Meinung -

Kommentar Schulz-Zug am Prellbock?

Wer oder was trägt Schuld an den jüngsten Niederlagen von Martin Schulz und seiner SPD? Was die aktuellen Entwicklungen für das Handwerk bedeuten und wie sich Vertreter der Branche vor der Bundestagswahl verhalten sollten.

Die vergangenen Landtagswahlen haben Parteistrategen wie Wahlforscher teilweise erheblich verblüfft. Sie haben aber auch gezeigt, dass die Wähler mündiger sind, als sie manchmal eingeschätzt werden.

Der Schulz-Hype, der vor gut zwei Monaten mit der Wahl zum Kanzlerkandidaten und mit 100 Prozent der gültigen Stimmen auch zum Vorsitzenden der SPD seinen Höhepunkt hatte, ist mittlerweile Schall und Rauch. Prominente Experten diagnostizierten damals Merkel-Müdigkeit und sahen in Schulz den Mann mit Vertrauensvorschuss, der insbesondere auch mit emotionaler Ansprache punktet.

Wie sind die Niederlagen der SPD zu erklären?

Mit dem neuen Mann an der Spitze sind die Sozialdemokraten aber nun bei drei Landtagswahlen als klarer Verlierer vom Platz gegangen. Besonders schmerzlich dürfte die Niederlage im Stammland der SPD – in Nordrhein-Westfalen – gewesen sein. Wie ist das zu erklären? Vielleicht mögen es die Wähler nicht gerne, wenn sich jemand Monate vor der Bundestagswahl schon selbst zum nächsten Bundeskanzler ausruft? Hinzu kommt, dass es wohl auf längere Sicht nicht ausreicht, menschliche Eigenschaften statt programmatischer Punkte in die Waagschale zu werfen.

Die Wähler wollen keinen vermeintlich netten, sondern einen Kandidaten bzw. eine Kandidatin, der/die ihnen auch Antworten auf die zentralen Herausforderungen unserer Zeit bietet. Aber es wäre auch ungerecht, Herrn Schulz alleine dafür verantwortlich zu machen, dass diese Landtagswahlen so gegen die SPD ausgegangen sind. Die Ursachen liegen wohl zu einem nicht geringen Teil bei der Arbeit der Landesregierungen, die die Wähler überzeugte oder eben nicht überzeugte.

Man wartet nun gespannt, wie es weitergeht bei der Aufstellung für die Bundestagswahl. Bis zum 24. September kann sich noch einiges tun. Man muss sich aber wohl schon darauf einstellen, dass dem neuen Parlament mehr Parteien angehören als dem aktuellen.

Hausaufgaben für das Handwerk vor der Bundestagswahl

Das Handwerk ist gut beraten, bereits im Vorfeld des Wahlkampfs klar zu signalisieren, was es vom nächsten Bundestag erwartet. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat dazu entsprechende Wahlprüfsteine veröffentlicht. Sie behandeln die wichtigsten Anliegen des Handwerks.

Was nun besonders wichtig ist: Jeder Handwerker und jede Handwerkerin sollten sich diese Positionen nach Möglichkeit zu eigen machen und die Kandidaten aller Parteien für den nächsten Bundestag fragen, wie sie Anliegen des Handwerks gerecht werden wollen.

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