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Einstieg in die Photovoltaik Sauberer Strom für alle

Meist sind es die Investitionskosten, die interessierte Verbraucher abhalten in die Energiewende einzusteigen. Damit grüne Energie bezahlbar bleibt, setzt die Geislinger Firma Solera auf das “0-Euro-Konzept“.

“Wir beschäftigen uns ausschließlich mit regenerativen Energien. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal in der Region und unsere DNA“, sagt Reiner Stauss, Geschäftsführer des 2008 gegründeten Heizungs- und Elektrofachbetriebs Solera. Ursprünglich aus der Photovoltaik kommend, deckt der Betrieb alles ab, was mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen zu tun hat: Photovoltaik, Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie, Speichertechnik und alle technisch machbaren Kombinationen für Privatkunden, Gewerbebetriebe und Industrie.

Die abendliche Beleuchtung des Hauses mit dem Solarstrom aus dem Batteriespeicher oder die Koppelung Photovoltaik mit Wärme gehörten heute zu den alltäglichen Anforderungen an das Unternehmen, erklärt der Wirtschaftsingenieur. “Wir haben die technische Kompetenz, auf dem gesamten grünen Feld unterwegs zu sein und stellen den Kunden mit seinen Bedürfnissen in den Vordergrund.“

An den Kosten angesetzt

Damit verbunden sei die Frage, was grundsätzlich interessierte Verbraucher davon abhalte, in die Energiewende einzusteigen und beispielsweise eine Photovoltaikanlage zu nutzen. Das seien neben der Optik – nicht jeder Kunde schätze eine auffällige Anlage auf dem Dach – vor allem die Investitionskosten.

An diesem Punkt setzt das “0-Euro-Konzept“ an. Der Kunde mietet eine Photovoltaikanlage über zwanzig Jahre, die er anschließend zum symbolischen Preis von einem Euro übernehmen kann. Im Mietpreis, abhängig von der Anlagengröße, sind sämtliche Kosten für Fernüberwachung, Wartung und Garantieleistungen enthalten. Während die finanzielle Belastung über einen langen Zeitraum gestreckt wird, profitiert der Hauseigentümer bereits vom ersten Tag an, indem er seinen eigenen umweltfreundlichen Solarstrom nutzt und seine Energiekosten reduziert. Die Gesamtrechnung sei überzeugend, so Stauss. In 98 Prozent der Fälle spare der Verbraucher bares Geld. “Die monatliche Ersparnis liegt zwischen 20 und 50 Euro, und zwar sofort.“

Bundesweit verfügbar

Das “Rundum-sorglos-Paket“ kommt an. Stauss berichtet von einer “sehr guten Nachfrage“. Mittlerweile ist das 2017 eingeführte Modell über Lizenznehmer bundesweit verfügbar. Im ersten Halbjahr 2019 wurden insgesamt 1.100 Mietverträge abgeschlossen. “Wir haben es geschafft, ein technisches Produkt über den Kundennutzen, optische Gestaltungsoptionen und die Ersparnis in den Markt zu bringen“, sagt Stauss. Vom Bundesverband des Sanitär-Heizung-Klima-Handwerks wurde Solera jüngst mit dem Marketingpreis ausgezeichnet.

Von der Idee bis zur Marktreife dauerte es rund drei Monate, in der viele Fragen zu klären waren. Beispielsweise die nach der Refinanzierung des Mietmodells. Die übernimmt die neu gegründete Ezee benefit, die wie Solera zur Thomas Preuhs Holding GmbH gehört. Unter demselben Dach befinden sich der Fachgroßhandel Ezee energy und die Smirro GmbH, ein auf Solarthermie spezialisiertes Unternehmen.

Auf dem Weg zum Komplettanbieter

“Wir sind auf dem Weg, Dinge anders anzugehen“, sagt Stauss. Dies gelte für das Zusammendenken der verschiedenen Gewerke und die digitale Vernetzung ebenso für organisatorische Fragen, die Abläufe auf der Baustelle und nicht zuletzt für die Entwicklung des Leistungsangebots. Die Zukunft des Unternehmens formuliert Stauss so: “Ein Komplettanbieter, der regenerative Energie und zeitgemäße Nutzungskonzepte übergreifend zur Verfügung stellen kann. Das Verkaufen steht nicht mehr im Vordergrund.“
Das Unternehmen, das am Stammsitz und in Göppingen 60 Mitarbeiter beschäftigt, soll in den nächsten Jahren weiter wachsen und soll dabei schnell und beweglich bleiben. Stauss spricht “vom nächsten Schritt“. Eine Frage, die ihn beschäftigt, lautet: Hören wir bei der Photovoltaik auf, oder können wir weitergehen?“

solera.de

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