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Spurhalteassistent als Vorbote des automatisierten Fahrens MAN TGE: Mit der Doka über Straße und Baustelle

Mit seinem jüngsten Modell kann MAN nun breitere Käuferschichten im Handwerk ansprechen. Die Deutsche Handwerks Zeitung hat den TGE als Doppelkabine mit Pritsche getestet.

Vor reichlich zwei Jahren rollte im polnischen VW-Werk in Wrzesnia der erste MAN TGE vom Band. Inzwischen sind die Transporter des Lkw-Herstellers aus München in sichtbarer Zahl auf der Straße angekommen.

Doppelkabinen mit Pritsche, die sogenannten Dokas, sind im Bauhandwerk oder GaLa-Bau beliebte Fahrzeuge, können doch neben dem Material und Werkzeug bis zu sieben Personen mitfahren. Wenn das auch auf der zweiten Sitzreihe sicher kein Vergnügen ist, können sich der Fahrer und seine beiden Beifahrer nicht über mangelnden Platz oder Sitzkomfort beklagen.

Durch die Kooperation von MAN und VW profitiert der TGE natürlich von der langen Transportererfahrung bei Volkswagen. Alles ist solide verarbeitet, das Bedienkonzept schlüssig und an den Arbeitsalltag eines Handwerkers angepasst. So verwandelt sich der mittlere Sitz bei umgeklappter Rückenlehne in einen Frühstückstisch mit Becherhalter oder kann als Schreibtisch genutzt werden. Andererseits bietet sich unter den Sitzen wertvoller Stauraum, zum Beispiel für Schutzausrüstung oder kleinere Elektrowerkzeuge. Das praktische Ablagenpaket für die Dachgalerie kostet allerdings 150 Euro Aufpreis.

MAN TGE Doka

Der Testwagen im Standard-Radstand verfügt über Frontantrieb, der vom 140 PS starken Motor mit ausreichend Kraft versorgt wird und auch im Baustellengelände nahe dem Allgäu Skyline Park noch eine gute Figur macht. Hier bewährt sich der Unterfahrschutz, der im Baupaket Pritsche für 190 Euro enthalten ist. Wie sich der Kleinlaster allerdings bei voller Nutzlast von gut 1 t verhält, wurde nicht getestet.

Vertrauen in die Technik

Dafür überzeugte der Spurhalteassistent, wenn auch erst nach anfänglicher Skepsis. Denn sobald das Fahrzeug mit den Rädern die Randstreifen der Straße berührt, spürt der Fahrer am Lenkrad einen Gegendruck. Wer das nicht gewohnt ist, fühlt sich zunächst etwas irritiert. Aber schnell überwiegt das Vertrauen in die Technik, die wie ein Vorbote für das automatisierte Fahren wirkt. Und tatsächlich steuert der TGE entlang der Fahrbahnmarkierung durch die Kurve, auch wenn keine Hand am Lenkrad ist. Da freihändiges Fahren nicht nur gefährlich, sondern auch verboten ist, mahnt die Elektronik mit Warnhinweisen nach wenigen Sekunden den Fahrer, wieder einzugreifen. Das kleine Experiment auf freier Straße (bitte trotzdem nicht nachahmen) zeigt aber, wohin die Reise geht. Zumindest teilautomatisiertes Fahren dürfte schon bald in Pkw und Transportern Einzug halten.

MAN TGE Doka

Die TGE-Doka mit Pritsche gibt es zum Grundpreis von 33.715 Euro (Bruttolistenpreis). Das Testfahrzeug kommt mit allen Sonderausstattungen – darunter auch Verkehrszeichenerkennung, Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Multifunktionslenkrad und Sitzheizung – auf 43.324 Euro.

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