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Personal fehlt – Bauanträge in der Warteschleife So schlecht besetzt sind die Bauämter in Deutschland

Wer in Deutschland einen Neubau oder eine Gebäudesanierung plant, braucht oftmals Geduld. Weil bei den Baubehörden seit den 90ern immer wieder Personal abgebaut wurde, kommt es nun zu Verzögerungen – manches Mal Jahre lang. Wo die meisten Bauanträge in der Warteschleife hängen.

Es ist ein bundesweites Problem – allerdings mit Schwerpunkten: Die kommunalen Bauämter haben zu wenig Personal, um die vielen Anträge zu bearbeiten, die in Zeiten des Baubooms gestellt werden. Das zeigt sich derzeit am stärksten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, aber auch in Schleswig-Holstein und den ostdeutschen Bundesländern. Am besten ausgestattet sind die Behörden noch in Bayern und Baden-Württemberg.

Rund 40 Prozent weniger Beschäftigt in den Baubehörden

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat einem Bericht von faz.net zufolge Zahlen zur aktuellen Lage in den Baubehörden der Städte und Gemeinden vorgelegt und zeigt, wie stark dort seit den neunziger Jahren Personal abgebaut wurde. Das Ergebnis besagt: Etwa 40 Prozent weniger Beschäftigte in den entsprechenden Fachbereichen der Kommunen.

Genau genommen wurden zwischen 1991 und 2010 rund 35 Prozent der Angestellten bundesweit in den Ämtern, die mit Baufragen befasst sind abgebaut, da in dieser Zeit auch die Zahl der Bauanträge stark zurückging. Die nächste Welle folgte dann nach Angaben des DIW bis 2015 mit einem Stellenabbau um weitere fast zehn Prozent. Aufgestockt haben die Kommunen die Stellen bis heute nicht – trotz der starken Nachfrage.

Jahrelanges Warten auf den Baubeginn

Dadurch kommt es zu Verzögerungen des Baubeginns vieler Neubauten und auch bei Sanierungen von Gebäuden. Diese nehmen teilweise mehrere Jahre in Anspruch. Wie das DIW faz.net bestätigt, hat sich die Dauer, bis Bauanträge bearbeitet und Bauvorhaben geprüft werden, verdreifacht bis verfünffacht.

Und leider sind auch die Aussichten für die Zukunft nicht besser: Für viele Mitarbeiter der Baubehörden steht in den nächsten zwei bis vier Jahren der Ruhestand an. dhz

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