCoach“ und dem Aktions- und Karrieretag „Handwerk all-in“ am 6. April 2019, 10 bis 16 Uhr im BTZ Rohr-Kloster.


Parlament des Handwerks

Die Vollversammlung der HWK Südthüringen ist „das Parlament des Handwerks“ für den Kammerbezirk. Es wird alle fünf Jahre von den Mitgliedern der HWK Süd­thüringen gewählt, zuletzt im Oktober 2016. Von den 24 Mitgliedern vertreten 16 die Interessen der Arbeitgeber und acht die der Arbeitnehmer.

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