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Wasser- und Staubschutz So erkennen Sie ein robustes Smartphone

Handwerker im Außeneinsatz brauchen ein widerstandsfähiges Smartphone – gerade wenn es auf die Baustelle geht. Woran Sie ein robustes Gerät erkennen und wie Sie Ihr altes Smartphone nachbessern können.

Wer ein Smartphone für härteste Außenbedingungen sucht, ist mit einem iPhone oder einem der anderen Massengeräte nicht gut beraten. Für den Outdoor- und Baustelleneinsatz gibt es spezielle Smartphones, die vor allem auf Robustheit und weniger auf Optik und schnelle Technik ausgerichtet sind. Doch wie erkennen Nutzer ein Smartphone, das Wind und Wetter stand hält?

IP-Schutzklasse prüfen

Ob und wie gut ein Smartphone gegen Staub und Wasser geschützt ist, darüber gibt die sogenannte IP-Schutzklasse Auskunft. Sie setzt sich zusammen aus der Abkürzung IP (International Protection) und zwei Zahlen: Die erste steht für die Staub-, die zweite für die Wasser-Schutzklasse. Der Staubschutz wird mit einer Zahl zwischen 0 und 6 beziffert, der Wasserschutz mit 0 bis 9. Je höher die Zahl, desto besser sollte der Schutz sein. Ein Smartphone der Schutzklasse IP 68 sollte demnach ziemlich sicher sein gegen Dreck und Wasser - theoretisch.

Denn ob das so ist, darüber lässt sich streiten: "Die Hersteller können selbst deklarieren, wenn sie das getestet haben", erklärt Falko Hansen vom Telekommunikationsportal Teltarif.de. Käufer müssen den Herstellern also vertrauen. Außerdem schränken viele Hersteller die Nutzung ein. "Sie sagen etwa: Benutzt unsere Geräte nicht unter Wasser", weiß der Experte - auch wenn das entgegen mancher Werbeversprechen geht, die nahelegen, dass man mit dem Handy etwa unter Wasser fotografieren kann.

Schwachstellen erkennen

"Vor allem die Anschlussbuchsen sind Schwachpunkte bei einem Handy", sagt Hansen. Zum Beispiel durch den Kopfhöreranschluss oder die USB-Buchse könne leicht Wasser ins Gerät gelangen. Bei den wasser- und staubfesten Geräten werden diese Anschlüsse zwar von innen versiegelt oder mit einer Gummikappe geschützt, doch auch das bietet keinen hundertprozentigen Schutz. "Die Kappen leiern oft aus und reißen mitunter auch ab", sagt Jan Kluczniok, vom IT-Portal Netzwelt.de.

Ein aktuelles Smartphone für die Baustelle ist z.B. das Kyocera Torque, das die Deutsche Handwerks Zeitung dem Praxistest unterzogen hat. Weitere Baustellen-Handys stellt die Deutsche Handwerks Zeitung in der Print-Ausgabe 22/ 2015 vor.

Das Kyocera Torque im Test

Altes Handy robuster machen

Wer nicht bereit ist Geld für ein neues Smartphone auszugeben, kann versuchen sein altes Gerät wetterfest zu machen. Einfachster Weg ist eine Schutzhülle. «Man sollte aber darauf achten, dass sie passgenau sitzt», rät Kluczniok.

Ralph Mausolf vom Fachverband für Smartphone-Reparaturbetrie berät zu Folientaschen für wenige Euro: "Die zieht man übers Smartphone und macht von hinten einen Aufkleber drauf", erklärt der Reparaturexperte. "Dann ist das Smartphone wasserdicht, das funktioniert."

So eine Lösung ist aber nichts für die Ewigkeit: Irgendwann würde sich der Aufkleber wieder lösen. Alternativ könne man das Smartphone-Innenleben auch mit einem Spray wasserfest versiegeln lassen. Nano Coating nennt sich das. Da das Gerät dazu geöffnet und zum Teil auseinandergebaut werden muss, verliert man aber die Herstellergarantie.

Beim Missgeschick richtig reagieren.

Doch was, wenn ein Telefon ins Wasser fällt, das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geschützt ist, oder von dem man es einfach nicht weiß? Dann gilt es, schnell zu handeln, rät Mausolf: Ausschalten, falls möglich Akku rausnehmen, SIM- und Speicherkarten entfernen "und dann zehn Minuten mit einem Staubsauger die Feuchtigkeit absaugen". Dann ab mit dem Handy in eine mit Reis gefüllte Box, einen Tag trocknen lassen und wieder anschalten. "Dann stehen die Chancen fifty-fifty, dass das Gerät wieder funktioniert." sg/dpa

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