Sächsischer Handwerkstag -

Handwerkstag stellt Herbstkonjunkturumfrage 2018 vor Sächsisches Handwerk im wirtschaftlichen Hoch

Sachsens Handwerker sind konjunkturell in bester Verfassung. Der Aufschwung hat sich übers Sommerhalbjahr fortgesetzt.

Branchenübergreifend sind die Auftragsbücher in den meisten Betrieben gut gefüllt, sodass – mit Betrieben aus dem Bau-/Ausbaugewerbe als Konjunkturlok – eine rege Geschäftstätigkeit auch in den kommenden Monaten garantiert scheint. Hinzu kommt: Rekordbeschäftigung und Lohnzuwächse sorgen dafür, dass Privatverbraucher ihr Geld offenbar weiterhin für hochwertige handwerkliche Güter und Dienstleistungen auszugeben bereit sind anstatt es für Nullzinsen aufs Sparkonto zu schaffen.

„Sorgen im Geschäftsalltag bereitet jedoch, dass es uns trotz Ausbildung an ausreichend versierten Fachkräften mangelt. Unsere Kapazitäten sind dadurch beschränkt. Wenn dann noch eigene ausgebildeten Leute von Großunternehmen außerhalb des Handwerks abgeworben werden, verschärft dies das Fachkräfte-Problem im Handwerk zusätzlich.“ – Diese Einschätzung gab Handwerkstag-Vizepräsident Frank Wagner am Montag vor der Presse in Dresden.

Laut Herbst-Konjunkturbericht 2018 bewerten deutlich mehr als zwei Drittel der Befragten (71 Prozent) ihre Geschäftslage mit gut, 24 Prozent mit befriedigend, lediglich 5 Prozent mit schlecht. (Herbst 2017 - gut: 68; befriedigend: 27; schlecht: 5 Prozent.) Zurückhaltender, aber dennoch zuversichtlich äußern sich viele Unternehmer zu Geschäftserwartungen in den nächsten Wochen: Mit guten bzw. befriedigenden Geschäften rechnen 16 bzw. 79 Prozent der Betriebe; 5 Prozent erwarten eher einen Abwärtstrend.

Konjunkturmotor fürs Gesamthandwerk sind – wie bisher – Betriebe des Bauhaupt- und des Baunebengewerbes (Ausbaugewerbe). Die aktuelle Lage bewerten Unternehmen dieser beiden Gewerbezweige zu 83 bzw. 80 Prozent (Herbst 2017: 73 bzw. 77) mit gut, zu 15 bzw. 18 Prozent (2017: 24 bzw. 29) mit befriedigend.

Unverändert gut mit Aufträgen eingedeckt sind zudem Handwerker, die für den gewerblichen Bedarf (Feinwerkmechaniker, Elektromaschinenbauer, Metallbauer usw.) produzieren, aber auch ein Großteil der Betriebe aus dem Kfz-Gewerbe.

Einer insgesamt stabilen Nachfrage erfreuen sich nicht minder Produkte und Leistungen von Nahrungsmittelhandwerkern (Bäcker, Fleischer, Konditoren), von Gesundheitshandwerkern (Augenoptiker, Hörakustiker usw.) sowie von Anbietern personenbezogener Dienstleistungen (Friseure, Schornsteinfeger, Gold- und Silberschmiede, Fotografen, Maßschneider u. a).

Allein im Kfz-Gewerbe (Kfz-Techniker, Karosserie- und Fahrzeugbauer) benoten 47 Prozent der Befragten (2017: 54) ihre Geschäftslage mit gut, 46 Prozent (2017: 38) mit befriedigend; lediglich 7 Prozent (2017: 8) mit schlecht.

Dass die Geschäfte im Handwerk florieren, lässt sich auch am Kriterium Beschäftigtenzahl ablesen. Mit anteilig 79 Prozent (2017: 81) geben – auch vor dem Hintergrund knapp gewordener Fachkräfte – weiterhin mehr als Dreiviertel der befragten Betriebe an, den Personalbestand konstant gehalten zu haben. Von Zuwächsen in ihrer Belegschaft sprechen lediglich 12 Prozent der befragten Firmen (u.a. im Bauhauptgewerbe sowie in Gesundheitshandwerken). Nur 9 Prozent der Firmen (2017: 8) reduzierten nach eigenen Angaben Personal.

In vielen Gewerken solide entwickelt haben sich Umsätze und Verkaufspreise für handwerkliche Produkte und Dienstleistungen. 62 Prozent der Befragten (2017: 60) erreichen bei den Umsätzen Vorjahreswerte; 27 Prozent (2017: 28) erzielen Zuwächse; nur 11 Prozent (2017: 12) Einbußen. – Zu Verkaufspreisen: Mehr als ein Viertel der befragten Betriebe (2017: 32 Prozent) hat eigenen Angaben zufolge am Markt höhere Preise durchsetzen können. Dagegen geben 66 Prozent der Betriebe (2017: 71) an, analog zu 2017 kalkuliert zu haben.

Gegenüber dem Herbst 2017 auf hohem Niveau verharren ebenso die Werte bei Auftragseingängen/Auftragsbestand im sächsischen Handwerk. Mehr als ein Fünftel der Befragten meldet einen Zuwachs (2017: 27 Prozent); 71 Prozent der Befragten (2017: 62) sprechen von normalen, gleichbleibenden Auftragseingängen. Nur 8 Prozent (2017: 9) zeigen ein Minus bei Auftragseingängen an. – Über alle Gewerbegruppen hinweg beläuft sich die Auftragsreichweite im Handwerk aktuell auf durchschnittlich 10,9 Wochen.

Nicht zuletzt aufgrund begrenzter Kapazitäten und Personalengpässe richten Handwerksunternehmer verstärkt ihr Augenmerk auf Investitionen in Ausstattung und Ausrüstungen. Laut Konjunkturbericht geben hierfür 16 Prozent der Betriebe (2017: 15) mehr Mittel aus. 62 Prozent der Firmen, so wie schon 2017, orientieren sich bei derartigen Ausgaben am Vorjahresbudget.

An der Herbst-Konjunkturumfrage im sächsischen Handwerk 2018 beteiligten sich 2.095 von insgesamt 9.150 angeschriebenen Unternehmen; anteilig sind dies 2,9 Prozent.

Das sächsische Handwerk in Kürze

Zahl der Handwerksbetriebe: Im Freistaat sind aktuell (Stand: 30. September 2018) 56.761 Betriebe registriert, davon 35.184 in zulassungspflichtigen und 12.814 in zulassungsfreien Handwerken. Die übrigen Betriebe bilden im Wesentlichen die Gruppe der handwerksähnlichen Gewerbe. – Regional entfallen anteilig insgesamt 22.532 Betriebe auf den Bezirk Chemnitz, 22.289 auf den Bezirk Dresden und 11.940 auf den Bezirk Leipzig.

Branchenstruktur: Die stärksten Gruppen im zulassungspflichtigen Handwerk Sachsens bilden die Elektro- und Metallgewerbe mit 15.657 und die Bau- und Ausbaugewerbe mit 9.988 Betrieben. Im zulassungsfreien Handwerk dominieren die Bau- und Ausbaugewerbe (4.827) sowie die Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe (2.407), im handwerksähnlichen Sektor die Holzgewerbe (2.738) sowie die Gesundheits- und Körperpflege/chemische und Reinigungsgewerbe mit 2.641 Betrieben.

Beschäftigte: Im Wirtschaftsbereich Handwerk des Freistaats sind mehr als 300.000 Menschen beschäftigt.

Betriebsdichte: Mit 13,9 Handwerksbetrieben pro 1.000 Einwohner liegt die Dichte in Sachsen über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 12,2.

Neu-Lehrverträge: Bis Ende Oktober 2018 wurden für das Ausbildungsjahr 2018/2019 im sächsischen Handwerk 5.455 Lehrverträge abgeschlossen; dies sind 68 (= 1,2 Prozent) weniger als zum Vorjahreszeitpunkt. Der Anteil betrieblicher Lehrstellen im Rahmen einer dualen Berufsausbildung beläuft sich auf 5.227 (minus 84 = 1,6 Prozent).

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