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Kosten sparen beim Leasing Leasingübernahme: So werden Sie Ihren Leasingvertrag günstig los

Wer einen Kfz-Leasingvertrag vorzeitig kündigt, muss hohe Rücknahmegebühren in Kauf nehmen. Die günstigere Alternative ist eine Leasingübernahme. Spezialisierte Online-Portale bringen die bisherigen Vertragsinhaber und Übernahmeinteressenten zusammen.

"Lieber kleiner" – so lautet seit neuestem die Devise von Michael P., einem Malermeister aus der Nähe von Würzburg. Statt seinen großen Mercedes Sprinter zu Kunden in der Würzburger Innenstadt zu bugsieren, hat er sich den deutlich kleineren Mercedes Citan zugelegt. "Für enge Straßen mit wenig Parkraum ist der ideal", sagt der Malermeister. Und das Ladevolumen des kleineren Lieferwagens reicht ihm auch.

Doch die Neuerung brachte auch ein Problem mit sich: Der alte Sprinter war nämlich geleast – und der Vertrag würde normalerweise erst in zwei Jahren enden. Die Raten für das nicht mehr benötigte Auto weiterzuzahlen, wäre natürlich wirtschaftlich unsinnig gewesen – und ein vorzeitiges Vertragsende mit hohen Rücknahmegebühren verbunden. Die Lösung für sein Problem fand Michael P. im Internet: Über das Online-Portal LeasingTime.de fand er einen Dachdeckerbetrieb in Nürnberg, der sein nicht mehr benötigtes Fahrzeug übernehmen und an seiner Stelle in den laufenden Leasingvertrag einsteigen wollte.

Leasingübernahme: Alternative zur vorzeitigen Vertragsauflösung

Es kann viele Gründe geben, einen Leasingvertrag vorzeitig zu beenden. Ein anderes, praktischeres Fahrzeug wie im Fall von Michael P. ist nur einer davon. Auch wirtschaftliche Probleme können ein Anlass für Unternehmen sein, ihren geleasten Fuhrpark zu verkleinern. Bei Privatleuten können auch Faktoren wie der Verlust des Arbeitsplatzes, Gehaltseinbußen etwa durch Kurzarbeit oder auch Familienzuwachs, der plötzlich ein größeres Auto erfordert, eine Rolle spielen. Viele Menschen entscheiden sich dann dafür, ihren Vertrag vorzeitig aufzulösen und nehmen die hohen Rücknahmegebühren in Kauf. Was sie nicht wissen: es gibt eine Alternative: die sogenannte Leasingübernahme.

"Ein Leasingvertrag kann auf eine andere Person oder ein Unternehmen übertragen werden", erläutert Marc Härtel, Geschäftsführer von LeasingTime.de. Das 2009 gegründete Portal ist nicht der einzige Anbieter in diesem Bereich: Auch auf Leasinguebernahme.com, Leasing.de oder Leasingmarkt.de können Inhaber von laufenden Kfz-Leasingverträgen an einer Übernahme interessierte Nachfolger finden. "Unser Ziel ist es, dem End­kunden das bestmögliche Angebot zu vermitteln", sagt Robin Tschöpe von Leasingmarkt.de. "Unser Anspruch ist es vor allem, einen guten Service anzubieten." Die meisten Portale dieser Art sind dabei gebührenfrei und finanzieren sich über Werbung. Findet der Inhaber eines Leasingvertrages auf diesem Weg einen Übernehmer, kann er im Vergleich zur Vertragsauflösung erhebliche Kosten sparen.

Leainsgübernahme: Diese Fragen müssen Vertragsinhaber und Nachfolger klären

Ist ein Interessent gefunden, müssen sich der Vertragsinhaber und der Nachfolger auf die Modalitäten einigen. Dazu zählt etwa die Frage, wie viel der geleisteten Sonderzahlung an den Verkäufer erstattet wird und wer die Kosten von etwa 500 Euro für die Umschreibung des Vertrags beim Leasinggeber bezahlt. Dann kann der aktuelle Vertragspartner die Daten des Interessenten an die Leasinggesellschaft weitergeben. Der Leasinggeber prüft dann die Bonität des Interessenten. Ist diese gegeben, bekommt der Interessent den Übernahmevertrag. Das Fahrzeug wird besichtigt, eventuelle Mängel werden aufgenommen und dann wird es an den Interessenten übergeben. Der bisherige Vertragsinhaber hat dann nichts mehr mit dem Leasingvertrag zu tun.

Von diesem Modell profitieren beide Seiten: Der bisherige Vertragsinhaber wird sein geleastes Fahrzeug zu vergleichsweise geringen Kosten los – und der Nachfolger kann einen Leasingvertrag mit entsprechend verkürzter Laufzeit übernehmen, wobei er von den auf die längere Gesamtlaufzeit berechneten günstigeren Raten profitiert. Zudem spart er bei der Anzahlung an den Verkäufer. Denn die hat bereits der bisherige Vertragsinhaber geleistet – und der wird mit sich reden lassen, was die Höhe der Erstattung dieser Kosten angeht, schließlich will er ja seinen bisherigen Vertrag loswerden. "Zum Teil erhält der Übernehmer vom Abgebenden sogar eine Einmalzahlung bei Übernahme als Bonus", weiß Härtel.

Ein Risiko für den Übernehmer besteht allerdings bei möglichen unentdeckten Mängeln am Fahrzeug. Denn für Schäden wie etwa Kratzer im Lack muss immer der Leasingnehmer aufkommen. "Wer für rund 100 bis 200 Euro einen unabhängigen Sachverständigen einschaltet, schließt dieses Risiko aber aus", sagt LeasingTime.de-Geschäftsführer Härtel.

In fünf Schritten zur Leasingübernahme

Um eine Leasingübernahme sicher zu gestalten, sollten die Übernehmer einige wichtige Punkte bei der Umschreibung des Leasingvertrages beachten. Das Portal Leasinguebernahme.com rät dazu, in fünf Schritten vorzugehen:

Schritt 1: Zunächst nimmt Übernehmer des Leasingvertrages Kontakt mit dem Anbieter auf, um offene Fragen zu Ausstattung, Fahrzeugzustand und eventuellen Bonuszahlungen zu klären. Oftmals ist es sinnvoll, ein Gutachten des Fahrzeuges anfertigen zu lassen – so ist man vor bösen Überraschungen gefeit.

Schritt 2: Der Leasinggeber überprüft die Bonität des Übernehmers. Hierzu muss der Übernehmer seine relevanten Daten (persönliche Daten, Gehaltsnachweise bzw. Gewerbeanmeldung und BWA) an die leasinggebende Bank bzw. das zuständige Autohaus senden.

Schritt 3: Anschließend werden die Umschreibungsverträge verschickt, die sowohl vom Übernehmer als auch vom Übergeber unterzeichnet werden müssen.

Schritt 4: Hat der Leasinggeber den Eingang der Umschreibungsverträge bestätigt, kann das Fahrzeug übergeben werden. Ratsam ist hierbei ein Übergabeprotokoll, in dem Zustand, Zeitpunkt und Zubehör des Fahrzeugs festgehalten werden.

Schritt 5: Nun kann der Übernehmer das Fahrzeug auf seinen Namen bzw. sein Unternehmen ummelden. Hierzu versendet der Leasinggeber den KFZ Brief an die Zulassungsstelle des Übernehmers.

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