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Steuertipp Spielregeln zur umsatzsteuerlichen Mindestbemessungsgrundlage

Liefern Sie Verwandten und Bekannten Waren zu Vorzugspreisen, orientiert sich die Umsatzsteuer nicht an diesen Preisen. Umsatzsteuerlich ist hier eine Mindestbemessungsgrundlage zu ermitteln und darauf die Umsatzsteuer zu berechnen und ans Finanzamt abzuführen. Was zu beachten ist.

Die Regelung zur Mindestbemessungsgrundlage bei der Umsatzsteuer findet sich in § 10 Abs. 5 UStG. Danach gilt Folgendes:

  • Die Umsatzsteuer wird aus dem Einkaufspreis oder aus den Selbstkosten ermittelt.
  • Die Umsatzsteuer ist jedoch höchstens auf das marktübliche Entgelt anzusetzen.
  • Ist das vereinbarte Entgelt zwar höher als das marktübliche Entgelt, aber geringer als die Mindestbemessungsgrundlage, ist das vereinbarte Entgelt anzusetzen.

Das hört sich komplizierter an als es ist, wie das folgende Praxisbeispiel verdeutlicht (siehe auch BMF, Schreiben v. 23.2.2016, Az. III C 2 – S 7208/11/10001).

Beispiel:

Handwerker Huber verkauft an seinen Onkel Ware zum Preis von 1.000 Euro. Die Mindestbemessungsgrundlage beträgt dafür 1.500 Euro (Einkaufspreis). Variante a: Das marktübliche Entgelt beträgt 1.200 Euro. Variante b: Das marktübliche Entgelt beträgt 900 Euro.

Ermittlung der Umsatzsteuer nach der Mindestbemessungsgrundlage

  Variante a Variante b
Bemessungsgrundlage 1.200 Euro (marktübliches Entgelt begrenzt die Mindestbemessungsgrundlage) 1.000 Euro (Ansatz des vereinbarten Entgelts)
Umsatzsteuer 228 Euro 190 Euro

Steuertipp: Das marktübliche Entgelt ist der gesamte Betrag, den ein Käufer an einen Unternehmer unter Berücksichtigung der Handelsstufe zahlen müsste, um die betreffende Leistung zu erhalten. Das marktübliche Entgelt ist vom Unternehmer darzulegen. Bei einer bloßen Schätzung des marktüblichen Entgelts ohne besondere Überlegungen wird das Finanzamt mit einer Gegenschätzung kontern und auf jeden Fall eine höhere Mindestbemessungsgrundlage festsetzen. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv. 

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