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Samsung-Phablets: Notizbuch (mit Zusatzecke) Galaxy Note 4 und Note Edge im Test

Die Note-Reihe von Samsung zeichnet sich durch große Smartphones mit integriertem Bedienstift und jede Menge Extras aus. Das vierte Modell bekommt mit dem Note Edge einen kurvigen Zwilling. Ob sich der Kauf lohnt, zeigt der Test.

Samsung Galaxy Note4
Starkes Doppel: Samsung Galaxy Note 4 und Note Edge bieten eine gleichwertige Ausstattung. Das Edge trumpft jedoch mit seinem kleinen Zusatzbildschirm auf. -

Als das erste Galaxy Note auf der IFA 2011 vorgestellt wurde, dachten nicht wenige, dass sich ein Smartphone mit so einem großen Bildschirm (5,3 Zoll beim Note 1) nicht durchsetzen könnte. Inzwischen sind Modelle jenseits der 5 Zoll zum Standard auf dem Markt geworden und selbst Apple ist nach langem Zögern mit den neuen iPhones auf den Zug aufgesprungen.

Die Note-Reihe hat sich für Samsung als Kassenschlager erwiesen und ist nun bereits in vierter Generation erhältlich. Neben dem Galaxy Note 4 hat Samsung aber noch einen technisch ebenbürtigen Zwilling auf den Markt geworfen. Als besonderes Extra gegenüber dem Original bietet das Note Edge am rechten Bildschirmrand einen kleinen Zusatzbildschirm. Was diese Idee und die neuen Modelle insgesamt taugen, zeigt der Test.

Samsung Galaxy Note 4: Erster Überblick

Verarbeitung ohne Makel

Das Samsung Galaxy Note 4 ist schicker als sein Vorgänger. Ein Aluminiumrahmen verleiht dem Note 4 eine deutlich wertigere Optik, auch wenn es noch nicht ganz an die Anmut eines iPhone 6 oder HTC One M8 heranreicht. Nachdem Samsung bei dem Bau seiner Smartphones jahrelang nur auf Kunsstoff gesetzt hat, kommen nun immer mehr Modelle mit Metallelementen auf den Markt. Das Galaxy Alpha machte 2014 den Anfang, auch das neue Samsung Galaxy S6, das nächste Woche beim Mobile World Congress in Barcelona gezeigt werden soll, könnte Metall nutzen - womöglich sogar ein volles Aluminium-Gehäuse (Unibody).

Auch die Rückseite aus Polycarbonat fühlt sich in der Hand besser an als beim Vorgänger und kommt der nachgeahmten Oberflächenstruktur von Leder schon recht nah. Die Mischung aus Aluminium und Kunststoff fügt sich gut zusammen, an der Verarbeitung und Optik gibt es nichts auszusetzen.

Samsung_Edge
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Wer mit seinem Handy auffallen will, hat mit dem Note Edge jedoch bessere Chancen. Die Kurve im Display, der sich zum rechten Rand hin wölbt, wirkt sehr futuristisch. Ein echter Hingucker.

Neuer Glasschutz, kein Wasserschutz

Geschützt wird das Display beim Note 4 vom neuen Gorilla Glass 4, während beim Note Edge noch Gorilla Glass 3 zum Einsatz kommt. Vermutlich ist das auf die Ecke im Bildschirm zurückzuführen, die die Designer vor neue Herausforderungen stellt. Displayschutz-Hersteller Corning sagt, dass das Gorilla Glass 4 wegen seiner Dicke von nur 0,4 Millimetern den Bau von noch dünneren Smartphones ebnet. Zugleich sollt das Material deutlich widerstandsfähiger sein. Im Test steckt das Note 4 mehrere Stürze aus einem Meter Höhe ohne Schäden weg.

Ein Test auf Wasserdichte wurde nicht durchgeführt, weil das Note 4 im Gegensatz zum Samsung Galaxy S5 nicht entsprechend IP-Zertifiziert ist.

Für ein Phablet mit großzügigem 5,7 Zoll Bildschirm (5,6 Zoll beim Galaxy Note Edge) liegt das Note 4 noch angenehm in der Hand, ohne den Arm nach unten zu ziehen. Mit einer Hand lässte es sich jedoch kaum bedienen. 176 Gramm bringt es auf die Waage, das Note Edge ist minimale zwei Gramm leichter. Mit einer Höhe von 15,3 cm ist es kürzer als das iPhone 6 Plus, dass nur eine Bilddiagonale von 5,5 Zoll aufweist. Hier hat Samsung den Platz gut ausgenutzt. In der Breite misst das Note 7,86 cm und ist 0,85 cm dick. Das Note Edge kommt auf ähnliche Werte.

Viele Details, viel Tempo

Über jeden Zweifel erhaben ist der Bildeindruck nach dem Einschalten des Galaxy Note 4. Wie zum Beispiel auch beim LG G3 löst das AMOLED-Display mit 2.560 x 1.440 Pixeln auf. Ob das Android-Menü, Fotos oder Videos - die Detailschärfe kann voll überzeugen. Kontrast, Farbintensität und der Schwarzwert sind ebenfalls sehr gut.

Ein verzögerungsfreies Wischen durch die Menüs und Nutzen von Apps wird bei einem Gerät dieser Preisklasse natürlich vorausgesetzt. Aber auch bei den aufwendigsten Spielen, die sich aus dem Google-Play-Store herunterladen lassen, gönnen sich die Note-Modelle keine Denkpausen. Dafür verantwortlich ist die starke Rechenleistung. Der Prozessor ist mit 2,7 GHz getaktet und zur Seite stehen ihm drei Gigabyte Arbeitsspeicher.

Ab Werk läuft auf den Note-Geräten Android 4.4. Ein Update auf das neue Android 5 ist möglich. Überzogen wird das Betriebssystem jedoch traditionell vom eigenen Samsung User-Interface Touchwiz. Neben Designanpassungen gibt es einige Zusatzfunktionen. So lassen sich im Dual-Window-Modus zwei Apps gleichzeit nebeneinander bedienen. Dank des großzügigen Bildschirms lässt sich die Funktion auch in der Praxis gut nutzen und erinnert an den Fenstermodus von Windows 8.

Samsung Galaxy Note 4: Multitasking nutzen

Der Nachteil an Touch Wiz sind einige Werbeapps, die beim reinen Android der Nexus-Reihe von Google nicht vorhanden sind. Apps wie Pizza.de, Cewe Smartphoto, HRS Hotels oder Zalando möchte nicht jeder auf seinem Smartphone haben. Da bleibt dann nichts anderes übrig, als diese Anwendungen im Nachhinein vom Gerät zu deinstallieren. Anderseits gibt es nützliche Apps wie "Kindle for Samsung". Damit können Note-Nutzer Bücher aus dem Amazon-Kindle-Shop auf dem Smartphone lesen. Ein Buch im Monat steht kostenlos zur Verfügung. Die Bildschirmgröße macht das Lesen sogar über längere Zeit erträglich, wenngleich der Lesebereich im Vergleich zu einem Kindle oder Tablet-PC immer noch überschaubar ist.

Knick beim Note Edge

Linkshänder aufgepasst - da sich der zusätzliche Bildschirmanteil beim Note Edge auf der rechten Seite befindet, ist die Funktion für sie nicht im gleichen Maße praktisch. Der Bildschirmrand lässt sich komplett autonom vom Hauptbildschirm bedienen. Angezeigt werden hier ab Werk sechs Anwendungen - Telefon, Kontakte, Nachrichten, Internet, Kamera, Google-Play-Store und der Ordner mit den weiteren Google-Diensten.

Durch Wischgesten über den Rand kommen zusätzliche Funktionen zum Vorschein, wie etwa ein Lineal oder eine Taschenlampe. In einer Art Ticker lassen sich zudem das aktuelle Wetter, Tweets oder Fitness-Daten von der App S Health einblenden.

Sehr gelungen ist das Zusammenspiel zwischen Haupt- und Randbildschirm. Starten Sie etwa die Kamera-App, wandert der Auslöser-Button automatisch in den Bildrand, während auf dem Hauptbildschirm das Fotomotiv angezeigt wird. Ähnlich funktioniert das auch beim Videoplayer.

Auch bei deaktiviertem Hauptbildschirm lassen sich Informationen am Rand einblenden. So können Sie zum Beispiel während eines Meetings sehen, dass eine neue SMS eingegangen ist. Samsung liefert dazu eine spezielle Schutzhülle fürs Gehäuse, die den rechten Bildrand auch bei geschlossenem Zustand frei einsehen lässt.

Insgesamt ist die Ecke des Note Edge keine bloße Marketing-Idee, sondern durchaus praktisch. Linkshänder haben jedoch das Nachsehen.

S Pen für Tastenmuffel

Ein Alleinstellungsmerkmal der Note-Reihe gegenüber anderen Smartphones ist der integrierte Bedienstift. Der so genannten S Pen wurde für die neuen Modelle nochmals weiter entwickelt und reagiert im Test hochsensibel und exakt auf Eingaben. SMS mit dem Stift zu schreiben macht richtig Spaß und geht zumindest im Test schneller von der Hand als über die übliche Touchscreen-Tastatur. Selbst eine schlechte Handschrift erkennt die Texterkennung sehr ordentlich, wenn auch nicht immer fehlerfrei. Gerade wer nicht so schnell beim Tippen ist oder sich mit relativ breiten Fingern schwer tut, die richtigen Tasten zu treffen, dürfte die Funktion lieben. Eine Alternative wäre das BlackBerry Passport mit echter und großzügiger Hardware-Tastatur.

Der Stift reagiert nicht nur auf Berührung, sondern auch auf Druck. Wer Bilder mit dem S Pen malen möchte, kann damit sehr genau steuern, ob eine dünne Schraffur oder ein dicker Stich gezeichnet werden soll.

Samsung Galaxy Note 4: Das kann der S Pen

Der S Pen bietet noch mehr Nutzen. So lassen sich etwa auf Webseiten einzelne Textabschnitte markieren und in einem Dokument abspeichern. Das geht natürlich auch mit dem Finger, ist mit dem Stift aber angenehmer. Auch Bilder können mit Notizen versehen werden, um so zum Beispiel persönliche Bemerkungen zu den Schnappschüssen festzuhalten und an Freunde zu versenden.

Wer den Stift nicht ganz auf das Display aufsetzt, kann ihn wie eine Maus am Desktop-Rechner nutzen. So lässt sich zum Beispiel um mehrere Objekte ein Rahmen ziehen, um diese zu markieren.

Gute Schnappschüsse, viele Anschlüsse

Eine 16 Megapixel-Kamera befindet sich auf der Rückseite der Note-Modelle. Das sind auf dem Datenblatt zunächst drei Megapixel mehr als beim Note 3. Doch Pixel allein garantieren noch keine guten Fotos. Während die Aufnahmen am Tag und im Freien sehr scharf und farbgetreu gelingen, ändert sich das, sobald in geschlossenen Räumen oder in dunklen Umgebungen fotografiert wird. Trotz Dual-LED-Blitz und optischem Bildstabilisator ist ein Bildrauschen vorhanden. Einstellungsmodi für die Kamera wie Dual-Shot oder Serienbild sind reichlich vorhanden.

Unter dem Strich ist die Qualität der Kamera bei guten Bedingungen hervorragend für ein Smartphone, sonst aber nur befriedigend, gemessen am Preis der Note-Modelle. Das Sony Xperia Z3 bietet hier zum Beispiel etwas mehr fürs Geld.

Selfie-Freunde können die 3,7 Megapixel-Frontkamera für Selbstporträts nutzen. Die verrichtet ihre Dienste für eine Zweitkamera sehr ordentlich und liefert bessere Ergebnisse als etwa das Google Nexus 6.

An Anschlüssen und Konnektivität hat Samsung nicht gespart. LTE nach dem Standard Cat.6 ermöglicht mobile Datendownloads von bis zu 300 MBit/s. Auch Bluetooth 4.1 wird vom Note bereits unterstützt. NFC, das für kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone genutzt werden kann, ist ebenfalls vorhanden. Im Homebutton ist zudem ein Fingerabdruckscanner vorhanden. Damit lassen sich etwa PayPal-Einkäufe autorisieren.

Erweitert hat Samsung auch die Fitness-Funktionen des Smartphones. Neben einem Schrittzähler ist auch ein Pulsmesser an Bord. Zudem sind Sensoren für die Messung der UV-Intensität von Licht sowie des Sauerstoffgehaltes im Blut vorhanden. In Kombination mit der App S Health können zum Beispiel Jogger ihre aktuellen Werte messen und langfristig dokumentieren.

Erfreulich ist, dass die Speichererweiterung mit Micro-SD-Karten um bis zu 128 GigaByte möglich ist. Trotz seines Aluminium-Rahmens ist die Rückseite der Note-Modell nämlich weiter abnehmbar. Dort befindet sich nicht nur der Steckplatz für die Speicherkarten, sondern auch für den Akku, der sich deshalb austauschen lässt. Ein Vorteil gegenüber iPhone 6 oder HTC One M8.

Verwunderlich ist hingegen, dass der USB-Anschluss an der Geräteunterseite nur noch USB 2.0 unterstützt. Ein Rückschritt gegenüber dem Vorgänger, der noch USB-3.0-fähig war.

Sound und Akku

Videos über das Note 4 anzusehen macht dank der tollen Auflösung viel Spaß. Allerdings könnte der Sound - wie auch beim Musikplayer - ruhig noch etwas wuchtiger daherkommen. Leider setzt Samsung nicht wie HTC auf Stereo-Lautsprecher auf der Front-Seite, sondern versteckt den Lautsprecher auf der Rückseite. Der Klangeindruck ist trotzdem ordentlich für ein Smartphone. Normale Telefongespräche klingen klar und rauschfrei. Der Freisprecher lässt sich in der Lautstärke gut nach oben regulieren, so dass auch in lauten Umgebungen der Gesprächspartner noch gut zu hören ist.

Die Akkulaufzeit war schon bei den Vorgängern einer der großen Stärken der Note-Reihe. Auch beim Note 4 und Note Edge trifft das zu. Die Akku-Kapazität beim Note 4 beträgt 3.220 mAh und beim Note Edge 3.000 mAh. Auch Vieltelefonierer und -surfer kommen mit einer Akkuladung über zwei Arbeitstage hinweg. Beim Note Edge hält der Akku nicht ganz so lange durch. Dank der Schnellladefunktion von Qualcomm sind die Note-Modelle nach etwa zwei Stunden schon wieder komplett aufgeladen.

Fazit

Samsung Galaxy Note 4 und Note Edge sind beides hervorragende Smartphones. Die Optik gewinnt durch den neuen Aluminium-Rahmen, die technische Ausstattung ist erstklassig. Gegenüber der Konkurrenz ist der S Pen ein echter Mehrwert bei der Bedienung. Das Note Edge bietet mit dem gebogenen Bildschirm ein interessantes Zusatzelement, das zudem ein modischer Blickfang ist. Ob sich der Aufpreis von etwa 100 Euro gegenüber dem Note 4 lohnt, ist eine andere Frage. Wer bereit ist, für ein Oberklasse-Smartphone 600 Euro und mehr auszugeben, bekommt ein tolles Paket. Beide Modelle erhalten eine klare Kaufempfehlung.

Samsung Galaxy Note 4 und Note Edge im Überblick  
  
 
  
Design  
  
 
  
 
  
Verarbeitung  
  
 
  
 
  
Leistung  
  
 
  
 
  
Kamera  
  
 
  
 
  
 
  
S Pen
Akku  
  
 
  
 

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