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Steuern Solidaritätszuschlag 2021: Wann er wegfällt und wann nicht

Für rund 90 Prozent aller Steuerzahler fällt der Solidaritätszuschlag weg. Diesen Satz haben wir oft gelesen. Doch leider gibt es noch zehn Prozent der Steuerzahler, die auch 2021 weiterhin Soli bezahlen müssen. Doch damit nicht genug. Auch Arbeitgeber, die pauschale Lohnsteuer oder die 37b-EStG-Steuer für Zuwendungen abführen, müssen 2021 noch Solidaritätszuschlag einbehalten.

Solidaritätszuschlag ade – für wen fällt der Soli 2021 endgültig weg?

Der Solidaritätszuschlag fällt für alle Steuerzahler weg, die Einkommensteuer ans Finanzamt bezahlen oder bei denen vom Arbeitgeber Lohnsteuer einbehalten wird, wenn sie sich mit ihrer Steuerbelastung in der so genannten Nullzone befinden.

Nullzone bedeutet, dass die Einkommensteuerbelastung für ledige Steuerzahler maximal 16.956 Euro und für zusammenveranlagte Steuerzahler nicht mehr als 33.912 Euro beträgt. Das bedeutet: Nur Steuerzahler, die sehr gut verdienen und Steuern über der Nullzone bezahlen, müssen auch 2021 noch Solidaritätszuschlag bezahlen.

Praxis-Tipp: In der Praxis wird oftmals gedacht, dass es sich bei den Beträgen von 16.956 Euro/33.912 Euro (ledig/Zusammenveranlagung) um das zu versteuernde Einkommen handelt. Das ist jedoch nicht richtig. Bei diesen beiden Höchstbeträgen handelt es sich um Einkommensteuerzahlungen in 2021. Ledige zahlen demnach in 2021 bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 61.750 Euro keinen Soli mehr. Bei Zusammenveranlagten darf das zu versteuernde Einkommen sogar 123.500 Euro betragen, ohne dass 2021 dafür ein Soli fällig wird.

Solidaritätszuschlag nicht in voller Höhe fällig?

Wir die Nullzone überschritten, wird übrigens nicht sofort der volle Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Einkommensteuerbelastung fällig. In einem Übergangsbereich steigt der Soli nach und nach an.

Praxis-Tipp: Befinden Sie sich mit Ihrer Einkommensteuerbelastung über der Nullzone und möchten gerne wissen, in welcher Höhe für Sie 2021 Soli fällig wird, können Sie einen kostenlosen Soli-Rechner des Bundesfinanzministerium verwenden (zum Soli-Onlinerechner).

Arbeitgeber aufgepasst: Bei Pauschalsteuer bleibt der Soli bestehen

Besteuern Arbeitgeber Arbeitslohn der Mitarbeiter pauschal mit 15 oder 25 Prozent Lohnsteuer oder führt ein Unternehmer für Sachzuwendungen an Mitarbeiter oder Geschäftsfreunde die 30-prozentige Pauschalsteuer nach § 37b EStG ab, wird auch 2021 weiterhin Solidaritätszuschlag fällig. Die Abschaffung des Solidaritätszuschlags betrifft nicht die Pauschalsteuern.

Soli 2021 auch zur Körperschaftsteuer fällig

Der 5,5-prozentige Solidaritätszuschlag fällt weiterhin auch bei der Körperschaftsteuer an, also auf die Steuer, die fällig wird, wenn ein Handwerker seine Geschäfte über eine GmbH oder eine AG abwickelt. Die Begründung des Bundesfinanzministeriums: Der Körperschaftsteuersatz ist mit 15 Prozent so niedrig, dass der zusätzlichen 5,5-prozentige Soli keine übermäßige Steuerbelastung auslöst

Soli wird 2021 weiterhin bei der Abgeltungsteuer fällig

Auch Kapitalanleger, deren Kapitalerträge mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer besteuert werden, müssen 2021 zusätzlich zur Abgeltungsteuer den Solidaritätszuschlag bezahlen.

Herabsetzung der laufenden Einkommensteuer-Vorauszahlungen

Eigentlich sollten die laufenden Einkommensteuer-Vorauszahlungen 2021 automatisch angepasst werden. Das bedeutet: Die Vorauszahlungen müssten sich komplett oder zumindest teilweise um den weggefallenen Solidaritätszuschlag mindern. Doch ob das in der Praxis tatsächlich funktioniert ist fraglich.

Praxis-Tipp: Es ergibt also durchaus Sinn, dem Finanzamt noch vor dem 10. März 2021 (= Fälligkeitstermin für die Vorauszahlungen des ersten Quartals) das voraussichtliche zu versteuernde Einkommen 2021 zu präsentieren. Das Finanzamt wird dann den Soli entweder komplett weglassen (bei Steuerbelastung in der Nullzone) bzw. die Einkommensteuer-Vorauszahlungen zumindest teilweise reduzieren.

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