Unterfranken -

Sommermeisterfeier des unterfränkischen Handwerks So schön strahlt das unterfränkische Handwerk

255 Jungmeister aus 16 verschiedenen Gewerken freuten sich über ihre Meistertitel bei der Feier der Handwerkskammer für Unterfranken. Ein Großteil von ihnen erhielt den Meisterbonus, der auch Thema einer Podiumsdiskussion war.

Ein vierfaches Lächeln und vierfaches Meisterglück: Kaminkehrerin Marina Moritz, Bestatterin Marina Vetterlein, Maurerin Mona Karlein und Bäckerin Ann-Kathrin Kohler nahmen bei der Meisterfeier der Handwerkskammer für Unterfranken Anfang Juli in Würzburg stolz ihre Meisterbriefe entgegen.

Genauso wie sie freuten sich bei der Meisterfeier 251 weitere Jungmeister aus 16 verschiedenen Gewerken über ihre Meistertitel. Ein Großteil von ihnen erhielt den Meisterbonus der bayerischen Staatsregierung, der auch Thema einer Podiumsdiskussion mit Dr. Paul Beinhofer, Regierungspräsident von Unterfranken, Handwerkskammer-Präsident Hugo Neugebauer, Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Rolf Lauer und Jungmeister Florian Pfenning war.

Diskussion zum Meisterbonus

Am 1. September 2013 im Zuge der Abschaffung der Studiengebühren im Freistaat eingeführt, unterstreiche der Meisterbonus die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung, so Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer. Er sagte außerdem: "Wir brauchen nicht noch mehr Akademiker. Wir brauchen Menschen, die sich wirtschaftlich engagieren." Hugo Neugebauer verwies auf den Deutschen Qualifikationsrahmen, der Bildungsabschlüsse miteinander vergleicht. Dort sind Meister und Bachelorabschluss auf gleicher Stufe angesiedelt. "Der Meisterbonus ist ein wichtiges Signal, das diese Gleichwertigkeit zeigt. Er schafft einen Anreiz, sich beruflich weiterzubilden", so der Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken.

Schreinermeister Florian Pfenning bestätigte, dass die Förderung ihn zusätzlich motiviert habe. Die 1.000 Euro investiere er direkt in die Rückzahlung für das Darlehen seiner Meisterausbildung. Bei der Podiumsdiskussion verwies Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Rolf Lauer zudem auf die Bedeutung des Meistertitels im Handwerk. "Die Meisterpflicht im Handwerk garantiert gleichbleibend hohe Qualität für den Verbraucher und sichert die Ausbildung junger Menschen. Sie erfüllt somit einen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Zweck. Gleichzeitig ist sie als fundierte Berufsqualifikation Grundlage für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg. Das duale Ausbildungssystem in Deutschland ist weltweit anerkannt und gilt als Best-Practice-Beispiel für Krisenstaaten in Europa."

Umso unverständlicher sei es, dass die Europäische Kommission derzeit mit einer Evaluation versuche, die Meisterpflicht im deutschen Handwerk durch die Hintertür abzuschaffen.

Höhepunkt der Meisterfeier war die Übergabe der Meisterbriefe an die 255 Jungmeisterinnen und Jungmeister. 46 von ihnen wurden zudem mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet. "Wagen Sie auch mal das Außergewöhnliche, denken Sie in neuen Strukturen, bleiben Sie zukunftsfähig, dabei aber auch nachhaltig", gab Handwerkskammer-Präsident Hugo Neugebauer den Jungmeistern mit auf den Weg.

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