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Leitfaden zur Suchmaschinenoptimierung Regionaler Betrieb: In acht Schritten gefunden werden

Auch wenn viele Handwerksbetriebe ihre Kundschaft persönlich kennen und in ihrer jeweiligen Region ein Name sind, lohnt es sich, das Unternehmen über das Internet bekannter zu machen. Acht Tipps, um von Google & Co. gefunden zu werden.

Eine regionale Suchmaschinenoptimierung gehört zu den Kernpunkten des Internetauftritts kleiner und mittelständischer Unternehmen. "Regionales SEO" also. Zu Unterscheiden ist OnPage (die Webseite selber), OffPage (wie ist die Webseite auf anderen Seiten vorhanden) und Marketing.

1. Die Suche nach sich selbst

Man googelt sein Unternehmen und schaut was dabei raus kommt. Ist die Unternehmensseite auf den ersten Plätzen? Tauchen Seiten für Unternehmensbewertungen auf? Wie sieht die Meta-Description (der Text der unter dem Treffer steht) aus? Und ganz wichtig: taucht man selber in der Google Karte und der zugehörigen Liste auf? Falls das nicht der Fall ist, lesen Sie weiter!

2. Schauen Sie, woher Ihre Besucher kommen

In Google Analytics auf "Zielgruppe" → "Geografisch" → "Standort". Bei "Primärer Dimension" auf "Stadt" und schon hat man die Besucherzahlen geografisch aufgeschlüsselt:

Mit der Option "Sekundäre Dimension" lassen sich verschiedene weitere Aspekte zuschalten, beispielsweise " Akquisition", also ob die Besucher aus Sozialen Netzwerken oder der Google-Suche kommen. Diese Zahlen sollte man immer im Auge behalten und regelmäßig prüfen! Steigen die Besucherzahlen oder fallen sie? Woher kommen die meisten Besucher und passt diese Stadt zu meinem Einzugsgebiet?

Diese ersten beiden Punkte gelten der Recherche. Jetzt geht es ans Eingemachte!

3. Einheitlichkeit bei Name, Telefonnummer und Adresse

Der Name, die Adresse und die Telefonnummer müssen überall die selben sein! Egal ob auf Google Places, Facebook, den GelbenSeiten oder auf der eigenen Webseite. Hört sich trivial an, Suchmaschinen arbeiten aber mit Algorithmen. Sind verschiedene Telefonnummern für ein und die selbe Firma auf unterschiedlichen Seiten angegeben, haben Suchmaschinen Probleme diese Telefonnummern richtig zuzuordnen. Die Gefahr im Ranking zu fallen, besteht aufgrund unterschiedlicher Telefonnummern leider noch immer.

Was passiert bei mehreren Filialen?

Was macht man wenn man mehrere Filialen oder Zweigstellen in verschiedenen Regionen hat? Es ist möglich verschiedene Domains für verschiedene Filialen aufzubauen, was aber kostenintensiv ist. Einfacher geht es, wenn man auf der Hauptseite die verschieden F ilialseiten als Unterseiten einrichtet. Am besten auch mit Google Maps, Anschrift, Telefonnumer. Dadurch werden Nutzer, die in Stadt X nach einer Dienstleistung suchen, nicht auf die Seite in Stadt Y geleitet – sondern kommen dort an, wo sie suchen.

4. Google Places

Über Google Places kann man der Suchmaschine eindeutig klarmachen, wer man ist, was man anbietet und wo man das Unternehmen finden kann. Nach einer unkomplizierten Anmeldung, sollte die Branche so feinkörnig wie möglich angegeben werden, allerdings ohne geografische Angabe (also nicht: "Schreinerbetrieb Rosenheim"). Die Adresse und die Inhaberschaft müssen per Postkarte bestätigt werden, was auch ohne Probleme funktioniert. Auch für mehrere Filialen mit verschiedenen Adressen, kann man in Google Places einen Eintrag anlegen. Hier bitte Firmenname + Ort bzw. Stadtteil des jeweiligen Standortes eintragen. Jeder weitere Eintrag muss ebenfalls mit einer Branchenkategorie gesondert aufgeführt werden. Was die Google-Places-Seite selber angeht: Ein aussagekräftiges Bild darf gerne eingefügt werden, die verschiedenen Spalten lassen recht viel Spielraum für das eigene Unternehmen zu werben. Öffnungszeiten, eine Unternehmensbeschreibung oder Fotos sollten ebenfalls rein.

Google Places lässt das Einzugsgebiet für ein Unternehmen festlegen. Das kann insbesondere wichtig sein, wenn man nicht im Stadtzentrum sondern in einem Vorort ansässig ist. Wählen Sie hier die Option "Ja, mein Geschäft beliefert Kunden oder bietet Dienstleistungen vor Ort an" und legen Sie den Umkreis fest oder wählen Sie aus einer Liste der Einzugsgebiete. Bei der Option "Nein, alle Kunden kommen zum Geschäftsstandort", ist diese Möglichkeit nicht gegeben.

5. Regioportale

Regioportale und branchenspezifische Webkataloge sind absolute Pflicht. Beispiele für überregionale Portale sind "GelbeSeiten", "DasOertliche", "GoYellow" oder "MeineStadt". Auch branchenspezifische Portale (bspw.: maler-rosenheim.eu oder stadtbranchenbuch.com) kann man einfach durch eine Sucheingabe "Branche + Stadt" finden. Daneben haben die meisten Städte oder Regionen eigene Verzeichnisse ( bspw.: reutlingen.de/branchenbuch).

Auch hier gilt: einheitliche Telefonnummern, Adresse und Name. Für Google ist es (noch) relativ schwierig, hinter "Schreinermeister Müller" und "Müller Schreinerbetrieb" ein und die selbe Firma zu erkennen.

Sie inserieren schon in der regionalen Tageszeitung? Einwandfrei, versuchen Sie auch auf die Internetseite der Zeitung zu kommen – sei es mit einem Artikel, dem Bericht über eine Veranstaltung oder ähnliches.

6. OnPage: Seitentitel, Geolocations, Google Maps, Kontakt

Die Seite selber sollte idealerweise von jemanden gestaltet werden, der sein Handwerk versteht. Die wichtigsten Punkte in Bezug auf eine regionale Suchmaschinenoptimierung sind:

- Ein aussagekräftiger und sinnvoller Titel, auch <title> tag genannt. Jede einzelne Unterseite sollte einen Titel haben. Dieser darf eine gewisse Länge nicht überschreiten, sonst kommt es zu unschönen Anzeigen in den Suchergebnissen. Hier lässt sich ganz einfach testen wie die Seite später in den Suchergebnissen aussehen wird. Natürlich sollte auch der regionale Bezug im Titel nicht fehlen, bei mehreren Standorten sollten diese in den Titel der jeweiligen Unterseite mit aufgenommen werden ("Schreinermeister Müller Rosenheim", "Schreinermeister Müller Traunstein")

- Mit einer "Meta-Description" bezeichnet man die Kurzbeschreibung einer Seite. Diese wird ebenfalls in den Suchergebnissen angezeigt und sollte idealerweise einladen, auf das Suchergebnis zu klicken. Setzt man keine eigene Meta-Description, generiert Google eine eigene aus den Daten auf der Webseite– was nicht unbedingt das beste ist. Mit dem obigen Tool, lässt sich auch hier die optimale Länge der Beschreibung feststellen.

In der Praxis sieht das folgendermaßen aus:

<head>

<meta name="description" content="Hier sollte ein aussagekräftiger Text über Ihre Seite stehen.">

</head>

Mit einem Geo-Tag können Sie Google zeigen wo Sie sind. Diese Seite  übersetzt Ihre Adresse in einen html-Code, der, wenn er auf der Seite im <head> Bereich steht, die exakten Koordinaten für Google angibt.

7. Bewertungen, Social Media und Content

Bewertungen sind das wichtigste Marketingmittel eines Unternehmens. Kunden vertrauen der Meinung und den Erfahrungen anderer Kunden. Das einfachste Mittel ist ein Bewertungssystem auf der Seite, je nach Branche oder Dienstleistung helfen auf Erfahrungsberichte, die aber prominent, also irgendwo auf der Startseite oder unter einem Reiter "Referenzen" kommuniziert werden.

Social Media ist nicht für jedes Unternehmen ein sinnvoller Weg um Geld zu investieren (auch wenn nicht alle meiner Kollegen mir hier zustimmen würden). Zumindest nicht wenn "man einfach um dabei zu sein" auf Facebook und Co ein Profil anlegt. Haben Sie interessante Neuigkeiten aus Ihrer Branche oder über Ihre Firma und stehen diese Neuigkeiten auf Ihrer Webseite, beispielsweise auf einem Blog – dann lohnt es sich diese Inhalte in die Soziale Netzwerke zu tragen. Dazu gehören auch How-To Videos, Tipps und Tricks, oder die Vorstellung neuer Mitarbeiter. Bieten Sie interessante Inhalte, zeigen Ihr Unternehmen von einer guten Seite und vermitteln Fachwissen. Dann kann man mit gutem Gewissen in den Sozialen Netzwerken unterwegs sein und Fans sammeln!

Fazit

Schauen Sie sich Ihren gesamten Auftritt im Internet an: Die Webseite, Profile auf Google, Facebook, etc. und Einträge in Branchenportalen. Wirkt der Auftritt seriös und vertrauensvoll? Werden ihre Fachkompetenzen deutlich gemacht und wirken sie authentisch? Wird dies auch von Internetnutzern bestätigt? Dann haben Sie alles richtig gemacht!

Leider haben kleine Fehler oder Ungereimtheiten große Auswirkungen. Wenn man sich dann noch mit Google Places anlegt und beispielsweise zwei Einträge zu einem verschmelzen will oder eine andere Firma mit einem ähnlichen Namen auch einen Eintrag hat – dann frisst die Problemlösung auf einmal sehr viel Zeit. Agenturen haben hier die nötige Erfahrung und Know How solche Hindernisse schnell zu lösen und eine saubere und langfristige Optimierung der Seite zu gewährleisten.

Tilmann Klosa studierte Philosophie und Rhetorik in Tübingen. Er ist Online Marketing Berater bei der SEO Küche Internet Marketing.

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