Freiburg -

Auslandspraktikum Selbstvertrauen gestärkt

Viele neue Eindrücke, unbekannte Facetten des eigenen Berufs und einen erweiterten Horizont – all das konnten sieben Auszubildende aus dem Süden Frankreichs aus Deutschland mitnehmen.

Die Auszubildenden der Berufsschule des Departements Ariège, das nahe der Grenze zu Spanien und Andorra liegt, wurden passend zu ihrem jeweiligen Ausbildungsberuf in südbadischen Betrieben aufgenommen: Neben vier Auszubildenden im Metallbau-Bereich waren ein Bäckerlehrling und zwei Kaufleute im Einzelhandel mit von der Partie. Begleitet wurden die Lehrlinge von zwei Lehrerinnen.

Münster, Foodtruck und Kirschtorte als Höhepunkte

Die jeweilige Arbeit in den Betrieben hielt für jeden Auszubildenden besondere Höhepunkte bereit: Maxime, einer der Metallbau-Auszubildenden, arbeitete beispielsweise in luftiger Höhe am Freiburger Münster. Nicolas, der vor seiner aktuellen Ausbildung als Einzelhandelskaufmann schon Fleischereifachverkäufer gelernt hat, war mit einem Foodtruck unterwegs. Bäcker-Azubi Arnaud buk bereits am zweiten Tag seine ­erste Schwarzwälder Kirschtorte.

Ihre jeweiligen Arbeitsstätten lernten die sieben Auszubildenden recht schnell kennen: An einem Willkommenstag wurden die Werkstätten der Gewerbe Akademie in Freiburg besichtigt sowie allgemeine Infos zur Ausbildung und zum Leben in Deutschland vermittelt. An Tag 2 traten die jungen Franzosen dann ihre Arbeit bei der Schlosserei Waldner, der Schlosserei Hubert Drazek, Metallbau Winterhalter, der Feinkostmetzgerei Pum, dem Modehaus Fabel und der Bäckerei Lienhart an.

Wie so oft bremsten anfangs vor allem Verständigungsschwierigkeiten die engagierten Teilnehmer aus. Bei den französischen Gästen waren kaum Deutschkenntnisse vorhanden; manche sprachen auch nur wenig englisch. In einigen Betrieben sprachen Chefs oder Kollegen französisch – ansonsten war eine Verständigung dank großer Bemühungen auf beiden Seiten möglich. Vor allem für die beiden Verkäufer war dies eine besondere Herausforderung.

Erwachsener wieder zu Hause angekommen

Während des 14-tägigen Praktikums stand zwar die Arbeit im Mittelpunkt, aber auch die gemeinsame Freizeitgestaltung kam nicht zu kurz. An den meisten Abenden zeigte die tägliche Arbeit ihre Wirkung, dennoch gab es einige gemeinsame Schwimmbadbesuche. Am Wochenende wurden dann mit dem Europa-Park und dem Badeparadies Schwarzwald die Highlights in der Region angesteuert. Das tolle Wetter hinterließ dabei bei den Teilnehmern einen bleibenden Eindruck: „Im Norden ist es gar nicht so kalt, wie wir dachten.“ Generell würden alle Auszubildenden gerne jederzeit wieder kommen – wenn nur die lange Anreise nicht wäre.

Auch die teilnehmenden Betriebe zogen ein positives Fazit. „Es war ein tolles Projekt, ein interessanter Austausch“, berichtete beispielsweise Angela Vogel-Pum von der Metzgerei Pum. „Alle im Betrieb haben ihre Englisch-Kenntnisse aufgefrischt und ich mein Französisch – und dank Wörterbuch, Händen und Füßen haben wir uns alle prächtig verstanden.“

Bei der Bäckerei Lienhart war man ebenfalls sehr zufrieden mit dem Verlauf des Praktikums. „Wir würden uns jederzeit wieder beteiligen.“ Auch Andrea Rosenstiel, die Fachlehrerin der Metallbauer, zeigte sich vom Nutzen des Praktikums überzeugt: „Die Teilnehmer waren sehr begeistert.“ Sie hatten nicht erwartet, dass sie so herzlich in den Betrieben aufgenommen würden und gleich mitarbeiten dürften. „Dadurch haben sie Selbstbewusstsein getankt und sind erwachsener wieder zu Hause angekommen. Sie haben ihren Beruf von einer anderen Seite ­erlebt und andere Arbeitsabläufe kennengelernt.“

Unterstützung

Da Mobilität keine Einbahnstraße ist, bieten sich auch für deutsche Auszu­bildende Möglichkeiten, einen Auslandsaufenthalt während der Aus­bildung zu absolvieren – oftmals sogar unterstützt durch Fördergelder. Die Handwerkskammer Freiburg bietet mit ihrer Mobilitätsberaterin Heike Schierbaum eine passende Unter­stützung für interessierte Auszu­bil­d­ende und Betriebe.

Mehr dazu unter hwk-freiburg.de/auslandspraktikum

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