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Galapagos-Inseln Sanfte Giganten

Die Tier- und Pflanzenwelt auf den Galapagos-Inseln ist einmalig und viele Arten gibt es nur dort. Von "sanften Giganten" bis zu "Kobolden der Dunkelheit" reicht die Artenvielfalt.

Als kleiner Junge bekam ich einen Bildband mit den außergewöhnlichsten Tieren der Welt geschenkt. Mehrere Doppelseiten waren den Meerechsen auf den Galapagos-Inseln gewidmet, die es nur auf dieser Inselgruppe gibt. Ich las alles, was ich über diesen Archipel und seine fantastische Tierwelt in die Finger bekam, und träumte davon, eines Tages zu den ­Galapagos-Inseln zu reisen.

Über 100 kleine Inseln

Diesen Traum konnte ich mir erfüllen. Von Ecuador aus erreicht man die Inseln mit dem Flugzeug von der Hauptstadt Quito oder der Küstenstadt Guayaquil in etwa zwei Stunden. Dadurch sind die Galapagos ein touristisches Ziel geworden, das mittlerweile rund 170.000 Besucher im Jahr anlockt. Die Inselgruppe besteht aus 14 größeren und über 100 kleineren bis winzigen Inseln. Nur fünf davon sind bewohnt. Der Tourismus ist inzwischen die größte Einnahmequelle, aber zugleich auch die größte Bedrohung für das sensible Ökosystem und die Tierwelt des Archipels. Die ecuadorianische Regierung hat daher, auch auf Druck der Unesco, die Besucherströme limitiert. Eine ab diesem Jahr gültige Regelung erlaubt den Gästen nur noch eine maximale Aufenthaltsdauer von vier Nächten und fünf Tagen.

Außerhalb der bewohnten Gebiete gilt alles als Nationalpark. Das Gebiet darf von Touristen nur mit ausgebildeten und lizenzierten Führern betreten werden. Dass dies Sinn ergibt, liegt auf der Hand, denn die Tiere und Pflanzen der Inseln sind einmalig auf der Welt.

Allen voran die Meerechsen. Sie sehen aus wie kleine Drachen aus der Vergangenheit. Charles Darwin, der Begründer der Evolutionstheorie, nannte sie "Kobolde der Dunkelheit". Die Männchen können bis zu 1,30 Meter lang werden. Es handelt sich aber um sanfte Drachen, denn sie sind Vegetarier und ernähren sich von Meeresalgen. Auch ihre Verwandten, die Drusenköpfe, die auf dem Land leben, sind meist Pflanzenfresser.

"Sanfte Giganten"

Unter dem Namen "sanfte Giganten" sind die Galapagos-Riesenschildkröten bekannt. Sie haben der Inselgruppe ihren Namen gegeben. Das Wort Galápago, spanisch für Wulstsatte, bezieht sich auf den Schildkrötenpanzer, der bei einigen Unterarten im Nackenbereich wie ein Sattel aufgewölbt ist. Diese einmaligen Tiere waren vom Aussterben bedroht, da sie zum einen in früheren Zeiten als Reiseproviant für die Seefahrer erhalten mussten, andererseits sind ihre größten Feinde Ratten, die mit den Seeräuberschiffen auf die Inseln kamen. Sie fressen die Eier oder die jungen Schildkröten, deren Panzer noch nicht fest ist. Ein groß angelegtes Aufzuchtprogramm in der "Charles Darwin Forschungsstation" auf der Insel Santa Cruz sorgt dafür, dass die jeweils von Insel zu Insel genetisch einzigartigen Geschöpfe erhalten bleiben.

Ein lustiger Geselle, dem man sich allerdings im Gegensatz zu den bisher erwähnten Tieren durchaus mit Vorsicht nähern sollte, ist der Galapagos-Seelöwe.

Dann ist da noch die unglaublich vielfältige Vogelwelt. Allein von den Darwin-Finken gibt es 14 (bekannte) Arten. Der Blaufußtölpel ist legendär, die Galapagos-Pinguine sind umwerfend komisch. Es gibt unendlich viel zu entdecken, nicht nur die Tierwelt ist einzigartig, auch die Pflanzenwelt hat viele endemische Arten hervorgebracht. Zudem laden Traumstrände zum Baden und herrliche Lagunen und Riffs zum Schnorcheln oder Tauchen ein.

Die Galapagos-Inseln

Galapagos
© DHZ

Lage: Die Inseln liegen im Pazifischen Ozean ca. 1.000 Kilometer westlich von Südamerika und gehören zu Ecuador.

Klima: Die Regenzeit dauert von Januar bis Juni. Das übrige Jahr über fällt fast kein Niederschlag.

Anreise: Mit Flugzeug von Ecuador aus ab Quito oder Guayaquil auf die Inseln Baltra oder San Cristobal. Flugzeit ca. zwei Stunden.

Rundreise: Per Kreuzfahrt oder landbasierter Rundreise, aber immer mit lizenziertem Reiseführer und seit diesem Jahr mit begrenzter Aufenthaltsdauer.

Die Galapagos-Inseln
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