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Test Samsung Galaxy Note Der Tanker unter den Smartphones

Ist das wirklich noch ein Smartphone oder doch eher ein zu klein geratenes Tablet? Auf den ersten Blick überwältigt das Samsung Galaxy Note durch seine schiere Größe. Beinahe winzig wirkt im Vergleich das iPhone. Doch kann das Handy auch in der Anwendung überzeugen und ist für den täglichen Gebrauch geeignet? Der Test verrät es.

Der Tanker unter den Smartphones
Das Samsung Galaxy Note hebt sich durch seinen Stylus "S Pen" aus dem Smartphone-Markt ab. -

DHZ bewertet
positiv negativ
Größe
Display
Gewicht
Stylus
Akku
Materialien
Software

Wer das Samsung Galaxy Note aus dem Karton holt, fühlt sich von der Größe des Geräts erst einmal erschlagen. Die Frage, die aufkommt: „Soll ich das Gerät jetzt in eine oder doch besser in beide Hände nehmen?“ Der Eindruck bestätigt sich bei einem Blick auf das Datenblatt: Mit einer Höhe von 14,7 cm und einer Breite von 8,5 cm setzen sich die Koreaner von Samsung in dieser Kategorie locker an die Spitze des Smartphone-Marktes.

Erfreulicherweise nutzt das Display fast die ganzen Maße des Handys aus. Mit 5,3 Zoll ist er deutlich größer als etwa bei den Konkurrenz-Geräten iPhone 4S und Nokia Lumia. Zur großen Erleichterung hat es Samsung bei der Bautiefe des Galaxy Note nicht auf eine neue Höchstmarke angelegt. Mit nur 1 cm liegt es fast auf iPhone-Niveau und passt damit sogar noch in größere Hosentaschen oder relativ bequem in die Jackentasche.

Erstaunlicherweise ist das Handy trotz seiner Ausmaße auch noch relativ leicht. 173 Gramm bringt es gerade einmal auf die Waage und damit nur unwesentlich mehr als die Konkurrenz. Doch irgendwo müssen die Koreaner das Gewicht ja eingespart haben? Wer das Galaxy Note in die Hand nimmt, findet schnell die Antwort. Das Gehäuse besteht aus einem leichten Kunststoff und kommt damit nicht an die Wertigkeit des iPhone oder des HTC Sensation mit ihren Metallelementen heran. Trotzdem wirkt das Galaxy Note mit seiner geriffelten Rückseite nicht billig, die das Handy zudem gut in der Hand liegen lässt.

Technisches Feuerwerk

Wer das Galaxy Note einschaltet, merkt spätestens, dass er es mit einem teuren Stück Hightech zu tun hat. Der sogenannte HD-Super-Amoled-Touchscreen besticht durch seine Helligkeit, satte Farben und scharfe Kontraste. Auf dem großen Bildschirm wirkt dies sogar noch etwas beeindruckender als bei den Konkurrenten, obwohl die Unterschiede zwischen den Geräten der Spitzenklasse auf dem Papier nur marginal erscheinen.

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© Samsung

Unter der Haube werkelt ein Dualcore-Prozessor mit 1,4 Gigahertz. In der praktischen Anwendung sind Zeitverzögerungen beim Scrollen durch die Menüs und dem Surfen durchs Internet nicht mehr spürbar – alles läuft butterweich. Auch sonst gibt sich das Galaxy Note in Sachen Ausstattung keine Blöße. Ob Videos in der Auflösung Full HD oder die Kamera mit acht Megapixeln – kaum eine aktuelle technische Finesse, die das Smartphone nicht bieten kann.

Spaßfaktor Stift

Das neben der Größe vielleicht schlagkräftigste Argument gegenüber der Konkurrenz ist jedoch der im Gehäuse des Galaxy Note versteckte „S Pen“. Der gute alte Stylus feiert technisch generalüberholt sein Comeback. Schon nach kurzer Eingewöhnungsphase erweist sich der Stift als echte Alternative zur klassischen Touchscreen-Bedienung. So lässt sich der nächste Geschäftstermin oder eine wichtige SMS durch die sehr gute Handschriftenerkennung in wenigen Sekunden festhalten. Sogar Office-Dokumente können per Stift bearbeitet werden. Gerade für Nutzer mit großen Fingern eine angenehme Alternative und ein echter Mehrwert gegenüber der Konkurrenz.

Durch diese und andere Spielereien erklärt sich allerdings auch der stolze Preis des Galaxy Note – die unverbindliche Empfehlung des Herstellers liegt bei 699 Euro. Im Handel ist das Gerät inzwischen aber für knapp 500 Euro erhältlich und damit nur wenig teurer als das Nokia Lumia oder das HTC Sensation. Das iPhone 4S liegt sogar bei knapp 600 Euro.

Hoffen auf ein Update

Beim Betriebssystem bringt Samsung wie in den meisten seiner Geräte die Google-Software Android zum Einsatz. Die sogenannte „Lebkuchen“-Version (Android 2.3 alias Gingerbread) wird von Samsung durch ein eigenes Interface zwar etwas aufgehübscht, ist aber trotzdem nicht der aktuellste Stand, den Google zu bieten hätte. So läuft das kürzlich erschienene Samsung Galaxy Nexus bereits mit der weiterentwickelten Nachfolgerversion „Ice Cream Sandwich“ (Android 4.0). Die ältere Version ist aber keinesfalls schlecht und so lässt sich nach kurzer Einarbeitungszeit schon relativ selbsterklärend durch die Menüs steuern.

Ausgeschlossen ist zudem nicht, dass Samsung dem Galaxy Note in nächster Zeit noch ein Update auf die aktuellste Android-Version spendieren wird.

Auch steht dem Nutzer der „Market“ – der virtuelle Einkaufsladen für Apps – uneingeschränkt zur Verfügung. Die Vielzahl an Anwendungen lässt dabei kaum Wünsche offen, obwohl Apples iPhone eine noch größere Fülle aufbieten kann. Im Direktvergleich hat hier das Nokia Lumia leichte Nachteile, das mit der neuesten Version des Microsoft-Betriebssystems arbeitet.

Auch nach unserem Dauertest mit ausgiebigem Surfen, Telefonieren und Spielen ist die Batterieanzeige des Galaxy Note noch gut gefüllt. Hier erweist sich der von Samsung verbaute 2500 mAh starke Akku als wahrer Dauerläufer.

Fazit

Das Galaxy Note ist kein zu klein geratenes Tablet, sondern ein sehr großzügiges Smartphone. Wer sich nicht scheut, ein solches Riesenhandy mit sich herumzutragen, findet hier eine echte Alternative zu iPhone 4S, HTC Sensation und anderen Referenzgeräten. Besonders der mitgelieferte Stift trägt zu einem hohen Fun-Faktor bei.

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