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Marktanreizprogramm für den Wärmemarkt Wärmeenergie: Höhere Zuschüsse für Hausbesitzer und Betriebe

Die Deutschen sollen mehr Wärmeenergie nutzen, die aus erneuerbaren Quellen stammt. Deshalb bekommen Hausbesitzer und Betriebe, die ihre Heizung auf erneuerbare Energien umrüsten höhere Zuschüsse. Insgesamt bleibt der Fördertopf für allerdings 2015 unverändert.

Mitte März hat Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Novelle des Marktanreizprogramms (MAP) präsentiert. Er möchte den deutschen Wärmemarkt grüner machen und so setzt die Bundesregierung künftig beim Vorantreiben des Ausbaus mit erneuerbaren Energie stärker auf die Wärmeenergie - die Fördersätze steigen.

Das MAP fördert private, gewerbliche und kommunale Investitionen in Heizungsanlagen  oder größere Heizwerke, die erneuerbare Energien nutzen und in Wärmenetze, die erneuerbar erzeugte Wärme verteilen. Seit April gibt es einen KMU-Bonus. Kleine und mittlere Firmen sollen künftig in dem für Unternehmen zugeschnittenen KfW-Teil des MAP einen sogenannten KMU-Bonus von 10 Prozent des gesamten Zuwendungsbetrages bekommen. Zusätzlich erwartet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) einen großen Aufschwung bei den Solarheizungen und somit auch für die Handwerker, die die Solarthermie-Anlagen installieren.

So werden Solarthermie-Anlagen künftig gefördert

Grafik Solarheizungen
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Das liegt vor allem in den steigenden Fördersätzen. Bundesweit sind mittlerweile mehr als zwei Millionen Solarwärmeanlagen in Betrieb. Zwar gab es bereits Förderungen für den Einbau solcher Anlagen, doch die Zuschüssen werden ab April kräftig angehoben. Wer eine Solarthermie-Anlage installiert, kann künftig mit folgender Förderung rechnen:

  • Für Solarwärmeanlagen zur Heizungsunterstützung gibt es ab April eine Mindestförderung von 2.000 Euro (zuvor waren es 1.500 Euro).
  • Bei größeren Anlagen mit einer Kollektorfläche von mehr als 14 Quadratmetern winken höhere Zuschüsse. Die quadratmeterbezogene Förderung von bislang 90 Euro wird auf 140 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche erhöht.
  • Auch wer bereits eine Solarwärmeanlage installiert hat und diese optimieren möchte, bekommt einen Zuschuss. Unter förderfähige Maßnahmen fallen nach Angaben der Solarwirtschaft beispielsweise der Austausch von Heizkörpern durch Niedertemperaturheizkörper, der Einbau einer hocheffizienten Zirkulationspumpe, notwendige bauliche Maßnahmen am Heiz- und Kesselraum, der Ausbau der Altheizung und deren Entsorgung.
  • Wer nicht die gesamte Heizung, sondern nur die Warmwasseraufbereitung über eine Solaranlage regelt, bekommt über das MAP eine Förderung für die Installation auf einem Bestandsgebäude (nicht nur beim Neubau). Die Zuschüsse aus dem sogenannten Marktanreizprogramm (MAP) betragen hier 50 Euro je angefangenem Quadratmeter Kollektorfläche, mindestens aber 500 Euro.
  • Auch die Erweiterung bestehender Warmwasseranlagen wird gefördert.
  • Zudem soll es eine "Abwrackprämie" für die Entsorgung alter Heizkessel geben.

Zuschüsse für Biomasseanlagen

Der Bund fördert zudem die Errichtung oder Erweiterung von Biomasseanlagen zum Heizen. Für Anlagen von fünf bis 100 kW Nennwärmeleistung gibt es Zuschüsse für:

  • Für eine automatisch beschickte Anlage zur Verbrennung von Biomassepellets gibt es die Basisförderung von bis zu 80 Euro je kW installierte Nennwärmeleistung.
  • Kessel zur Verbrennung von Biomassepellets und -hackschnitzel
  • Für Pelletöfen mit Wassertasche gibt es mindestens 2.000 Euro Zuschuss;
  • Pelletkessel bezuschusst die Bundesregierung mit mindestens 3.000 Euro und 3.500 Euro gibt es für Pelletkessel mit neu errichtetem Pufferspeicher mit einem Pufferspeichervolumen von mindestens 30 Litern je Kilowatt Nennwärmeleistung;
  • Kombinationskesseln zur Verbrennung von Biomassepellets, Hackschnitzeln und Scheitholz
  • Für besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel beträgt die Basisförderung pauschal 2.000 Euro.
  • Für die Kombination einer Biomasseanlage mit einer förderfähigen Solaranlage oder Wärmepumpe zahlt der Bund zusätzlich einen Kombinationsbonus von bis zu 500 Euro. Gleiches gilt für den Anschluss der Biomasseanlage an ein Wärmenetz.
Für größere Anlagen mit mehr als 100 kW Nennwärmeleistung gelten entsprechend veränderte Födersätze. Pro Anlage gibt es im Kfw-Teil des MAP maximal 50.000 Euro Basisförderung und insgesamt 100.000 Euro.

Förderung von effizienten Wärmepumpen

Auch Wärmepumpen werden künftig stärker gefördert. Für elektrische Wärmepumpen , denen Luft als Wärmequelle dient, liegt die Förderung pro errichtete Kilowattstunde Nennwärmeleistung bei bis zu 40 Euro. Elektrische Wärmepumpen, die sich aus Erdwärme oder Wasser speisen, Sorptionswärmepumpen oder gasmotorische Wärmepumpen werden mit bis zu 100 Euro je Kilowattstunde installierte Nennwärmeleistung gefördert.

Zuschuss beim Bafa beantragen

Die Zuschüsse gibt es über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Den Antrag für die neuen Förderkonditionen gibt es dort ab 1. April 2015 zum Herunterladen. Betriebe, die in eine Heizungsanlage auf Basis von erneuerbaren Energien investieren möchten, müssen den Antrag spätestens zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses beim Bafa stellen. Für Optimierungen an einer schon bestehenden Heizungsanlage muss der Antrag spätestens neun Monate nach Inbetriebnahme beim Bafa eingehen.

Da das Fördervolumen allerdings begrenzt ist, sollten Betriebe mit einem Antrag nicht zu lange warten. Der Fördertopf für erneuerbare Energien ist 2015 unverändert auf rund 360 Millionen Euro limitiert. Mit der Novelle werden nur die Förderschwerpunkte verändert. dhz

Mehr Informationen zur Förderung von Solarthermie-Anlagen vom Bafa gibt es hier.>>>

Infos zum Marktanreizprogramm bekommen Sie hier.>>>

Der BSW-Solar informiert Handwerker zudem über neue Labels, die bald für Solarwäremanlegen gelten.>>>

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