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Aufstiegs-Bafög im Bundestag So sollen Handwerksmeister stärker gefördert werden

Handwerk begrüßt Förderung über mehrere Ausbildungsstufen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hätte sich aber beim Meister noch mehr gewünscht.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Meister im Handwerk

Der Berufsaufstieg soll auch im Handwerk besser gefördert werden. Wer sich vom Lehrling bis zum Meister fortbilden will, soll dabei durchgängig unterstützt werden. "Das Handwerk begrüßt, dass im neuen Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz ein Anspruch auf Aufstiegs-Bafög für alle drei Stufen der höheren Berufsbildung eingeführt werden soll", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke mit Blick auf die erste Lesung des Gesetzes im Bundestag. Dies sei das richtige Signal für potentielle Nachwuchskräfte im Handwerk und konsequenter nächster Schritt nach der Einführung der neuen Fortbildungsstufen.

Aufstiegs-Bafög: Zusätzlich 350 Millionen Euro eingeplant

Mit den Verbesserungen beim Aufstiegs-Bafög soll nach den Worten des bildungspolitischen Sprechers der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Albert Rupprecht, die Attraktivität der beruflichen Bildung auch im Hinblick auf die akademische Bildung gesteigert werden. "Mit zusätzlich 350 Millionen Euro verbessern wir das Aufstiegs-Bafög in einer Dimension, wie es sie bislang noch nicht gab", fügte der zuständige Berichterstatter Stephan Albani hinzu.

Ab dem 1. August 2020 soll unter anderem der Unterhaltsbeitrag des Aufstiegs-Bafögs vollständig als Zuschuss geleistet werden und dann auf maximal 892 Euro pro Monat steigen. Weitere Details der Pläne können Sie hier nachlesen.>>>

Bisher nur eine Meisterausbildung förderfähig

Anders als bisher soll es das Aufstiegs-Bafög künftig für jede einzelne Fortbildungsstufe neu geben – angefangen vom "Berufsspezialist", über den "Bachelor Professional" bis zum "Master Professional". Gefördert werden also alle drei Stufen: beispielsweise vom Gesellen zum Servicetechniker, vom Servicetechniker zum Meister und vom Meister zum Betriebswirt im Handwerk.

Angesichts der Komplexität neuer Technologien und Arbeitswelten, sollte nach Ansicht Schwanneckes auch der Erwerb weiterer Meistertitel förderfähig sein. Der Gesetzesentwurf sei hier nicht zufriedenstellend, bemängelt er.

Handwerk: Erfolgreiche Abschlüsse mehr belohnen

Und noch eine Forderung hat er: Um den Leistungsanreiz für potenzielle Meister und Meisterinnen zu erhöhen, sollte bei erfolgreichem Abschluss das Darlehen für die Kosten der Vorbereitungslehrgänge und für die Prüfungen vollständig erlassen werden. Nach den bisherigen Plänen will der Bund künftig mindestens die Hälfte der Kosten für Lehrgänge und Prüfungen übernehmen.

Derzeit gibt es 60 Prozent als zinsgünstiges KfW-Darlehen und 40 Prozent als Zuschuss. "Bei Bestehen der Prüfung wird es nochmals aufgestockt", ergänzte die Ministerin.

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