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Studie Schwarzarbeit wird 2008 zurück gehen

Die Schwarzarbeit wird laut einer Studie in diesem Jahr weiter sinken. Der geschätzte Anteil am Bruttoinlandsprodukt soll im Vergleich zum Vorjahr von 14,7 auf 14,2 Prozent zurück gehen.

Im Vergleich zur Prognose des Vorjahres werde das finanzielle Volumen der Schattenwirtschaft 2008 um rund 2,2 Milliarden Euro auf insgesamt etwa 347 Milliarden Euro zurückgehen, teilten der Linzer Wirtschaftsforscher Friedrich Schneider und das Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in einer gemeinsamen Prognose mit.

Für den Rückgang der Schattenwirtschaft sind laut Studie vor allem die geringere Arbeitslosigkeit, Entlastungen bei den Lohnnebenkosten und die steuerliche Absetzbarkeit von Haushaltsdienstleistungen verantwortlich. Mit einem geschätzten Anteil von etwa 38 Prozent werde der größte Teil des Schattenwirtschaftsvolumens auf die Baubranche entfallen. Dahinter folgten unter anderen die Dienstleistungsbranche, haushaltsnahe Dienstleistungen sowie Unterhaltungs- und Vergnügungsbetriebe.

In den vergangenen fünf Jahren ist das Volumen der Schwarzarbeit den Angaben zufolge um rund 23,2 Milliarden Euro zurückgegangen. Andere Länder wie Italien, Finnland oder Belgien hätten die Schattenwirtschaft im gleichen Zeitraum jedoch deutlich stärker zurückgedrängt.

Einführung von Mindestlöhnen kontraproduktiv

Die Einführung von Mindestlöhnen wirkt sich dabei nach Ansicht der Wirtschaftsforscher kontraproduktiv auf die Bekämpfung der Schwarzarbeit aus, weil sie die Lohnkosten in der offiziellen Wirtschaft weiter steigere. Die Schätzungen der Wirtschaftsforscher beruhen den Angaben zufolge unter anderem auf der Annahme, dass Schwarzarbeit mit Bargeld entlohnt wird. Mit Hilfe einer Bargeldnachfragefunktion könne es gelingen, diese bar entlohnten Leistungen zu schätzen und damit das Volumen der Schattenwirtschaft zu berechnen.

ddp

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