Meisterstücke -

Holzklötzchen passen sich dem Sitzenden an Schreiner erfindet weiche Sitzfläche aus Holz

Um die außergewöhnlichen Bänke und Stühle herzustellen, verklebt er die kleinen drei Zentimenter großen Holzquadrate erst mit einem speziellen Fleece und danach mit einem besonders stabilen Schaumstoff. Den ließ er sich extra entwickeln, damit die Verankerung robust ist – das Endergebnis ist damit nicht höher als ein Stoffpolster. Die Klötzchen müssen exakt im Winkel stehen, sonst funktioniert die Konstruktion nicht mehr. Am Ende sind die kleinen Quadrate nahtlos verbunden, sodass es auch möglich ist, Krümel abzu­wischen.

Sauberes, exaktes Arbeiten sei bei diesen Möbeln wichtig, da viele kleine Teile zusammengesetzt werden. Beim Zuschneiden dürfen sie zudem nicht durcheinandergeraten, weil sonst die Struktur des Holzes nicht mehr richtig abgebildet wird, erklärt der Schreiner. "Da steckt viel Know-how drin und es hat seine Kniffe." Bisher ist seine Idee fast nur in seinen Kundenkreis im Raum Freiburg durchgedrungen.

Doch er nutzt auch Fachmessen, um seine Produkte einem breiteren Publikum zu präsentieren. Im Juni bekam der Handwerker auf der Südwest-Messe in Villingen-Schwenningen, wo sich etwa 1.000 Schreiner tummeln, sechs neue Aufträge für Stühle und Bänke: "Die Leute sind begeistert, wenn sie sich erst einmal hingesetzt haben."

Um ihm bei der Verbreitung ­seiner Erfindung zu helfen, stellt ein befreundeter Kollege nahe Stuttgart Seckingers Produkte in seiner Möbel­ausstellung aus. "Das hilft enorm viel", sagt Seckinger. Er ist aber auch an der Zusammenarbeit mit anderen Betrieben interessiert, um seine Innovation noch weiter voranzutreiben: "Ich bin für alles offen, was Lizenzen und Ähnliches angeht."

"Ich habe Spaß daran, eine tolle Arbeit zu machen"

Der Schreinermeister bildet in seiner 700 Quadratmeter großen Werkstatt im Schwarzwald auch regelmäßig Jugendliche aus. Doch auch vor ihm macht das Lehrlingsproblem nicht Halt. "Es kommen so gut wie keine Bewerbungen mehr. Jugendliche gehen lieber in größere Betriebe. Außerdem ist unser Bildungswesen auf Bildungswahn ausgelegt", moniert er.

Seckinger selbst begann seine Schreinerlehre mit 15 Jahren, doch er wusste schon als Kind, dass er einmal Schreiner werden würde. Zunächst war er in einem Schreinerbetrieb angestellt, gründete er dann 1993 seine eigene Firma. "Ich wollte meine eigenen Ideen umsetzen, eigene Aufträge bearbeiten", erzählt er. "Es ist viel Arbeit als Selbstständiger, aber ich habe es nie bereut." Das Wichtigste ist für ihn die Freude an der Arbeit: "Ich habe Spaß an meinem Beruf und daran, eine tolle Arbeit zu machen. "

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