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Spiegel Rürup und Sinn plädieren für Konjunkturprogramm

Die Ökonomen Bert Rürup und Hans-Werner Sinn plädieren einem Medienbericht zufolge im Fall einer drohenden Rezession für ein Konjunkturprogramm.

Er befürworte niedrigere Abgaben, falls die Konjunktur einbricht, sagte der Vorsitzende der "Wirtschaftsweisen" Rürup dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Lohnnebenkosten müssten gesenkt werden, beispielsweise die "Beiträge zur Sozialversicherung". "Dadurch würden besonders die niedrigen und mittleren Arbeitseinkommen entlastet", ergänzte Rürup.

Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts Sinn erklärte dem Magazin hingegen, dass im Fall einer Rezession die Steuern gesenkt werden müssten. Niedrige Steuern hätten den Vorteil, dass sie "auf breiter Front wirken". Zusätzlich sollten die Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen verbessert werden. Diese Entlastungen könnten Sinn zufolge "über Kredite finanziert werden". Spielraum für neue Schulden sei vorhanden, schließlich habe Deutschland im vergangenen Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt.

Unterdessen erhielt der Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), Steuern bei einer Rezession herabzusetzen, Zustimmung. "Das würde mit Sicherheit zu einem Maßnahmenmix gehören", sagte der SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler.

ddp

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