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Aktien So sparen Sie für Ihre Kinder

Wer für seine Kinder oder Enkelkinder sparen will, hat viele Möglichkeiten. Dabei sind klassische Fondspolicen nicht die erste Wahl. ETF-Sparpläne können eine gute Alternative sein.

Der Klassiker beim Sparen für Kinder sind Fondspolicen von Banken und Versicherungen, die in Form eines Sparplans mit monatlichen Zahlungen ein Vermögen aufbauen sollen. Das macht den Aufwand überschaubar. Nachteile sind hohe Gebühren, eine eher unterdurchschnittliche Rendite und starre Strukturen bei Zuzahlungen, Entnahmen und Zahlungspausen.

Ideal wären niedrige Kosten, Flexibilität und Wachstumschancen in einem Produkt. Vor allem in Sachen Kosten haben börsennotierte Indexfonds (ETFs) die Nase vorn. Mittlerweile werden Sparpläne auf ETF-Basis sogar mit weit unter einem Prozent jährlicher Vermögensverwaltungsgebühr angeboten.

Sparpläne auf ETF-Basis

Eine Beispielrechnung: Wer einen ETF ohne Ausgabeaufschlag erwirbt, jährlich etwa ein Prozent Gesamtkosten zahlt und 18 Jahre lang monatlich 100 Euro in den Sparplan investiert, kommt bei einer durchschnittlichen, defensiv kalkulierten Nettorendite von 2,5 Prozent (nach Abzug aller Kosten) auf mehr als 27.000 Euro Vermögen. Erbringt das Produkt aufgrund höherer Kosten aber beispielsweise nur 1,75 Prozent jährlich, sind es rund 2.000 Euro weniger. Eine über die Jahre verteilte Abschlussprovision reduziert den Ertrag nochmals um mehrere 1.000 Euro.

Aufpassen sollten Anleger bei der Struktur der Indexfonds. Im Fokus stehen sogenannte voll-replizierende ETF, die den zugrundeliegenden Index tatsächlich mit physischen Wertpapieren abbilden. Im Gegensatz dazu vollziehen ETFs als synthetisches Produkt die Rendite eines Index mittels Swap-Geschäften nach. Das birgt nicht unwesentliche Emittentenrisiken. Wichtig ist, bei Aktien-ETFs auf eine gewisse Streuung zu achten. Zins-ETFs machen im derzeitigen Umfeld keinen Sinn und sind bei sehr langfristigen Ansätzen ohnehin nicht angesagt.

Vorteil der ETF-Sparkonzepte

Ein Vorteil solcher ETF-Sparkonzepte für Kinder ist die Flexibilität. Die Anlage lässt regelmäßig höhere und niedrigere Einzahlungen zu. Um den Leverage-Effekt optimal zu nutzen, sollte man kontinuierlich am besten gleich große Sparraten einzahlen.

Sie haben die Möglichkeit, Geld zum Geburtstag und zu Weihnachten einzuzahlen, um das Vermögen zu erhöhen. Ebenso ist es möglich, für eine gewisse Zeit nichts einzuzahlen, wenn es die Situation einmal nicht zulässt, oder Geld zu entnehmen, sei es für den Auslandsaufenthalt oder eine größere Anschaffung.

Zum Autor: Thilo Stadler ist Vermögensverwalter bei der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH in Neuss.

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