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Steuer aktuell Sicherheitseinbehalt: Gute Nachrichten für Bauunternehmer

Auftraggeber von Bauarbeiten behalten nicht selten fünf bis zehn Prozent der Schlussrechnung als Sicherheit für eventuelle Mängel ein. Das Dumme daran: Selbst wenn der Kunde zehn Prozent weniger überweist, pocht das Finanzamt im Rahmen der Sollbesteuerung darauf, dass die Umsatzsteuer für den vollen Rechnungspreis bezahlt wird. Doch das ändert sich jetzt.

Der Bundesfinanzhof erlaubt es nun, dass bei einer Vorfinanzierung der Umsatzsteuer für die Dauer des Sicherheitseinbehalts von zwei bis fünf Jahre davon ausgegangen werden darf, dass die Forderung auf den Sicherheitseinbehalt uneinbringlich ist.

Folge: Die Umsatzsteuer für den noch erhaltenen Sicherheitseinbehalt darf berichtigt werden (BFH, Urteil v. 24.10.2013, Az. V R 31/12; veröffentlicht am 5.2.2014).

Beispiel: Ein Bauunternehmer stellt eine Schlussrechnung über 100.000 Euro zuzüglich. 19.000 Euro Umsatzsteuer. Der Kunde behält davon 5.950 Euro als Sicherheit ein (Dauer des Sicherheitseinbehalts: fünf Jahre; fünf Prozent von 119.000 Euro). Der Bauunternehmer unterliegt der Sollbesteuerung.

  Bisherige Rechtslage Neue Rechtslage
Abzuführende Umsatzsteuer aus Schlussrechnung 19.000 Euro 19.000 Euro
Umsatzsteuerberichtigung wegen Sicherheitseinbehalt 0 Euro -950 Euro
Folge Umsatzsteuer muss vorfinanziert werden, bis die Zahlung des Sicherheitseinbehalts nach 5 Jahren erfolgt. Keine Vorfinanzierung der Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuer muss erst ans Finanzamt bezahlt werden, wenn der Kunde den Sicherheitseinbehalt ausbezahlt.

 

Tipp: Das Urteil hat keine Auswirkung, wenn der Kunden den vollen Rechnungsbetrag bezahlt und der Sicherheitseinbehalt durch eine Bankbürgschaft abgesichert ist. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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