So wird der Vorsteuerabzug nicht zum Stolperstein

Neuer Steuerratgeber hilft Fehler in Eingangsrechnungen zu erkennen und Nachzahlungen zu vermeiden

So wird der Vorsteuerabzug nicht zum Stolperstein

Sage und schreibe 3,6 Milliarden Euro Umsatzsteuer mussten Unternehmer nach Umsatzsteuer-Sonderprüfungen 2010 ans Finanzamt nachzahlen. Eine Zahl, die aufhorchen lässt. Denn eigentlich sollten Unternehmer, die tagtäglich Rechnungen erstellen und erhalten, wissen, wo es langgeht. Der häufigste Stolperstein ist eine fehlerhafte Eingangsrechnung. Denn enthält diese nicht alle in § 14 Abs. 4 UStG geforderten Rechnungsangaben, kippt der Prüfer des Finanzamts den Vorsteuerabzug

Damit Handwerksbetriebe alle Fehler in Eingangsrechnungen erkennen und somit die Kürzung des Vorsteuerabzugs vermeiden können, haben Holzmann Medien und der Steuerexperte Diplom-Finanzwirt Bernhard Köstler den Steuerratgeber „Steuer-1x1 für Handwerksbetriebe. Vorsteuer - Umsatzsteuer“ entwickelt, der ab sofort bestellt werden kann.

Hält die Rechnung dem
kritischen Blick stand?

Unternehmer, die nun abwinken und sich denken „beim Vorsteuerabzug passieren meinen Mitarbeitern keine Fehler mehr. Die sind Profis durch und durch!“, sollten die Musterrechnung kritisch begutachten. Hält diese Rechnung den kritischen Blicken eines Betriebs- oder Umsatzsteuerprüfers Stand oder droht der Verlust des Vorsteuerabzugs? Obwohl diese Rechnung scheinbar alle geforderten Rechnungsinhalte beinhaltet, würde das Finanzamt bei einer Prüfung die Vorsteuer nicht zum Abzug zulassen bzw. die bereits ausbezahlte Vorsteuer zurückfordern.

Nachzahlung durch clevere Argumente vermeiden

Folgende gravierende, aber kaum erkennbare Mängel hat diese Rechnung nämlich:

- Leistungsbeschreibung zu allgemein!

Kann der Rechnung nicht exakt entnommen werden, für welche Leistungen abgerechnet wird, kürzt das Finanzamt den Vorsteuerabzug (Bundesfinanzhof, Beschluss v. 5.2.2010, Az. XI B 31/09). Die Leistungsbeschreibung Trockenbau ist zu allgemein und sagt nichts über die ausgeführten Leistungen aus.

- Steuernummer „offensichtlich“ falsch!

Eigentlich ist Herr Huber nicht zur Überprüfung der Richtigkeit der Rechnung verpflichtet. Weicht die Steuernummer jedoch vom üblichen Format einer deutschen Steuernummer ab (siehe Musterrechnung), - ist sie offensichtlich falsch.

Die Folge: Kein Vorsteuerabzug (Bundesfinanzhof, Urteil v. 2.9.2010, Az. V R 55/09). Nicht immer ist das Finanzamt im Recht, wenn es um die Streichung des Vorsteuerabzugs aus fehlerhaften Eingangsrechnungen geht. Ist beispielsweise die Bezeichnung des Rechnungsempfängers falsch (anstatt GmbH wird GmbH & Co. KG geschrieben), darf der Vorsteuerabzug nur gekürzt werden, wenn an der Rechnungsanschrift zwei Firmen mit gleichem Namen in der Rechtsform einer GmbH und einer GmbH & Co. KG betrieben werden. Denn dann besteht Verwechslungsgefahr. Möchte der Prüfer wegen der fehlerhaften Rechtsform den Vorsteuerabzug kippen, obwohl an der Rechnungsanschrift nur das eine Unternehmen betrieben wird, ist dieser Fehler unbeachtlich und führt niemals zum Verlust des Vorsteuerabzugs.