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Kritische Infrastruktur SHK-Betriebe erhalten mehr Rechte für den Notfall

Die Corona-Krise fordert die SHK-Betriebe aufs Äußerste. Die Branche hat nun Unterstützung durch die Politik bekommen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

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"Unser Handwerk ist de facto Teil der sogenannten kritischen Infrastruktur, ohne indes bisher von der Politik offiziell dazu bestimmt worden zu sein. Gesundheit, Trinkwasser, Hygiene, Wärme, Energie – lebenswichtige Faktoren, die die kritische Infrastruktur definieren, sind Arbeitsfelder unserer Betriebe“, beklagte sich Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), am Anfang der Woche.

Nun hat die Politik reagiert, SHK-Handwerksbetriebe werden der sogenannten "KRITIS“, der kritischen Infrastruktur in Deutschland, zugeordnet. Das bestätigte das Bundesinnenministerium per Schreiben an den ZVSHK am Freitag: "Grundsätzlich zählen die SHK-Betriebe zu diesen systemrelevanten Einrichtungen, da nach hiesigem Verständnis auch sämtliche benötigten Dienstleistungen hierzu zählen, die zur Aufrechterhaltung der jeweiligen kritischen Dienstleistung (wie z.B. Wasser – und Energieversorgung) notwendig sind. Die Betriebe des SHK-Handwerks gewinnen durch diese Bestätigung Sicherheit vor allem bei Notdiensteinsätzen.

Krankenhäuser, Pflegeheime, Lebensmittelbetriebe, öffentliche Verwaltung – diese Einrichtungen der kritischen Infrastruktur benötigen zur Aufrechterhaltung ihrer Arbeitsfähigkeit die Unterstützung von Handwerksbetrieben aus dem Bereich Sanitär-Heizung-Klima. Es sei deshalb dringend erforderlich, "dass wir gerade für Notdiensteinsätze zur Gefahrenabwehr.  "Wie sollen zum Beispiel notwendige Reparaturmaßnahmen in Altenheimen oder Quarantänebereichen überhaupt noch durchgeführt werden, wenn diese abgeschottet sind?“ Bramann forderte die Politik auf, Handwerkern in kritischen Umgebungen die Arbeit mit schnell zu erlassenden behördlichen Regelungen zu vereinfachen.

Wirtschaftlicher Absturz droht

ZVSHK-Präsident Michael Hilpert bezeichnete die Lage seiner Branche als „ernst“, auch für die SHK-Innungsbetriebe. "Die arbeiten gegenwärtig hart dafür, vor allem wichtige und notwendige Notdiensteinsätze zu leisten.“ Nach langen Jahren des ungebrochenen wirtschaftlichen Aufschwungs und der vollen Auftragsbücher drohe dem SHK-Handwerk – wie allen anderen Branchen – ein tiefer wirtschaftlicher Absturz. Erforderlich sei schnelle finanzielle Hilfe, "die betroffenen Betrieben auf unbürokratische Weise Liquidität verschafft“.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) ist die Standesorganisation von 48.000 Handwerksbetrieben mit fast 375.000 Beschäftigten. Der Jahresumsatz des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks lag 2019 bei 46,5 Milliarden Euro. Die 24.000 Innungsbetriebe erwirtschafteten mit ihren 215.000 Beschäftigten fast zwei Drittel des Gesamtumsatzes. str

Aktuelle Infos für SHK-Unternehmer: https://www.si-shk.de/

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