Sächsischer Handwerkstag -

Frühjahrskonjunkturumfrage 2013 Sächsisches Handwerk profitiert vom stabilen Arbeitsmarkt

Ungeachtet einer leicht gedämpften Konjunktur im abgelaufenen Winterhalbjahr behauptet das sächsische Handwerk seinen Platz als Stabilitätsanker der Binnenwirtschaft. Die Mehrheit der Unternehmen ist zuversichtlich ins Sommerhalbjahr gestartet, geht aus der Konjunkturumfrage des Sächsischen Handwerkstages hervor.

Im Unterschied zur schrumpfenden Wirtschaftsleistung in vielen Euro-Staaten profitiert das Handwerk hierzulande von einer stabilen Lage am Arbeitsmarkt, von höheren Löhnen und von einem Trend zu nachhaltiger Geldanlage. Wegen der aktuell niedrigen Zinsen stecken Verbraucher mehr Geld ins unmittelbare Lebensumfeld – sie erwerben Immobilien, sanieren und modernisieren Häuser und Wohnungen. Zu hoffen bleibt, dass weder die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum noch steigende Rohstoff- und Energiekosten der aktuellen Entwicklung zuwiderlaufen.

80 Prozent der Betriebe machen gute oder befriedigende Geschäfte

Wie der Konjunkturbericht fürs Sachsen-Handwerk im Frühjahr 2013 ausweist, geben 80 Prozent aller befragten Unternehmen (Frühjahr 2012: 86 Prozent) ihre Geschäftslage mit gut oder befriedigend an; ein Fünftel der Betriebe (2012: 14 Prozent) mit schlecht. Überwiegend optimistisch ist ebenso die Erwartung fürs Sommerhalbjahr: Hier rechnen 44 Prozent (2012: 48 Prozent) mit einer guten, 45 (2012: 43) Prozent mit einer befriedigenden und nur 11 Prozent (2012: 9) mit einer schlechten Geschäftslage.

Aufgeschlüsselt nach Branchen, ergibt sich folgendes Bild: Maßgeblich bestimmt wird das Geschäftsklima durch Positiv-Werte im Bauhauptgewerbe (u. a. Maurer, Betonbauer, Zimmerer) sowie im Ausbaugewerbe (z.B. Installateure/ Heizungsbauer, Elektrotechniker, Tischler). – In beiden Gewerbegruppen beurteilen befragte Unternehmen ihre Geschäftslage zu 77 bzw. 85 Prozent mit gut oder befriedigend (2012: jeweils 89 Prozent).

Mit 78 Prozent der Gut- oder Befriedigend-Bewertungen beeinflussen zudem Handwerke für den gewerblichen Bedarf (Metallbauer, Elektromaschinenbauer, Landmaschinenmechaniker etc.) deutlich das Konjunktur-Gesamtbild.

Kfz-Gewerbe leidet unter schwachem Neuwagengeschäft

Kritischer als im Frühjahr 2012 ist die Geschäftslage im Kfz-Gewerbe infolge des sinkenden Neuwagen-Absatzes, während sich die Werte – überwiegend mit Note „befriedigend“ – bei personenbezogenen Dienstleistern (Friseure, Textilreiniger, Uhrmacher usw.) sowie bei Nahrungsmittelhandwerkern (Bäcker, Fleischer etc.) mit denen vom Vorjahr in etwa decken. Eingetrübt ist das Erscheinungsbild von Gesundheitshandwerken (Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Zahntechniker usw.).

Ein Indikator für die im Allgemeinen robuste Gesamtkonjunktur ist der Beschäftigungsgrad. Wie vor einem Jahr geben in punkto Beschäftigte/ Personalbestand im Sachsen-Handwerk – über alle Bereiche hinweg – 85 Prozent (2012: 87) der Befragten an, am Mitarbeiterstamm keine Abstriche gemacht bzw. diesen sogar erhöht zu haben.

Leicht unter Vorjahresniveau bewegen sich die Zahlen für den Umsatz im sächsischen Handwerk: 41 Prozent der Betriebe melden konstante Werte (2012: 46); 10 Prozent höhere Umsätze (2012: 14). Knapp die Hälfte der befragten Firmen allerdings macht Umsatzeinbußen (2012: 40 Prozent) geltend.

Aufgrund des Kostendrucks (gestiegene Einkaufspreise, höhere Nebenkosten bei Energie, Betriebsmitteln) zu Anpassungen gezwungen sehen sich Handwerker bei Verkaufspreisen für handwerkliche Produkte und Dienstleistungen. Immerhin nahezu ein Viertel der Befragten (2012: 26 Prozent) gibt an, im zurückliegenden Halbjahr höhere Preise durchgesetzt zu haben. Dagegen sagen nur neun Prozent der Unternehmer (2012: 7), dass sie niedrigere Preise kalkulieren mussten.

Bei Investitionen hält sich das Handwerk weiterhin zurück

Durchwachsen ist die Lage bei Auftragseingängen/Auftragsbestand: 12 Prozent (2012: 16) der befragten Firmen melden Zuwächse bei Aufträgen, 34 Prozent (2012: 28) Auftragsrückgänge. Für das Sommerhalbjahr rechnen 31 Prozent (2012: 28) der Befragten mit einem Auftragsplus. Weniger als ein Zehntel der Betriebe – analog zum Vorjahr – befürchtet Auftragsrückgänge.

Unverändert von Zurückhaltung bestimmt ist die Investitionsbereitschaft im Sachsen-Handwerk. Der Konjunkturerhebung zufolge haben 11 (2012: 14) Prozent der Betriebe mehr, 42 Prozent (2012: 39) aber weniger oder gar nicht investiert. Im laufenden (Sommerhalb-)Jahr wollen – wie im Vorjahr – 69 Prozent der Unternehmen mehr bzw. gleich viel Geld für Investitionen ausgeben, lediglich 31 Prozent hierfür keine Mittel bereitstellen.

An der Frühjahrskonjunktur-Erhebung im sächsischen Handwerk 2013 beteiligten sich 2.516 von 11.434 angeschriebenen Handwerksbetrieben (= 22,0 Prozent).

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