Unternehmensführung -

Beginn der Ausbildung So klappt es zwischen Chef und Azubi

Zum Start eines neuen Ausbildungsjahrs kommt sowohl auf die Azubis als auch auf die Ausbilder viel Neues zu. Gegenseitiges Beschnuppern und schnell ein gutes Miteinander finden ist angesagt. Welche Fragen zu Beginn geklärt werden sollten und warum ein Einarbeitungsplan so wichtig ist.

Neue Azubis im Betrieb fordern viel von Ihnen: Zeit, Geduld, Fachwissen und einen menschlichen Umgang miteinander. Das erfordert Kraft – und  bringt Ihnen in hoffentlich baldiger Zukunft eine fähige und einsatzbereite Arbeitskraft. Jemanden, der Ihnen Aufgaben abnimmt. Der eigenverantwortlich arbeitet, mitdenkt und der Ihre Kunden für Ihr Unternehmen begeistert. Im Idealfall. Doch oft sieht die Wirklichkeit anders aus.

Denn um diesen Optimalzustand zu erreichen, bedarf es zunächst des gegenseitigen Respekt beider Parteien: Des Ausbilders und des Auszubildenden. Denn Respekt ist quasi der "Mutterboden" eines Unternehmens, auf dem engagierte und leistungsfähige Mitarbeiter überhaupt erst einmal gedeihen können. Fehlt er, vertrocknet die noch junge "Motivation" der künftigen Mitarbeiter wie ein Keimling in der Sonne. Respekt seitens des Auszubildenden fördert im Gegenzug die Bereitschaft der Kollegen und des Chefs, sich Zeit zu nehmen, Dinge mehrfach zu erklären und über Fehler auch einmal großzügig hinweg zu sehen.

Niemand möchte wie der Dorfdepp dastehen

Denken Sie einmal an den ersten Tag Ihrer eigenen Ausbildung zurück: Sie waren vermutlich selbst  nervös, hatten Tage vorher kaum geschlafen und keine wirkliche Ahnung, was auf Sie zukommt. Sie haben sich Gedanken gemacht, wie Sie – der Sie ja noch nichts können – mit den an Sie gestellten Erwartungen klar kämen. Sie wussten vermutlich kaum, wie so ein Arbeitstag als Auszubildender wirklich abläuft.

Fehler zu machen erschien Ihnen peinlich, zu viel zu fragen vielleicht auch. Denn eigentlich möchte niemand von uns als unwissender Dorfdepp dastehen und mehrere Wochen lang das Gefühl haben, nur lästig zu sein und im Weg zu stehen. Hätte man Ihnen genau dieses Gefühl gegeben, wäre auch Ihre Motivation vermutlich schnell den Bach herunter gegangen, oder?  

Fragen vorab klären

Um den jungen Mitarbeitern einen optimalen Start zu ermöglichen – und schnell das Beste aus ihnen herauszuholen – ist eine gute Vorbereitung hilfreich. Allen Beteiligten geht es besser, wenn einige Fragen vorab geklärt sind:

1. Wer im Unternehmen ist als Ansprechpartner für den/die Azubis verantwortlich? Wann nehme ich als Chef mir die Zeit, den oder die Neue(n) angemessen "willkommen" zu heißen und ein wenig kennenzulernen? Schön wäre es hier, wenn Sie die jungen Menschen mit Namen ansprechen würden – eine schnelle Runde in Facebook dürfte sogar zumeist passende Fotos liefern. Wenn die Neu-Auszubildenden mit so viel Wertschätzung begrüßt werden, steigt deren Motivation quasi von alleine.

2. Stehen alle Materialien sowie Arbeitskleidung für die "Neuen" rechtzeitig zur Verfügung? Nichts ist schlimmer, als am ersten Tag das Gefühl zu haben, dass ich nicht willkommen bin. Dass die Dinge, die ich zum Arbeiten benötige, schlicht (noch) nicht vorhanden sind oder gar erst bestellt werden müssen. So etwas ist wenig respektvoll, oder?

Seite 2: Warum Ausbilder sich jetzt einen "Respektvorschuss" erarbeiten sollten und das Fachliche immer im Vordergrund stehen sollte. >>>

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