Sächsischer Handwerkstag -

Außenwirtschaftsumfrage Sachsens Unternehmer sehen Österreich als wichtigsten Exportmarkt

Österreich ist der Exportmarkt der Zukunft, so jedenfalls schätzt es fast jedes vierte Unternehmen ein, das sich an der Außenwirtschaftsumfrage der sächsischen Wirtschaftskammern beteiligt hat. Zu den Top 5 der Zielländer gehören auch die Schweiz, Russland, Polen und China.

Die mittelständischen Unternehmen sehen zunehmend ihre Märkte auch außerhalb Europas. Neben Russland und China spielen die Vereinigten Staaten eine wichtige Rolle. Für die Handwerksunternehmen stehen dagegen eher die Nachbarländer im Fokus.

Trotz wachsender Wirtschaftskraft ist das Schwellenland Indien für die Unternehmen weniger interessant als noch vor zwei Jahren, im Vergleich zur Umfrage 2011 ist Indien um vier Plätze auf Platz 12 der avisierten Auslandsmärkte gerutscht. Kaum eine Rolle spielen dagegen die Märkte auf den Kontinenten Afrika und Südamerika sowie in der Golfregion. Zu stark überwiegt offenbar die Wahrnehmung politischer und wirtschaftlicher Risiken gegenüber den durchaus vorhandenen Geschäftspotenzialen.

Ausländische Märkte werden von den mittelständischen sächsischen Unternehmen überwiegend als Absatzmärkte für ihre Produkte und Dienstleistungen gesehen. Lediglich China ist auch als Bezugsmarkt von signifikanter Bedeutung.

Export hilft, Betriebe zu stabilisieren

Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an, die gesteckten Ziele ihres bisherigen Auslandsengagements – Absatzsteigerung und Erschließung neuer Märkte – erreicht zu haben. In drei Viertel der Betriebe wurden dadurch bestehende Arbeitsplätze gesichert oder neue geschaffen.

Rund vier Prozent der sächsischen Unternehmen gründeten bisher eine Niederlassung oder haben ein Vertriebsbüro im Ausland. Für künftig notwendig erachten es aber mehr Betriebe, insbesondere für Aktivitäten in Polen (14 %), Russland (13 %), China (12 %) und in den USA 10 %).

Geschäftsanbahnung oft schwierig

Das Fehlen von verlässlichen Geschäftspartnern ist für drei Viertel der befragten Unternehmen das größte Hindernis bei der Anbahnung eines ­erfolgreichen Auslandsgeschäftes. Sprachliche Barrieren, kulturelle Unterschiede, Bürokratie und Probleme mit dem Zoll- und Exportkontrollrecht werden als weitere Hindernisse gesehen. Dagegen sind nur für wenige der befragten Unternehmen technische Standards oder notwendige Anpassungen von Produkten und Dienstleistungen Hürden für den Einstieg in das Auslandsgeschäft.

Zur Minimierung des unternehmerischen Risikos und zur Überwindung der Markteintrittshemmnisse wird das Unterstützungsangebot der Kammern von den Unternehmen gern in Anspruch genommen. Fast die Hälfte der befragten Betriebe nimmt an außenwirtschaftlichen Fachveranstaltungen teil. Jedes dritte Unternehmen lässt sich individuell von den Fachleuten in

den IHKs und den Handwerkskammern beraten. An der Umfrage haben sich 461 Unternehmen mit 27.030 Beschäftigten beteiligt, die außenwirtschaftlich bereits aktiv sind.

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