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Steigende Preise bei Rohstoffen Schuhe werden wahrscheinlich teurer

Schuhe werden in Deutschland wahrscheinlich teurer. Nach einem bisher preisstabilen Jahresverlauf trotz Anhebung der Mehrwertsteuer sei in den kommenden Monaten ein Preisanstieg wahrscheinlich, prognostizierte der Hauptverband der Deutschen Schuhindustrie (HDS).

Über die Höhe des möglichen Anstiegs machte HDS-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert keine Angaben. Grund für die erwartete Preissteigerung seien vor allem Verteuerungen bei Rohstoffen und anderen für die Schuhfertigung benötigten Materialien.

Nach Branchenangaben legten die Einkaufpreise der Schuhindustrie zuletzt zwischen drei und fünf Prozent zu. Der HDS äußerte sich anlässlich der bevorstehenden internationalen Schuh- und Lederwarenmesse (GDS/GLS) im kommenden Monat in Düsseldorf. Vom 14. bis 16. September zeigen knapp 1400 Aussteller aus 45 Ländern die Schuh- und Taschenkollektionen für die kommende Frühjahrs- und Sommersaison.

Mit Blick auf diese Fachmesse zeigt sich der Schuheinzelhandel angesichts eines wieder in Fahrt gekommenen Geschäfts zufrieden. Stagnierte der Umsatz im Vorjahr gegenüber 2005 noch bei rund sechs Milliarden Euro, konnten der Schuhhandel dagegen in den ersten sieben Monaten nominal ein Plus von knapp fünf Prozent verbuchen, wie der Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) berichtete. Preisbereinigt sei der Zuwachs wegen der Mehrwertsteuererhöhung aber niedriger ausgefallen. Absolute Zahlen will der Verband zum Messebeginn vorlegen.

Immer mehr Schuhe auch in den deutschen Geschäften kommen dabei aus Asien — eine Entwicklung, die der HDS nicht für unproblematisch hält. Denn diese Länder, die weite Teile der Welt mit Schuhen versorgen, behalten inzwischen angesichts eines steigenden Eigenbedarfs immer mehr Anteile ihrer Fertigung für sich.

Da der Weltbedarf an Schuhen angesichts einer stetig steigenden Bevölkerung immer mehr zunimmt, werden langfristig sogar Engpässe nicht ausgeschlossen. Allein bis 2050 soll die Zahl der Menschen von jetzt 6,5 auf 9 Milliarden zunehmen. "Es ist sicher nicht ganz unproblematisch, eine so große Zahl von Menschen mit Schuhen zu versorgen", sagte Junkert.

Vor dem Hintergrund hält der HDS einen deutlichen Ausbau der Kapazitäten für geboten, um auch langfristig eine weltweite Versorgung mit bezahlbaren Schuhen zu sichern. Eine Chance sieht Junkert in diesem Zusammenhang für die deutsche und europäische Schuhindustrie, die sich mit modischem Design und hoher Qualität von den Wettbewerbern absetzen könne.

In Deutschland seien die Verbraucher inzwischen wieder bereit, mehr Geld für Schuhe auszugeben: "Die Geiz-ist-Geil-Mentalität ebbt langsam ab."

Quelle: ddp

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